Ausstellung Marija Ćalić: Der Stern-Berg

Der Stern-Berg © Marija Ćalić

Do, 01.10.2020 -
Sa, 28.11.2020

Goethe-Institut Belgrad

Knez Mihailova 56
11000 Belgrad

Schaufensterausstellung

 
Ausstellungseröffnung: 01.10.2020 um 19:30 Uhr
Die Eröffnung findet vor dem Goethe-Institut statt. In der Galerie sind maximal 3 Besucher gleichzeitig erlaubt. Wir bitten Sie, Abstand zu halten und Ihre Mundmaske zu tragen.

Psychodrama-Führung: 22.10.2020 um 19:30 Uhr
Mit: Gordana Marić Lalović
Anmeldung: bibliothek-belgrad@goethe.de
Die Psychodrama-Führung wird über Zoom gehalten.

Kunstcafé: 19.11.2020 um 20:00 Uhr
Online-Streaming über FacebookInstagram und YouTube
Mit: Marija Ćalić (Künstlerin), Prof. Dr. Nikola Šuica (Kunsthistoriker), Dr. Selman Trtovac (Leiter der Bibliothek des Goethe-Instituts Belgrad)

Marija Ćalić’ Foto-Zyklus „Der Stern-Berg“ zeigt Erinnerungsschichten, die sich in der Sternwarte Belgrad und in ihrer unmittelbaren Umgebung auf dem Waldhügel Zvezdara angesammelt haben. Dieser Ort stellt das Fundament für Ćalić’ Foto-Kollagen dar, und damit auch für imaginäre künstlerische Wanderwege mit unterschiedlichen Strukturen, Schatten und Spuren. Dadurch werden die Erinnerungen eines verschwundenen Ortes wieder zum Leben erweckt und verlorengegangenen Zielen und Zwecken neuer Atem eingehaucht.
 
Die Sternwarte Belgrad wurde nach dem Ersten Weltkrieg, in den 1920er-Jahren errichtet, aus deutschen Reparationszahlungen an das Königreich Serbien. Damals war sie ein wichtiges Forschungszentrum mit einem modernen, importierten Teleskop und etlichen anderen Instrumenten aus dem Ausland. Heute sieht die Künstlerin darin den geopolitischen Impuls für kreative Transformations-Prozesse.
 
Neben den Aufnahmen vor Ort sind in Marija Ćalić’ Fotos ausgewählte Einstellungen aus Fritz Langs Film „Frau im Mond“ aus 1929 inkorporiert. Der Titel der Ausstellung lautet auch im serbischen Original „Stern-Berg“. Das ist die wörtliche Übersetzung des serbischen Wortes Zvezdara – des Namens vom Hügel, auf dem die Sternwarte Belgrad liegt. Diese Übersetzung war notwendig als Anspielung auf den berühmten Mannschen Roman „Der Zauberberg“, der die Künstlerin zu symbolischen Meditationen über individuelle Erfahrungen inspiriert hat.
 
Die Fotos verbinden die Tiefe der visuellen Erfahrung einer vergangenen Epoche mit aktuellen Sachverhalten, aber auch mit Zukunftserwartungen. Die Arbeiten sind dabei als ein Erbe der modernistischen Emanzipation zu betrachten sowie als Zeugnisse von inneren Reisen, die in einer Sternwarte auch in die unendlichen Weiten des Kosmos führen können.

 
Marija Ćalić © Marija Ćalić Marija Ćalić hat an der Juristischen Fakultät Belgrad studiert und mehrere Fotografie-Kurse an der St. Martin’s School of Art in London besucht. Sie ist Mitglied des bedeutenden serbischen Künstlerverbandes ULUPUDUS und war 2017–2018 Gastdozentin an der privaten Fakultät für Medien und Kommunikation Belgrad. Ihre Foto-Arbeiten wurden in Tageszeitungen, Wochenmagazinen und Monatszeitschriften in Belgrad und ganz Serbien veröffentlicht. Im Rahmen des Residenzprogramms des Kulturreferats der Stadt München war sie 2010 Artist in Residenz in Villa Waldberta.
 
Marija Ćalić hat an mehreren Gruppenausstellungen teilgenommen. Besonders hervorzuheben sind dabei „Closed Circuts“ in der Residenz der Fürstin Milica (Konak knjeginje Milice, Stadtmuseum Belgrad) 2005, „Mikro-Narrative“ beim Oktober-Salon Belgrad 2007, die Ausstellung im Musee de l’art moderne im französischen Saint Etienne 2008 sowie Teilnahme an der Kunstbiennale Pančevo 2012. In den letzten Jahren (2012–2019) wurden folgende Arbeiten von Marija Ćalić ausgestellt: Foto-Zyklus „Postmemory“, „The Spell of the Past“, „Mein Heim“, „Nothing is Left to Tell“, „Cache Memory“, „Wahlverwandtschaften“, „Info-Bewohner“, „Stern-Berg“ und „Evocative Impact“ aus 2019. Darüber hinaus zählte sie 2018 zum wiederholten Male zu den Teilnehmer*innen der namhaften Jahresausstellung Oktober-Salon Belgrad.

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