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Begegnungen in Zypern
Auf einen Cyprus Coffee mit...
dem Arne-Jansen-Trio

Arne Jansen Trio in Zypern
Das Arne Jansen Trio in einem Café am Faneromeni-Platz in Nikosias Altstadt | © CIPS / Marcos Gittis

Heute hier, morgen dort – Musiker sind immer auf dem Sprung. Bei Auslandsauftritten bleibt ihnen zwischen Flughafen und Bühne meist keine Zeit, das Land kennenzulernen, in dem sie sich für einen Kurztrip aufhalten. Geht also Zypern an ihnen spurlos vorüber? Das Goethe-Institut in Nikosia wollte es wissen und traf sich mit dem Arne-Jansen-Trio auf einen Kaffee in der Altstadt am Faneromeni-Platz.

Wie trinkt ihr euren Kaffee? Das ist in Zypern eine wichtige Frage. Mit Zucker, glykis, mit wenig Zucker, metrios, oder ohne Zucker, sketos?

Einstimmig: Ohne Zucker.

Vorgestern habt ihr einen Workshop für Schüler gegeben. Gab es viele Fragen?

Robert: Eigentlich nicht. Die Kinder waren zu schüchtern. Es waren ja mehrere Klassen aus verschiedenen Schulen. Aber wir haben viel gefragt, zum Beispiel, wer von ihnen ein Instrument spielt.

Eric: Und mindestens ein Drittel von ihnen meldete sich. Die meisten kamen allerdings aus der klassischen Richtung. Wir waren wohl ihr erster Kontakt mit handgemachter Rock-Jazz-Musik. Aber sie waren sehr interessiert. Ich habe einige von ihnen im Konzert gesehen.

War das Publikum am Abend auch so aufgeschlossen?

Arne: Garo Keheyan, der Gastgeber, hatte uns ein bisschen gewarnt. In der Shoe Factory sind die Gäste wohl eher gehobene Kammermusik gewöhnt und keinen Rock. Bei uns wird es durchaus auch mal ein bisschen lauter. Als dann aber zum Schluss eine Dame mit Gehstock zu uns kam und sich bedankte, wussten wir, dass wir da was rüberbringen konnten. Es ist ein schönes Gefühl, das Publikum mitgenommen zu haben.

Robert: Ich habe mich hinterher mit Musikstudenten unterhalten. Sie haben mir erzählt, dass hier in der Jazzszene eher Standards angesagt sind, nicht solche Musik, die wir machen. Aber es gibt wöchentliche Jam-Sessions in Nikosia. Leider haben wir keine Zeit, um dorthin zu gehen.

Eric: Das Publikum an diesem Abend war absolut gemischt. Zu Hause sieht man ja bei Konzerten in Clubs eher Jazzfans. Unser Konzert hier war so was wie ein Kulturevent, zu dem auch Diplomaten gekommen sind.

Ist eure Musik besonders kompatibel oder wie erklärt ihr den Erfolg bei einem so heterogenen Publikum?

Eric: Arnes Musik ist ja eine, der man schnell nahekommt. Und trotzdem ist es so, dass es an jedem Ort eine lokale Musikrezeption gibt. Mit den Programmen, die gespielt werden, erziehen die Clubs ihr Publikum.

Arne: Das Publikum in der Shoe Factory ist offenbar sehr offen für alles. Dort spielen Wenzel Fuchs, Katharina Treutler – und dann wir. Das ist hohe Gastgeberkunst, alle willkommen zu heißen. So hat das Garo auch wunderbar gemacht mit seiner Einführungsrede. Es gibt eben Orte, dort wird alles gespielt und alle fühlen sich wohl damit.


Arne Jansen Trio © CIPS / Marcos Gittis Das Trio in Nikosias Altstadt. | © CIPS / Marcos Gittis Habt ihr auch einen Eindruck von der zyprischen Musik bekommen?

Robert: Gestern, als wir nachts durch die verwinkelten Gassen zum Hotel zurückgegangen sind, haben wir viel akustische Musik gehört. Vor einer Taverne saßen die Leute, einer hat Gitarre gespielt und zwölf haben gesungen. Das war toll!

Eric: Da kam nichts aus der Konserve aus den Restaurants drumherum. Es war still und dann diese traditionelle Musik.

Arne: In vier anderen Läden spielten sie auch Live-Musik. Wir waren leider nur zu müde, um uns dazu zu setzen. Vielleicht beim nächsten Mal.
 

Die drei erfolgreichen und extrem sympathischen Musiker haben im Oktober 2016 ihr neuestes Album Nine Firmaments herausgebracht.

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