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18:00 Uhr
Wolfgang Müller: Die Stare von Hjertøya singen Kurt Schwitters
Ausstellung|Ausstellung der Walther von Goethe Foundation
-
Goethe-Institut Tschechien, Prag
- Preis Eintritt frei
„Die Stare von Hjertøya singen Kurt Schwitters“ ist der Titel der Ausstellung von Wolfgang Müller, in der Vogelkunde auf Dada trifft und das Goethe-Institut erstmals mit der Walther von Goethe Foundation mit Sitz in Reykjavík und Berlin kooperiert.
Bei der Vernissage am 14.10. erklang der dadaistische Text von Kurt Schwitters „Ursonate“, vorgetragen von den Dichtern Jaromír Typlt und Pavel Novotný.
Es war ein Aufenthalt in Prag im September 1921, bei dem der Dada-Künstler Kurt Schwitters von der Lautpoesie seines Kollegen Raoul Hausmann die ausschlaggebende Inspiration für seine „Ursonate“, dem wohl berühmtesten dadaistischen Lautgedicht, erhielt.
Über 70 Jahre später reist der Berliner Konzept-Künstler, Vogel-Liebhaber und Schwitters-Enthusiast Wolfgang Müller auf die norwegische Insel Hjertøya. Eigentlich will er die Hütte fotografieren, in der Schwitters seit 1932 seine Sommer verbrachte. Während der Dokumentation der Überreste von Schwitters Kunstobjekten innerhalb des Häuschens macht Müller allerdings eine überaus kuriose Entdeckung: Die Stare von Hjertøya zwitschern nicht einfach nur fröhlich vor sich hin. Vielmehr erkennt der Künstler im Gesang der Vögel eine Imitation von Schwitters‘ Ursonate. Die Aufnahmen dieser Starengesänge stellt Müller im Jahr 2000 zusammen mit den Fotografien von Schwitters‘ Hjertøya-Merzbau in der Berliner Galerie „Katze 5“ aus.
Eine absurde Wendung bringt ein auf die Berliner Ausstellung reagierendes Schreiben der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, die den Nachlass des Dada-Künstlers verwalten. Der Verlag vermutet in den von Müller aufgenommenen Vogelstimmen eine Urheberrechtsverletzung. Müllers Hinweis auf die Schwierigkeit, die betroffenen Stare zum Einstellen der Rezitation des urheberrechtlich geschützten Klangmaterials zu überzeugen, führt schließlich zu einem bemerkenswerten Urteil des Max-Planck-Instituts für Geistiges Eigentum: Da es sich bei den Aufnahmen um Naturgeräusche handelt, ist hier keineswegs von einer Urheberrechtsverletzung auszugehen. Von juristischer Seite steht der Ausstellung sowie der weiteren freien Rezitation der Ursonate durch die folgenden Starengenerationen auf Hjertøya nichts mehr im Wege.
Wolfgang Müller (* 24. Oktober 1957 in Wolfsburg) ist ein deutscher Künstler, Musiker und Autor. Heute lebt er abwechselnd in Berlin und Reykjavík. 1980 gründete er gemeinsam mit Nikolaus Utermöhlen die West-Berliner Künstler- und Musikgruppe "Die Tödliche Doris", der zeitweise auch Chris Dreier, Dagmar Dimitroff, Käthe Kruse oder Tabea Blumenschein angehörten. 1982 gab er im Merve-Verlag das Buch Geniale Dilletanten (in Nachfolge des Festival Genialer Dilletanten) mit Beiträgen u. a. von Gudrun Gut, Matthias Roeingh (später bekannt als Dr. Motte), Tabea Blumenschein, Blixa Bargeld und Frieder Butzmann heraus. Das Buch wurde zum Manifest einer jungen West-Berliner Künstler- und Musikerszene. Seit 1990 beschäftigt er sich mit Island und seiner Kultur. 1998 gründete er nach der Schließung des offiziellen Goethe-Instituts in Reykjavík das weltweit erste „private Goethe-Institut“ im Living Art Museum von Reykjavík, eine Kunstaktion, die er im Jahr 2002 nach Einspruch aus der Rechtsabteilung des Goethe-Instituts München in Walther von Goethe Foundation umbenennen musste.
Bei der Vernissage am 14.10. erklang der dadaistische Text von Kurt Schwitters „Ursonate“, vorgetragen von den Dichtern Jaromír Typlt und Pavel Novotný.
Es war ein Aufenthalt in Prag im September 1921, bei dem der Dada-Künstler Kurt Schwitters von der Lautpoesie seines Kollegen Raoul Hausmann die ausschlaggebende Inspiration für seine „Ursonate“, dem wohl berühmtesten dadaistischen Lautgedicht, erhielt.
Über 70 Jahre später reist der Berliner Konzept-Künstler, Vogel-Liebhaber und Schwitters-Enthusiast Wolfgang Müller auf die norwegische Insel Hjertøya. Eigentlich will er die Hütte fotografieren, in der Schwitters seit 1932 seine Sommer verbrachte. Während der Dokumentation der Überreste von Schwitters Kunstobjekten innerhalb des Häuschens macht Müller allerdings eine überaus kuriose Entdeckung: Die Stare von Hjertøya zwitschern nicht einfach nur fröhlich vor sich hin. Vielmehr erkennt der Künstler im Gesang der Vögel eine Imitation von Schwitters‘ Ursonate. Die Aufnahmen dieser Starengesänge stellt Müller im Jahr 2000 zusammen mit den Fotografien von Schwitters‘ Hjertøya-Merzbau in der Berliner Galerie „Katze 5“ aus.
Eine absurde Wendung bringt ein auf die Berliner Ausstellung reagierendes Schreiben der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, die den Nachlass des Dada-Künstlers verwalten. Der Verlag vermutet in den von Müller aufgenommenen Vogelstimmen eine Urheberrechtsverletzung. Müllers Hinweis auf die Schwierigkeit, die betroffenen Stare zum Einstellen der Rezitation des urheberrechtlich geschützten Klangmaterials zu überzeugen, führt schließlich zu einem bemerkenswerten Urteil des Max-Planck-Instituts für Geistiges Eigentum: Da es sich bei den Aufnahmen um Naturgeräusche handelt, ist hier keineswegs von einer Urheberrechtsverletzung auszugehen. Von juristischer Seite steht der Ausstellung sowie der weiteren freien Rezitation der Ursonate durch die folgenden Starengenerationen auf Hjertøya nichts mehr im Wege.
Wolfgang Müller (* 24. Oktober 1957 in Wolfsburg) ist ein deutscher Künstler, Musiker und Autor. Heute lebt er abwechselnd in Berlin und Reykjavík. 1980 gründete er gemeinsam mit Nikolaus Utermöhlen die West-Berliner Künstler- und Musikgruppe "Die Tödliche Doris", der zeitweise auch Chris Dreier, Dagmar Dimitroff, Käthe Kruse oder Tabea Blumenschein angehörten. 1982 gab er im Merve-Verlag das Buch Geniale Dilletanten (in Nachfolge des Festival Genialer Dilletanten) mit Beiträgen u. a. von Gudrun Gut, Matthias Roeingh (später bekannt als Dr. Motte), Tabea Blumenschein, Blixa Bargeld und Frieder Butzmann heraus. Das Buch wurde zum Manifest einer jungen West-Berliner Künstler- und Musikerszene. Seit 1990 beschäftigt er sich mit Island und seiner Kultur. 1998 gründete er nach der Schließung des offiziellen Goethe-Instituts in Reykjavík das weltweit erste „private Goethe-Institut“ im Living Art Museum von Reykjavík, eine Kunstaktion, die er im Jahr 2002 nach Einspruch aus der Rechtsabteilung des Goethe-Instituts München in Walther von Goethe Foundation umbenennen musste.
PRAG, 19|09|2016. Der markante Künstler und Musiker Wolfgang Müller stellt im Prager Goethe-Institut eine Ausstellung vor, in der Ornithologie auf Dada trifft. Anlass sind die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum des Dadaismus, zu dessen führenden Vertretern auch der deutsche Maler, Dichter, Grafiker und Liebhaber alles Gefiederten Kurt Schwitters (1887-1948) gehörte.
© Goethe-Institut
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Ort
Goethe-Institut Tschechien
Masarykovo nábřeží 32
110 00 Prag
Tschechien
Masarykovo nábřeží 32
110 00 Prag
Tschechien
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Goethe-Institut Tschechien
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110 00 Prag
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