Film Aghet - Ein Völkermord

Aghet © Studio / Verleih

Fr, 24.04.2015

Goethe-Institut Nikosia



Über die Hintergründe des armenischen Völkemords und über die Beweggründe für das Verschweigen historischer Tatsachen

Deutschland 2010, TV-Dokumentarfilm; Regie Eric Friedler;  90 min.; Orginalfassung mit englischen Untertiteln

Anlässlich   des 100. Jahrestags des Beginns des armenischen  Völkermordes zeigt das Goethe-Institut in Nikosia den Dokumentarfilm „Aghet“ (armenisch für „Katastrophe) von Eric Friedler aus dem Jahre 2010. Der  Genozid, der von Raphael Lemkin, dem Schöpfer der 1948 von der UN verabschiedeten Anti-Genozid-Konvention, als der erste systematisch ausgeführte Völkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet wurde,  wird von offizieller Seite in der Türkei bis heute abgestritten.  Der Film beleuchtet die  Hintergründe und Beweggründe für das Verschweigen historischer Tatsachen und zeichnet den Verlauf des Völkermords auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach.

Für den international preisgekrönten Film (u.a. Grimme Preis, Deutscher Fernsehpreis, Gold Medal New York Festival) wurde in vielen internationalen Archiven (u. a. dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes, dem Johannes-Lepsius-Archiv, Library of Congress, den National Archives) geforscht und so der Verlauf des Völkermordes aus zahlreichen historischen Quellen rekonstruiert. Die Dokumente sind detaillierte Lageberichte deutscher und US-amerikanischer Diplomaten, aber auch Schilderungen Schweizer, dänischer und schwedischer Ärzte, Sozialhelfer, Lehrer, Ingenieure, Missionare, Korrespondenten und Krankenschwestern, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in der Türkei lebten und ihre Beobachtungen festhielten.

In einer minimalistischen Inszenierung verleiht ein hochkarätiges Schauspielerensemble diesen vor langem verstorbenen Zeitzeugen wieder eine Stimme. 100 Jahre nach dem Völkermord sind ihre Aussagen von beklemmender Authentizität noch einmal zu hören, werden bis heute unbesungene Heldinnen und Helden entdeckt, tragische Schicksale und die strikte Systematik eines unfassbaren Verbrechens offenbar. 

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