30 Jahre Goethe-Institut Dresden
Das Goethe-Institut – einer der internationalsten Standorte in Dresden mit viel Geschichte!
Das Goethe-Institut Dresden ist seit seiner Gründung vor 30 Jahren ein einmaliger Lern- und Erfahrungsort für Menschen, die Deutsch lernen, Deutschland kennenlernen und sich mit Deutschen austauschen möchten – und das, obwohl Deutsch bekanntlich keine ganz einfache Sprache ist.In 30 Jahren haben hier über 35.000 Menschen aus aller Welt Deutsch gelernt. Sie kamen mit verschiedenen Sprachen, verschiedenen Kulturen, verschiedenen Gewohnheiten – und gingen alle mit derselben Frage: „Warum heißt es der, die oder das?“ Hinzu kommen ca. 1.200 jugendliche Teilnehmer*innen an unseren Sommerkursen, etwa 4.500 Teilnehmer*innen an Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte und über 20.000 Teilnehmer*innen an Prüfungen.
Besonders am Goethe-Institut Dresden ist nicht nur das Sprachkurs- und Kulturangebot, sondern auch die lange und wechselhafte Geschichte des historisch bedeutsamen Gebäudes mitten im bunten und diversen Szeneviertel Neustadt. Das Haus in der Königsbrücker Straße 84 hat in seinen über hundert Jahren schon einiges erlebt: 1911 wurde es als Soldatenheim eingeweiht und diente nach dem Zweiten Weltkrieg dem Sächsischen Landtag als Ausweichquartier und später der Nationalen Volksarmee als Kulturhaus. Seit 1996 wird hier statt Befehlen aber lieber Konjunktiv geübt – und das mit deutlich mehr Freude. Heute bietet es mit seiner Nähe zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten der Altstadt und kurzen Wegen in die alternative und studentische Subkultur der Neustadt Kursteilnehmer*innen einen unvergesslichen Aufenthalt.
Dresden – Sprache trifft Stadtleben und Wissenschaft
Dresden ist mit seiner Vielzahl an Kultur- und Bildungseinrichtungen, darunter elf Hochschulen und mehrere Max-Planck-Institute, nicht nur besonders traditionsreich, sondern auch Zentrum einer der ökonomisch dynamischsten Regionen in Deutschland. Viele junge Akademiker*innen und Forscher*innen kommen nach Dresden wegen dessen herausragender Rolle in Wissenschaft und Spitzentechnologien.Damit ist die Stadt ein idealer Standort für eine Einrichtung, die sich der Sprach- und Kulturvermittlung verschrieben hat. Das Goethe-Institut Dresden ist gut vernetzt mit den relevanten Akteur*innen der Kultur-, Wirtschafts- und Bildungslandschaft. Neben den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Semperoper Dresden und der Initiative "Weltoffenes Dresden" arbeitet das Goethe-Institut Dresden auch mit dem Institut Français zusammen und ist Akteur im Netzwerk „Wirtschaft für ein Weltoffenes Dresden“ und es ist Mitglied im Verbund des „Hochschulsportzentrum Dresden“.
Die Menschen hinter den Kursen
So viele Kursteilnehmer*innen wir haben, so vielfältig sind auch deren Motive, Deutsch zu lernen. Seit einem Jahr nimmt ein Kursteilnehmer aus Japan an unseren Intensivkursen teil – mit einem klaren Ziel: Er möchte später als Journalist für eine japanische Zeitung aus Deutschland berichten. Auch unter anderen Kursteilnehmer*innen finden sich beeindruckende Lebensläufe: Eine Ärztin aus Saudi-Arabien, die dort als Allgemeinmedizinerin gearbeitet hat, bereitet sich seit fast einem Jahr in Dresden auf ihre Facharztausbildung vor. Und dann ist da noch ein Mediziner aus Venezuela, der nebenbei Musiker ist und seine Mitlerner*innen regelmäßig zu Konzerten einlädt. Solche Menschen sind für das Goethe-Institut besonders wertvoll: Sie sorgen für eine lebendige Gemeinschaft, die weit über den Kursraum hinausgeht.Auch die Wissenschaft ist vertreten: Eine Umweltchemikerin aus Indien, die als Doktorandin am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf forscht, pendelt eigens von Leipzig nach Dresden, um hier Deutsch zu lernen. Sänger*innen der Semperoper und andere Wissenschaftler*innen aus aller Welt tragen ebenfalls dazu bei, dass am Goethe-Institut eine einzigartige internationale Atmosphäre und Gemeinschaft entsteht.
Im Juni dieses Jahres besuchten uns außerdem zwei 84-jährige Herren aus Japan und den Vereinigten Staaten. Einer von ihnen war zuletzt vor mehr als 35 Jahren in Dresden – damals noch zu DDR-Zeiten. Die Erinnerung an die Stadt von einst und das Staunen über das heutige Dresden bewegten ihn sichtlich. Im Sommer kamen zudem viele Studierende aus den USA, Mexiko und Estland über Universitäts- oder andere Stipendien nach Dresden. Und während früher die Intensivkurse tagsüber den Ton angaben, sind es heute zunehmend auch Abend- und Samstagskurse, die viele in Dresden ansässige Sprachkursteilnehmer*innen ins Goethe-Institut bringen.
Neben allgemeinen Sprachkursen bieten wir auch spezifische Fortbildungen für Lehrkräfte an. Im Juni etwa lernten in einer solchen Gruppe Teilnehmer*innen aus Myanmar, Nepal, Indien, China, Usbekistan und Armenien gemeinsam – ein eindrucksvolles Bild dafür, wie viele Teile der Welt das Goethe-Institut Dresden zusammenbringt. Unsere Kursteilnehmer*innen bringen dabei nicht nur eine wunderbare kulturelle Vielfalt mit, sondern auch Süßigkeiten, Fotos und Geschichten aus ihren Heimatländern.
Dabei sind es nicht nur die Besucher*innen, die unser Haus bereichern, sondern auch unser Team verbinden besondere Momente mit dem Goethe-Institut. Unser Haustechniker ist seit den ersten Tagen des Goethe-Instituts mit dabei. Er war der erste Mitarbeiter, den das Institut anstellte – noch bevor die Eröffnung stattfand und als das ehemalige NVA-Haus eine einzige Baustelle war. Er erinnert sich gut an die Sommerkurse 1996 und 1997 und an den 28. August 1996, als der Oberbürgermeister und der Sächsische Ministerpräsident zur Eröffnungsfeier kamen. Zum ganzjährigen Betrieb wurde das Institut erst 1998. Was sich seitdem verändert hat? Früher haben einige Mitarbeitende tatsächlich im Haus gewohnt, das Institut war also im wahrsten Sinne ein richtiges Zuhause. Die Begeisterung der Kursteilnehmer*innen aber, so erzählen alle, die das Haus schon lange begleiten, sei geblieben und habe in den letzten Jahren sogar stetig zugenommen.
Deutsch lernen – im internationalen Austausch
Neben dem eigentlichen Sprachunterricht ist es uns ein wichtiges Anliegen, unseren Kursteilnehmer*innen einen Zugang zu Leben und Kultur in Dresden zu vermitteln. Gemeinsame Kino- und Theaterabende, Führungen im historischen Zentrum, Besuche der Gemäldegalerie Alte Meister oder Ausflüge nach Pillnitz oder in die Sächsische Schweiz gehören ebenso dazu wie der gemeinsame Spieleabend, der die Möglichkeit bietet, miteinander ins Gespräch zu kommen.Mindestens genauso wichtig wie die Sprache selbst ist nämlich das gegenseitige Kennen- und Schätzenlernen: Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen verbringen hier gemeinsam Wochen, manchmal Monate – und entdecken dabei, wie viel sie verbindet. Gerade in Zeiten, die politisch schwieriger und aufgeregter geworden sind, ist das keine Selbstverständlichkeit. Dass Menschen aus aller Welt hier zusammenkommen und eine echte Gemeinschaft bilden, ist vielleicht das Schönste an unserer Arbeit – und der Grund, warum wir sie mit so viel Freude und Engagement fortsetzen.
Auf die nächsten 30 Jahre!