Deutsche Filmtage 2022

Filmfestival

  • Grand Teatret (Kopenhagen), Øst for Paradis (Aarhus), Cafe Biografen (Odense)

Thomas Brasch (Albrecht Schuch) überreicht Katharina Thalbach (Jella Haase) sein eigens für sie geschriebenes Stück. © Peter Hartwig/​Zeitsprung Pictures/​Wild Bunch Germany

Willkommen zu einer weiteren Runde der Deutschen Filmtage in Kopenhagen, Aarhus und Odense! Den Anfang macht das witzige und selbstironische Regiedebüt Nebenan von Schauspieler Daniel Brühl nach einem Drehbuch von Daniel Kehlmann, gefolgt von einem starken und repräsentativen Blick auf das deutsche Kino der Gegenwart.

Weitere Informationen zu den einzelnen Filmen finden Sie unten im Text. Ganz besonders freuen wir uns darüber, Ihnen zum zweiten Mal in Folge eine Sondervorführung eines historischen Films mit einem speziell für unsere Vorführung komponierten Soundtrack präsentieren zu können - dieses Jahr ist es Carl Th. Dreyers deutsche Verfilmung von Herman Bangs Mikaël, für die Yael Acher-Modiano eine neue Tonspur komponiert hat. Sie wird live in Kopenhagen und Aarhus performen. Außerdem wird die Regisseurin Franziska Stünkel zu Gast sein, die den aufrüttelnden Film Nahschuss mit Lars Eidinger in der Hauptrolle gedreht hat. Franziska Stünkel wird bei der Vorführung in Kopenhagen anwesend sein und über den Film und ihre Arbeit sprechen.

Alle Filme werden auf Deutsch mit englischen oder dänischen Untertiteln gezeigt.

Die Deutschen Filmtage sind eine Zusammenarbeit vom Goethe-Institut, Grand Teatret / Camera Film, der Deutschen Botschaft und Copydan Verdens TV.

Mit freundlicher Unterstützung von German Films und der Stadt Odense sowie der BEUMER Group, World Translation A/S, Focus Advokater P/S, Kulturgesellschaft Aarhus, Femern A/S, Deutsche Zentrale für Tourismus und Manfred & Co. 

Nebenan von Daniel Brühl


Der Schauspieler Daniel Brühl gibt sein Regiedebüt mit einem raffinierten und herrlich selbstironischen Film nach dem Drehbuch von Daniel Kehlmann. Ein berühmter Schauspieler (Brühl selbst) geht in eine Kneipe, wo er mit Bruno (Peter Kurth aus Babylon Berlin) ins Gespräch kommt. Bruno entpuppt sich nicht nur als Daniels Nachbar, sondern auch als jemand, der mehr über Daniels Leben weiß, als es gut ist. Bruno hat schon vor dem Mauerfall und vor der Gentrifizierung des Viertels in Prenzlauer Berg gelebt, während Daniel ein Neuankömmling ist, der sich in einem mondän-neureichen Stil eingerichtet hat - bis hin zum privaten Aufzug zum Penthouse.

Grand Teatret Kopenhagen, Sonntag, 24. April, 19:15 Uhr & Montag, 25. April, 16:40 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Sonntag, 24. April, 19:00 Uhr
Cafe Biografen Odense, Sonntag, 24. April, 19:00 Uhr

Nahschuss von Franziska Stünkel


Wir schreiben das Jahr 1981 in Ost-Berlin, und der idealistische Wissenschaftler Franz (Lars Eidinger) arbeitet für die Stasi. Mit der Zeit beginnt er jedoch, seine Arbeit in Frage zu stellen, und schon bald läuft er Gefahr, wegen Verrats verurteilt zu werden. Basierend auf der wahren Geschichte der letzten Hinrichtung in der DDR ist Nahschuss eine packende, authentische Darstellung der harten Realität, die das DDR-Regime prägte. Die Regisseurin Franziska Stünkel wird bei der Vorführung im Grand Teater anwesend sein, und der Autor und Filmexperte Steen Bille wird das Gespräch mit ihr moderieren.

Grand Teatret Kopenhagen, Montag, 25. April, 18:30 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Mittwoch, 27. April, 18:30 Uhr
Cafe Biografen Odense, Montag, 25. April, 18:30 Uhr

Grosse Freiheit von Sebastian Meise


Hans (Franz Rogowski) hat das Konzentrationslager überlebt, aber im Nachkriegsdeutschland wird er wegen seiner Sexualität immer wieder inhaftiert. Auf der Grundlage des berüchtigten Paragrafen 175, der Homosexualität als illegal definierte (und von 1871 bis 1994 Teil des deutschen Strafgesetzbuchs war), werden Hans' Träume von Freiheit systematisch zerstört. Die einzige stabile Beziehung in seinem Leben wird sein Zellengenosse Viktor (Georg Friedrich), der wegen Mordes verurteilt wurde. Die deutsch-österreichische Koproduktion war Österreichs diesjähriger Oscar-Kandidat.

Grand Teatret Kopenhagen, Montag, 25. April, 21:30 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Montag, 25. April, 21:00 Uhr

Der Maler von Oliver Hirschbiegel


Der Film spielt im Atelier des Künstlers Albert Oehlen, und es sind seine Bilder, die wir an den Wänden sehen. Albert Oehlen war in seinen Anfangsjahren ein wichtiger Repräsentant der Neuen Wilden. Im Film ist es jedoch der Schauspieler Ben Becker, der in einer Glanzleistung den prätentiösen Künstler spielt und mit Kunstwerken und Zuschauer*innen in einen bewusst übertriebenen Dialog voller Klischees tritt, der im Kontrast zu der von Charlotte Rampling gesprochenen Tonspur steht. Albert Oehlen selbst und der Schauspieler Ben Becker haben gemeinsam das Drehbuch verfasst.

Grand Teatret Kopenhagen, Dienstag, 26. April, 16:40 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Dienstag, 26. April, 17:00 Uhr
Cafe Biografen Odense, Dienstag, 26. April, 18:00 Uhr

Lieber Thomas von Andreas Kleinert


Der Schriftsteller Thomas Brasch (Albrecht Schuch) wächst in der DDR auf, wo er sich als Autor, Träumer und Rebell austobt. Als 1968 sowjetische Panzer in die Tschechoslowakei einmarschieren und den Prager Frühling niederschlagen, schließen sich Thomas und seine Freundin Sanda (Ioana Jacob) in Berlin einer Studentendemonstration an. Das führt dazu, dass Thomas' Vater, der Partisanensoldat Horst, seinen eigenen Sohn bei der Stasi anzeigt und Thomas ins Gefängnis kommt. Nach seiner Entlassung flieht Brasch nach West-Berlin und schreibt weiter. Vor der Vorstellung gibt die Germanistikdozentin Anna Lena Sandberg (KU) eine Einführung in Leben und Werk von Schriftsteller Thomas Brasch.

Grand Teatret Kopenhagen, Dienstag, 26. April, 19:00 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Dienstag, 26. April, 19:00 Uhr
Cafe Biografen Odense, Mittwoch, 27. April, 20:00 Uhr

AEIOU — Das schnelle Alphabet der Liebe von Nicolette Krebitz


Als der junge Adrian (Milan Herms) die Schauspielerin Anna (Sophie Rois) mittleren Alters überfällt und ausraubt, beginnt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Denn als Anna einem sprachbehinderten jungen Mann helfen will, erkennt sie ihn schnell als ihren Angreifer. Von da an nimmt die Handlung einige unvorhersehbare und geradezu bizarre Wendungen, die das unglückliche Paar sowohl zusammen als auch wieder auseinander bringen.

Grand Teatret Kopenhagen, Mittwoch, 27. April, 16:40 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Mittwoch, 27. April, 16:40 Uhr
Cafe Biografen Odense, Montag, 25. April, 21:00 Uhr

Mikaël von Carl Th. Dreyer – Mit Livemusik von Yael


Carl Th. Dreyers meisterhafter deutscher Stummfilm von 1924 wird von einem brandneuen Soundtrack begleitet, den Yael Acher-Modiano eigens für diesen Anlass komponiert und eingespielt hat. Die Geschichte des Künstlers Claude Zoret und seines Lieblingsmodells Mikaël, den er zu seinem Adoptivsohn gemacht hat, basiert auf einem Roman von Herman Bang aus dem Jahr 1904. Eine russische Prinzessin, Lucia Zimakof, bittet den Meister, ihr Porträt zu malen, und es dauert nicht lange, bis sie Mikaël verführt hat. Bald besucht Mikaël seinen Adoptivvater, nur um ihm scheinheilig zu schmeicheln und sich Geld von ihm zu leihen.

Grand Teatret Kopenhagen, Mittwoch, 27. April, 19:00 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Montag, 25. April, 19:00 Uhr

Mein Sohn von Lena Stahl


Lena Stahls Spielfilmdebüt nimmt uns mit auf einen turbulenten Road Trip mit Marlene (Anke Engelke) und ihrem Sohn, dem Draufgänger Jason (Jonas Dassler). Nachdem sich Jason auf seinem Skateboard verletzt hat, beschließt Marlene, ihren Sohn in ein Rehabilitationszentrum in der Schweiz zu fahren, doch die lange Fahrt in ihrem alten Volvo verläuft nicht ganz nach Plan. Als Mutter und Sohn schließlich die Grenze zum Alpenland überqueren, hat sich viel verändert - nicht zuletzt in ihrer Beziehung.

Grand Teatret Kopenhagen, Mittwoch, 27. April, 21:00 Uhr
Øst for Paradis Aarhus, Mittwoch, 27. April, 21:00 Uhr
Cafe Biografen Odense, Mittwoch, 27. April, 18:00 Uhr