Berlinale Selection 2021 Ein nasser Hund

Szene aus dem Film „Ein nasser Hund“ © Menemsha Films

Sa, 22.01.2022

20:00

Pantheon

Die Verfilmung des autobiografischen Romans von Arye Sharuz Shalicar erzählt die Geschichte des jüdischen Jungen Soheil, der, um einer muslimischen Gang anzugehören, seine jüdischen Wurzeln verleugnet. Mit seinem Mut zur Ambivalenz und einer radikal ehrlichen Erzählweise ist Ein nasser Hund authentisch und spannend zugleich.

Der Film in der Regie von Damir Lukačević erzählt seine Geschichte von Anfang an mit einem klaren Bekenntnis zu Authentizität und Radikalität. Der Umgang innerhalb der Gang und die Auseinandersetzung mit verfeindeten Gruppen lässt fast einen dokumentarischen Eindruck entstehen und die Geschehnisse sind so dicht erzählt, dass man der Story gefesselt folgt. Doch neben dem Einblick in ein Milieu erzählt Ein nasser Hund auch die Geschichte eines jungen Menschen, der nicht nur auf der Suche nach einem Platz im Leben und der Gesellschaft ist, sondern auch nach seiner eigenen Identität. Die Zugehörigkeit zu einer Religion steht hierbei, so relevant sie auch ist, nur stellvertretend für etwas, was einen Menschen eben gesellschaftlich definiert – in den Augen anderer und für sich selbst. Die exzellenten Jungdarsteller*innen wirken überzeugend in ihren Rollen und können die Konflikte auch anhand eines schnörkellos erzählenden Drehbuchs vermitteln, unterstützt von einem Cast an erfahrenen Darstellern wie Kida Khodr Ramadan. Und auch filmisch kann Ein nasser Hund in allen Belangen, ob Kamera, Montage, Musik oder die Auswahl des Settings, überzeugen.

Regie: Damir Lukačević
Drehbuch: Damir Lukačević
Produktion: Carte Blanche International GmbH, Warner Bros: Entertainment;
Musik: Boris Bojadzhiev
Kamera: Sten Mende
Schnitt: Christoph Strothjohann
Besetzung: Doguhan Kabadayi; Kida Khodr Ramadan; Judith Hofmann; Mohammad Eliraqui; Derya Dilber; Dorka Gryllus; Ariella Hirshfeld; Nathalie Taly Journo; Hassan Kello; Arash Ravand; Akdeniz Talha; Christoph Letkowski

Preise/Auszeichnungen:

  • Prädikat „Besonders Wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung, Wiesbaden
  • Nominierung für den Deutschen Schauspielpreis 2021 in der Kategorie „Nachwuchs“ (Mohammad Eliraqui)

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