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WELT – OFFEN – (GE)DENKEN
#WOD-Plakataktion in Dresden

  • Memory is black © Sergio Beltrán-García
    MEMORY IS BLACK
  • Memory is white © Sergio Beltrán-García
    MEMORY IS WHITE
  • Memory is multicoloured © Sergio Beltrán-García
    MEMORY IS MULTICOLOURED
In Gedenken an die Zerstörung Dresdens im 2. Weltkrieg lud die Plakataktion von #WOD – Weltoffenes Dresden vom 09.02.-20.02.2022 zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den Ereignissen vom 13. Februar 1945 ein.

In den vergangenen Jahren hat der Zusammenschluss der Dresdner Kunst- und Kulturinstitutionen #WOD – Weltoffenes Dresden mit den Themenkomplexen Erinnern und Vergessen Brücken aus der Vergangenheit in die Gegenwart geschlagen, um zu (be-)fragen, wie ein gemeinsames Morgen aussehen kann. Das gemeinsame Gedenken steht im Jahr 2022 unter dem Thema des Friedens. Begleitet von dem Motto "WELT – OFFEN – (GE)DENKEN" richtete das Projekt den Blick auf Menschen, die an vielen Orten in der Welt im Wissen um die Vergangenheit im Heute eine gemeinsame friedliche Zukunft gestalten wollen.

Die diesjährige #WOD-Plakataktion wurde durch das Zentrum für Internationale Kulturelle Bildung des Goethe-Instituts Dresden und durch die Landeshauptstadt Dresden gefördert. Der Beitrag des Goethe-Instituts stammt von dem mexikanischen Künstler Sergio Beltrán García und ist ausgehend von dem Projekt „Gestaltung der Vergangenheit“ des Goethe-Instituts, der Bundeszentrale für politische Bildung und des nordamerikanischen Monument Labs entstanden.
 
© Micha Rudolph
Sergio Beltrán-García ist Architekt, Aktivist und Wissenschaftler in Mexiko City und beschäftigt sich mit ästhetischen und politischen Praktiken zur Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen und ihrer rechtlichen Verfolgung. Erinnerung bildet hierbei den Ausgangspunkt seiner Arbeit.

Mit seinem für die #WOD-Plakataktion 2022 konzipierten Beitrag "MEMORY IS MULTICOLOURED" möchte der mexikanische Aktivist das Bewusstsein der Betrachter*innen dafür schärfen, wie Denkmäler und Gedenkstätten als Propaganda eingesetzt werden, um damit die Komplexität menschlicher Erfahrungen zu reduzieren, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und den Protest einzuschränken. Die Erinnerung gibt der Vergangenheit in der Gegenwart einen Sinn, um unsere Zukunft zu verändern und sie kann sowohl als emanzipatorisches Werkzeug als auch als Waffe gegen die Friedensförderung eingesetzt werden.

Passant*innen in Dresden und Besucher*innen der #WOD-Plakataktion wurden eingeladen, die obere Plakatschicht – schwarz gegen weiß oder gut gegen böse – zu entfernen, um darunter eine Botschaft mit unendlich vielen Schattierungen und Farben freizulegen "MEMORY IS MULTICOLOURED", inspiriert von Michael Rothbergs bedeutsamem Konzept der multidirektionalen Erinnerung*, das darauf abzielt, ein konkurrierendes Verständnis von Erinnerung zugunsten einer Koexistenz hinter sich zu lassen. Die enthüllte Fläche zeigte zudem einen Auszug aus dem UN-Bericht** über die Förderung von Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und über Garantien der Nicht-Wiederholung.

Es ist ein Text, der vor den Gefahren einer Verwendung der Erinnerung als Waffe in sozialen Netzwerken warnt und die Notwendigkeit unterstreicht, das Recht auf Information mit dem Verbot der Aufstachelung zum Hass, der strafrechtlichen Verantwortung von Ideolog*innen und Propagandist*innen, der Verantwortung der Medien für die Abbildung von Fake News und der Notwendigkeit einer verstärkten Medienerziehung zur Bekämpfung von Extremismus in Einklang zu bringen.

Mit der Kunstinstallation entstand ein Rahmen für die Schaffung einer mehrfarbigen, dialogischen und multidirektionalen Erinnerung.
Memory is multicoloured © Sergio Beltrán-García #WOD – Weltoffenes Dresden reflektierte das Verhältnis von Geschichte, Gegenwart und Zukunft und machte die zentralen Plätze der Stadt als Orte des gemeinsamen Dialogs erlebbar. Das gesamte Programm finden Sie auf der #WOD-Website: WELT - OFFEN - (GE)DENKEN. Weltoffenes Dresden



*) Rothberg, Michael. Multidirectional Memory: Remembering the Holocaust in the Age of Decolonization. Cultural Memory in the Present. Stanford, Calif: Stanford University Press, 2009.

**) General Assembly, United Nations. “Memorialization Processes in the Context of Serious Violations of Human Rights and International Humanitarian Law: The Fifth Pillar of Transitional Justice,” September
7, 2020. https://undocs.org/A/HRC/45/45.

#WOD Weltoffenes Dresden ist ein 2014 gegründeter, offener Zusammenschluss von Kulturinstitutionen in Dresden: "Gemeinsam treten wir für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft ein. Gemeinsam setzen wir Zeichen für einen achtsamen Umgang mit unserer demokratisch verfassten freiheitlichen Gesellschaft und ihrer Kultur."


>> Pressemappe #WOD
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