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Aktuelle deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur

Von Dr. Ines Galling

Logo der Ausstellung_quadrat © Goethe-Institut Papp- und Bilderbücher, Serien, Erstlesetexte, bilinguale Titel, Lyrik, Sachliteratur und Romane – in Deutschland erscheinen pro Jahr zwischen 8.000 und 9.000 Kinder- und Jugendbücher. Ungefähr ein Drittel dieser Titel sind Übersetzungen, zwei Drittel originalsprachlich. Das Spektrum der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur ist thematisch und formal weit gefächert. Es zeichnet sich durch einen klaren Zielgruppenbezug einerseits und durch offene, hybride Texte andererseits aus. Neben „Lesefutter“ mit Pferden, Prinzessinnen oder Piraten füllen Fantasy, Historienschmöker oder Liebesromane die Regale. Platz haben jedoch auch textlose Bücher, bildkünstlerisch hochwertige Märchenadaptionen, anekdotisch-amüsante gestaltete Sachbücher oder Bilderbücher und Romane über existenziell berührende Fragen, über dysfunktionale Familien, Gewalt, Krankheit oder Tod.

Als Reflex auf eine Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät, stehen zudem vermehrt Zeitgeschichte, soziale und politische Themen im Fokus. Verhandelt werden sie im Sachbuch, im Roman oder in Graphic Novels. Die „Doppelspur“ aus Text und Bild eröffnet innovative ästhetische Möglichkeiten und trägt zu einer Popularität des visuellen Erzählens bei. Im Jugendroman werden bekannte Erzählmuster aufgegriffen, es wird mit Kombinationen und Referenzen gespielt und man findet fabulierende Opulenz, hintersinnige Komik oder nüchterne Lakonie. Auf diese Weise können die Grenzen zwischen Jugend- und Erwachsenliteratur verschwimmen. Aufgeweicht werden sie jedoch auch durch die Lektürepraxis – wenn Jugendliche nicht zu Jugendbüchern, sondern zu belletristischen Titeln greifen.

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