Gespräch Bojan Savić Ostojić und Nina Todorović: Zielloses Gehen

Punkt © Bojan Savić Ostojić

Di, 20.03.2018

Goethe-Institut Belgrad

Knez Mihailova 56
11000 Belgrad

Literatur- und Kunstcafé

Der Held von Bojan Savić Ostojić’ Romans „Punkt“ heißt D. In einem endlosen Satz rekonstruiert er – seismographisch minutiös – den eigenen ziellosen Spaziergang durch den Belgrader Stadtteil Vračar, bei dem er die einzelnen Eckpunkte mit „unwiederholbaren, scheinbar sinnlosen“ Trajektorien miteinander verbindet. Parallel dazu trägt die Künstlerin Nina Todorović bei einem Aufenthalt im österreichischen Graz ihre alltäglichen Wege präzise in einen Stadtplan ein und erstellt so ein „Tagebuch des Gehens“. Durch den Akt des Eintragens erhalten die Wege der Künstlerin, die nur selten geradlinig verlaufen, eine noch höhere Bedeutung als ihr Ausgangspunkt und ihr Ziel.
 
Das Zusammentreffen der beiden Spaziergänger Bojan Savić Ostojić und Nina Todorović ereignet sich auf einem Knotenpunkt, der den Blick auf einige unerwartete, nicht kartographierte Übereinstimmungen und Überlappungen zwischen ihren Werken eröffnet. Diese Übereinstimmungen bieten den Anlass zu einer spannenden Diskussion über das ziellose Gehen, das sich inzwischen für die beiden zu einem obsessiven Thema entwickelt hat. Darüber hinaus diskutieren unsere Gäste über die literarischen und künstlerischen Mittel, die sie bei ihrer Auseinandersetzung mit ihrer gemeinsamen Obsession einsetzen.
 
Autor und Übersetzer Bojan Savić Ostojić (1983) hat sechs Bände mit Gedichten, Essays und Prosa-Skizzen sowie mehrere Übersetzungen aus dem Französischen veröffentlicht. „Punkt“ ist sein erster Roman.
 
Künstlerin Nina Todorović (1973) hat ihr Studium an der Fakultät für Bildende Kunst Belgrad mit einer Promotion abgeschlossen. Sie hatte 44 Einzel- und über 200 Gruppenausstellungen und wurde für ihr künstlerisches Schaffen mit mehreren Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet.

Zurück