Martin Becker empfiehlt
Die Überwindung der Schwerkraft

Heinz Helle - Die Überwindung der Schwerkraft © Suhrkamp Verlag
Ein junger Mann erinnert sich an seinen älteren Bruder, der vor Jahren gestorben ist. An die letzte gemeinsame Nacht, als sie durch die Kneipen von München zogen. Ein einziges Mal nur war er am Grab des Bruders – obwohl er wie besessen an ihn denkt. In einer endlosen Kaskade an Erinnerungen erleben wir die mäandernden Gespräche der beiden Brüder, ohne Absatz, atemlos, ein beständiger Bewusstseinsstrom, unterbrochen nur von enorm viel Bier und noch mehr Schnaps.

Heinz Helle ist mit „Die Überwindung der Schwerkraft“ ein zarter, melancholischer und bisweilen komischer Roman gelungen, der seinesgleichen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur sucht. Die Sprache, das Rhythmusgefühl, der Zeitgeist: eine wahnsinnig originelle literarische Trauerarbeit, zutiefst bewegend noch dazu. Dem Autor gelingt es jedenfalls ganz mühelos, die Schwerkraft zu überwinden. Seine Prosa ist so verdammt gut, dass sie vom ersten Satz an zu schweben beginnt.
 

Heinz Helle
Die Überwindung der Schwerkraft
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2018
ISBN: 978-3-518-42823-8
208 Seiten
 

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