Diskussion Reiner Stach: Kafka – die frühen Jahre

 © Argo

Mo, 20.03.2017

Goethe-Institut Prag

Masarykovo nábřeží 32
110 00 Praha 1

Reiner Stach und Vratislav J. Slezák. Moderation: Jiří Peňás

Kafka – die frühen Jahre ist der erste Band der dreiteiligen Biographie über Franz Kafka von Reiner Stach. Das Buch umfasst Kafkas Kindheit und Jugend, Studium und die ersten Berufsjahre und zeichnet gleichzeitig ein großartiges Zeitpanorama der Geburtsstadt des Schriftstellers, der Habsburger Monarchie und ganz Mitteleuropas. Die frühen Jahre Kafkas (1883–1911) waren keine ruhige Zeit. Es entstanden neue Medien und Technologien – Autos, erste Flugzeuge, Fließarbeit, Telefon… Das alles beschleunigte und veränderte das alltägliche Leben.  Prag war auch ein Zentrum von leidenschaftlichen nationalen Auseinandersetzungen und Spannungen, die sich auch auf die jüdische Bevölkerung entluden. In dieser Periode erkämpfte sich Franz den Weg zu seiner geistigen Selbständigkeit und dem eigenen literarischen Schaffen – entgegen der Erwartung der Familie und nicht selten auch der Ratschläge der Freunde.
Das Buch erscheint in tschechischer Übersetzung von Vratislav J. Slezák im Verlag ARGO. Der Verlag bereitet zur Veröffentlichung auch die weiteren zwei Bände: Kafka – Jahre der Entscheidungen und Kafka – Jahre der Erkenntnis.
Die Biographie genießt die Anerkennung eines neuen Standardwerks, fand große Beachtung in deutschsprachigen Ländern und im Ausland und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Die tschechische Übersetzung erscheint mit Förderung des Prager Goethe-Instituts, des Zukunftsfonds und der Stadt Prag
 
Reiner Stach, geboren 1951 in Rochlitz (Sachsen), arbeitete nach dem Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Mathematik und anschließender Promotion zunächst als Wissenschaftslektor und Herausgeber von Sachbüchern. 1987 erschien seine Monographie Kafkas erotischer Mythos. 1999 gestaltete Stach die Ausstellung Kafkas Braut (Frankfurt, Wien, Prag), in der er den Nachlass Felice Bauers präsentierte, den er in den USA entdeckt hatte. 2002 und 2008 und 2014 erschienen die Bände der hochgelobten dreiteiligen Kafka-Biographie in der Reihenfolge: Kafka. Die Jahre der Entscheidungen (über den Zeitraum 1910-1915), Kafka. Die Jahre der Erkenntnis (1916-1924) und Kafka. Die frühen Jahre (1883–1911). Für sein herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biographik erhielt Reiner Stach 2016 den Joseph-Breitbach-Preis.
 
Vratislav Jiljí Slezák (geb. 1932 in Neratovice), Übersetzer
Er studierte Germanistik und Polonistik an der Philosophischen Fakultät der Palacký-Universität in Olomouc. In den sechziger Jahren war er kurz im Kultusministerium tätig, danach arbeitete er hauptsächlich als Sprachlehrer an Hochschulen. Neben Werken von Hermann Hesse übersetzte er die Werke z.B. Peter Handkes, Walter Niggs, Thomas Bernhards, Heinrich v. Kleists, Friedrich Dürrenmatts, Heinrich Bölls, Gustav Meyrinks, neu Thomas Manns (Tod in Venedig, Der Zauberberg). 2013 wurde ihm der Staatliche Übersetzerpreis der Tschechischen Republik verliehen.
 
Jiří Peňás (geb. 1966 in Prostějov), Kulturjournalist und Literaturkritiker
In den 90er Jahren arbeitete er für die Tageszeitungen Prostor, Mladá Fronta und Lidové noviny, später leitete er die Kulturrubrik der tschechischen Zeitschriften Respekt und Týden. Nach einigen Jahren in der Redaktion der Tageszeitung Lidové noviny schreibt er heute für die Zeitschrift Echo und seine Internetausgabe Echo 24. Im Jahre 2013 wurde er mit dem Ferdinand-Peroutka-Preis ausgezeichnet.
 
 

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