21.-27.01.2019 Werkstätten – das künstlerische Talent erwacht

Gruppenfoto – Kursteilnehmende und ihr Betreuer-Team
Kursteilnehmende und ihr Betreuer-Team | Foto: Goethe-Institut/Jugendkurs Berlin-Wannsee

Nachdem die Nelson Mandela willkommen geheißt wurde, ging es zusammen mit den Goethe-Schüler/innen an die Arbeit. Die Projektgruppen waren unterteilt in Kunst, Film, schwarz-weiß Fotografie, Musik und Tanz. Alle Gruppen bestanden sowohl aus Nelson Mandela Schüler/innen als auch aus den Goethe-Schüler/innen.

Nach einer Woche Projektarbeiten konnte sich die Ergebnisse sehen lassen. Die Musikgruppe begeisterte mit eindrucksvollen Solostimmen, aufbauendem Chorus und elektronischer Musik frisch vom Mischpult. Die Tanzgruppe zeigte ausdrucksstarke Tanzschritte, die an asiatische Kampfkünste wie Tai-Chi und Qigong erinnerten mit überraschenden Elementen. Ein Tänzer fiel aus dem Schrank, einer aus dem Regal, mit einem Plakat getarnt. Dies sorgte für einen kurzen Adrenalinmoment beim Publikum.

Die Theatergruppe glänzte durch eine inspirierende Darstellung bzw. Aushandlung des Willens des Individuums im Gruppenkontext. Die Frage, die die einzelnen Szenen des Theaterstückes aufwarf, lautete: wie viel Individualismus und Andersartigkeit toleriert die Gesellschaft als Gruppe gegenüber dem Einzelnen?  Das Stück zeigt zudem auch die Gefahren und Konsequenzen von fehlendem Individualismus auf. Alle folgten in einer Szene blind der Person, die aufgrund ihrer zuschaugestellten Selbstüberzeugung den Ton angab. „Aus der Reihe tanzen“ wurden sofort sanktioniert. Gleichzeitig zeigte das Stück für blindes Mitschwimmen ohne zu hinterfragen eine Lösung auf. Es braucht genug Leute, die aus der Reihe tanzen, damit es die Gruppe und die Führung als solches beeinflusst.

Die Kunstgruppe begeisterte mit erstaunlichen Skulpturen und abstrakter Kunst auf Leinwand. Für viele die erste Berührung mit Kunst überhaupt, umso erstaunlicher die Ergebnisse. Eine Teilnehmerin begeisterte mit einer kreativen Darstellung einer orange schimmernden Qualle als Skulptur mit einem Meeresgrund aus Tonscherben. Der Scheinwerfer spiegelte die Sonne wieder, die auf die Wasseroberfläche scheint. Eine andere Teilnehmerin stellte eine weiße Hand auf roten Untergrund dar. Es wirkte als verwandle sich das tiefe Rot, dass an Blut erinnert an den Fingerspitzen der Hand in rote Rosen.

Die Filmgruppe beschäftigte sich auch mit der Auseinandersetzung des Ichs mit dem Wir, was das Oberthema für alle Gruppen darstellte. Diese Aushandlung wurde authentisch in einem Kurzfilm dargestellt, in dem die Gedanken der Darstellerin für das Publikum zu hören waren. Ihre Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen, wie auch ihre durch die Gesellschaft verursachten Minderwertigkeitskomplexe konnten somit optimal zum Ausdruck gebracht werden und berührten dabei das ganze Publikum. Im Speziellen fanden überzogene Schönheitsideale und ihr Umgang damit Erwähnung. Die Gesellschaft wurde eine Fremde ihr nicht eigene Stimme dargestellt, die ihr mal leise, mal unterwartet, mal energisch zu ihr spricht.

Schwarz-Weiß Fotografie hatte das Thema Familie zum Schwerpunkt. Hier wurden Familienportraits im Stile der sechziger Jahre auf Leinwänden dargestellt. Man fühlte sich beim Betrachten der Bilder in der Zeit zurückversetzt. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Jugendlichen sich alle selbst übertroffen haben und gleichzeitig durch ihre Darstellungen sich selbst auf eine künstlerische Art weiterentwickeln konnten. Alles in allem eine erstaunliche Darstellung künstlerischer Leistung.

Am Freitag mussten die KursteilnehmerInnen dann schon wieder Abschied nehmen. Von ihren neu gewonnenen Freunden. Es war ein emotionaler Tag, denn auch das Kursende stand bevor. Drei Wochen voller Frieden, Harmonie, Ereignis, Spaß, Miteinander und respektvollem Umgang gingen vorbei. Es war eine großartige Zeit, die hoffentlich unvergessen bleibt.

Der Winterkurs Berlin-Wannsee sagt: „Danke und Auf Wiedersehen!“