Für Eltern

Die Eltern sind unersetzlich für die Erzieherinnen und Lehrkräfte im Bestreben das frühe Fremdsprachenlernen erfolgreich zu gestalten. Unsere Materialien geben auch den Eltern die Gelegenheit mit ihren Kindern zusammen spielerisch Deutsch zu lernen.  

Deutschstunden für Vorschulkinder

  • Ein Vorschulkind lernt Sprachen noch nicht bewusst, eignet sich aber eine Fremdsprache im Spiel einfach und schnell an.
  • Die Entwicklung eines jeden Kindes ist individuell, doch in einem sind sich die Sprachwissenschaftler und Lehrer auf der ganzen Welt einig – Kinder im Vorschulalter sind kleine Sprachgenies.
  • Jedes Kind ist in der Lage schon im Kindergarten mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu beginnen. Ein früher Erwerb einer Fremdsprache verschafft einen Vorteil für das ganzen Leben, und dem Gerücht, dass die Sprachen durcheinander geraten, sollte man keinen Glauben schenken.
  • Kinder lernen im Kindergarten mit allen Sinnen und sind sehr neugierig, lernoffen und kreativ. Alles, was neu, spannend, anders ist, fesselt sie. Ein Kind macht mit Begeisterung bei Dingen mit, die ihm gefallen oder es interessieren.
  • Ein frühes Erlernen der Sprache bildet die Grundlage für eine perfekte Aussprache in der jeweiligen Fremdsprache.
  • Durch eine Fremdsprache lässt sich das Kind effektiver auf die Schule vorbereiten.
  • Weltweit sind Untersuchungen durchgeführt worden, die belegen, dass, wenn nicht Englisch als erste Fremdsprache erlernt wird, sondern eine andere Sprache, und das Englische erst als zweite Fremdsprache nachfolgt, die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Schüler zum Ende der Gymnasialzeit zwei Fremdsprachen auf mittlerem Niveau beherrscht. Beginnt man aber mit Englisch als erster Fremdsprache, erreicht man mit der zweiten Fremdsprache ein mittleres Niveau nicht mehr.
  • In unseren Sprachstunden erfolgt der gesamte Unterricht spielerisch. Ein Unterricht im Kindergarten hat nur wenig mit einer klassischen Schulstunde zu tun, so wie wir uns als Erwachsene diese vorstellen!
  • Eine Stunde dauert 25–30 Minuten, denn in dem Alter sind Kinder noch nicht in der Lage, sich für längere Zeit zu konzentrieren.
  • Unsere Lehrer beherrschen die deutsche Sprache, verfügen über eine entsprechende Sonderausbildung und haben eine methodische Zusatzschulung gemacht. Sie sind Profis auf ihrem Gebiet, die mit spielerischer Leichtigkeit einen sehr guten Kontakt zu den Kindern aufbauen können.
  • Wir gehen von dem Grundsatz aus, dass jedes Kind individuelle Herangehensweise und Aufmerksamkeit benötigt.
  • Das Lernen erfolgt nur durch Hören. Alles beginnt mit dem Hören. Schritt für Schritt, immer wieder hörend, beginnt das Kind an einem Punkt zu verstehen und zu begreifen. Dies ist ein riesiger Sprung, wie in der Muttersprache so auch bei Erlernen einer ersten Fremdsprache.
  • Der Lehrer spricht in der Stunde nur Deutsch, nur für Erklärungen wird auf die Muttersprache zurückgegriffen. Am Anfang benutzt das Kind selbst die Sprache nicht aktiv, aber es versteht und kann sich mit einzelnen Wörtern ausdrücken. Das Kind muss nicht in der Lage sein sofort auf Deutsch antworten zu können, es ist schon ein großer Schritt, wenn das Kind versteht, was der Lehrer auf Deutsch sagt und darauf angemessen reagieren kann, sei dies auch auf Estnisch. Das Kind fängt dann an auf Deutsch zu antworten, wenn es dazu bereit ist.
  • Um die Motivation aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass dem Kind keine Richtung vorgegeben wird, dass die Freude des Lernens und Entdeckens erhalten bleibt!
  • Kinder sind großartige Nachahmer – sie ahmen den Lehrer nach, andere Schüler und sogar Puppen. Auch der Deutschunterricht läuft über Nachahmen des Deutschen und Verwenden von Körpersprache. Kindern in diesem Alter gefällt es nach Vorgaben zu handeln: Mach bitte die Tür auf! Zeig mir deine Nase, Augen, Haare! Bring mir den grünen Bleistift! Hüpf auf einem Bein! Dies sind nur einige Beispiele aus dem reichhaltigen Repertoire.
  • Das Kind lernt mit allen Sinnen. Es muss alles erleben, mitmachen. Dem Lehrer hilft die Sockenpuppe Hans Hase, die aktiv mit den Kindern spricht.
  • Kinder haben ein sehr gutes Rhythmusgefühl. Wir verwenden viele Lieder, Schüttelreime, Reime, wir lesen Geschichten und erzählen Märchen. Kleinen Kindern gefallen Wiederholungen, ihnen gefällt es die gleichen Geschichten viele Male zu hören. Kinder werden von allem angezogen, was geheimnisvoll oder märchenhaft ist. Und eines Tages geschieht ein kleines Wunder – dieser kleine Schüler fängt an zu wiederholen. Zunächst einzelne Laute, Klänge, geheimnisvolle fremde Wörter, Zauberwörter, die gesprochen werden, wenn in der Spielecke mit den Puppen oder Autos gespielt wird, und man dabei selbst Hans Hase, ein Prinz oder eine Prinzessin ist.
  • Wir spielen viele tolle Spiele. Spiele zur Entwicklung der einzelnen Sinne, gemeinsame Mannschaftsspiele oder auch Spiele im Freien, bei denen die Natur erkundet wird – all dies trägt zur Entwicklung der Kinder bei.
  • Die Themen sind eng mit den Interessen der Kinder und deren Alltagsleben verbunden. Eine wichtige Rolle spielen die spielerischen Mittel: Sockenpuppen, verschiedene Spielsachen, Videos und Dinge des täglichen Lebens. Wie spannend ist für Kinder eine Kartoffel oder eine Karotte auf der Tasche des Lehrers! All das zieht die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich und lässt sie freudig mitmachen.
  • Neue Wörter und Ausdrücke werden über bereits bekannte Dinge gelernt (Wiederfinden bekannter Wörter/Dinge auf einem Bild, Lesen bekannter Verse, Singen kleiner Lieder) – so festigt sich das bereits Gelernte und mit dessen Hilfe werden immer neue Dinge dazugelernt.
  • Familie
  • Ich und meine (Spiel-)Sachen
  • Kleider
  • meine Freunde
  • Tiere, Pflanzen; Umwelt
  • Jahreszeiten
  • Essen/Trinken
  • ich bin krank/gesund; Körperteile
  • Sitten und Gebräuche: Ostern, Martinstag. Weihnachten
Wir empfehlen mit dem Deutschlernen im Alter von vier Jahren zu beginnen. Die jüngsten Schüler, die wir hatten, waren aber 2 Jahre und 3 Monate bzw. drei Jahre alt. Die Deutschstunde sollte mindestens einmal pro Woche besucht werden, noch besser sind aber zwei Mal pro Woche.
 

Nürnberger Empfehlungen zum frühen Fremdsprachenlernen

Die 1996 beim Goethe-Institut erschienenen Nürnberger Empfehlungen zum frühen Fremdsprachenlernen wurden in Zusammenarbeit mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus 22 Ländern weltweit mit dem Ziel entwickelt, dem frühen Fremdsprachenlernen zu einer möglichst allgemeingültigen curricularen Grundlage zu verhelfen.

Die Nürnberger Empfehlungen zum frühen Fremdsprachenlernen beschreiben das komplexe Bedingungsgefüge des frühen Fremdsprachenlernens aus aktueller Sicht so, dass die Potenziale und Bedürfnisse eines vier- bis zehnjährigen lernenden Kindes deutlich werden. Dabei soll der Frühbeginn nicht aus dem Blickwinkel eines bestimmten Bildungssystems, also auch nicht aus Sicht einer bestimmten Institution, sondern aus einer möglichst allgemeingültigen Perspektive betrachtet werden.

Diese Publikation wendet sich an alle diejenigen, die im Bereich der frühen Fremdsprachenvermittlung tätig sind, an Entscheidungsträger/-innen, Schulleiter/-innen, Fortbildner/-innen, tätige und angehende Lehrkräfte und Erzieher/-innen sowie an Studierende. Sie bezieht aber auch Eltern und andere Akteure aus dem kindlichen Umfeld ein, die am Bildungsprozess der Kinder eher indirekt beteiligt sind, die aber einen entscheidenden Einfluss auf die kindliche Entwicklung nehmen.

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