Interview mit der Gewinnerin der Kategorie C1 Jelizaveta Laškevičová

Jelizaveta Laškevičová © Goethe-Institut; Foto: Valentin Fanel Badiu

Interview mit Jelizaveta Laškevičová, Schülerin des Erzbischöflichen Gymnasiums in Prag 2. Líza nahm bereits zum zweiten Mal an der nationalen Runde der Deutscholympiade teil und gewann dieses Mal in der Kategorie IIIA. Der Hauptpreis des Goethe-Instituts an Líza war ein Stipendium zur Teilnahme an der Internationalen Deutscholympiade (IDO) 2014 in Frankfurt am Main. Dort war sie zum ersten Mal, aber Líza selbst zufolge bestimmt nicht zum letzten Mal.

Líza, hat es dir nicht leidgetan, dass du zwei Wochen deiner Ferien für die IDO „opfern“ musstest? Oder hast du dich auf die IDO gefreut?

Ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen Angst, ich habe gefürchtet mich zu blamieren. Aber gleichzeitig war ich neugierig darauf, wie es sein wird.

Im multikulturellen Frankfurt sind auf der IDO fast 100 junge Menschen aus 48 Ländern zusammengekommen und ungefähr halb so viel begleitende Deutschlehrer. Wie hat dieses internationale Umfeld auf dich gewirkt?

Die Atmosphäre auf der IDO war ein Beispiel dafür, wie gut eine Gemeinschaft von Menschen aus verschiedenen Kulturen, die die gleiche Leidenschaft zu einer Sprache teilen, funktionieren kann. Die meisten Teilnehmer der IDO waren unglaublich nett und ich habe mich mit vielen angefreundet. Ich finde es schade, dass wir nie wieder in derselben Konstellation zusammen kommen werden.

Auf dem Programm standen eine Reihe von Wettbewerben, aber auch das Kennenlernen Frankfurts, Konzerte usw. Was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Hm, das ist eine schwierige Frage. Am besten hat mir wohl die Besteigung des Main Towers gefallen, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt hat. Gerade beim Blick aus dieser Höhe konnte man die für Frankfurt typische Verbindung von Altem und Neuem, der Kirchtürme und Wolkenkratzer, besonders gut sehen.

Was für ein Gefühl war es, als du bei der Verkündung der Gewinner deinen Namen gehört hast? Und wie hat deine Deutschlehrerin, die du direkt nach der Siegerehrung angerufen hast, reagiert?

Ich hatte es nicht erwartet. Am Vorabend haben meine Mitbewohnerinnen und ich noch darüber geredet, wer wohl gewinnen könnte, und mein Name wurde dabei nicht einmal erwähnt, also ich war wirklich sehr überrascht! Meine Lehrerin hat ihre Fassung viel schneller wiedergewonnen als ich.

Bei der IDO hast du ein vierwöchiges Praktikum in Deutschland im Sommer 2015 gewonnen. Zu dem Zeitpunkt wirst du auch schon dein Abitur gemacht haben. Wohin, neben dem Praktikum, werden dich deine Wege nach dem Abitur führen?

Tja ... Das ist noch ziemlich unklar, aber ich weiß, dass die deutsche Sprache mit Sicherheit eine Rolle in meiner Zukunft spielen wird.

Nicht jeder, der Deutsch in der Schule lernt, brennt darauf an der Deutscholympiade teilzunehmen. Wenn du deine Mitschüler aus den unteren Klassen zur Teilnahme an diesem Wettbewerb oder einfach zum Deutschlernen motivieren solltest, was würdest du ihnen sagen?

Ich würde ihnen wohl sagen, dass die Sprachwettbewerbe eine gute Vorbereitung für das Leben sind. Ich würde diesen Wettbewerb vor allem denjenigen empfehlen, die von Natur aus eher schüchtern und zurückhaltend sind. Durch die IDO verliert man das.


 

Die Fragen stellte Štěpánka Laňová, Goethe-Institut in Prag.
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August 2014