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D-CAF-Veranstaltung im Goethe-Institut Kairo
Back to Zero – Wie das Leben spielt

Tanzperformance Back to Zero im Goethe-Institut Kairo
Tanzperformance Back to Zero im Goethe-Institut Kairo | Foto: © Sabry Khaled

Wer meint, sich selbst und andere zu kennen, liegt oft falsch. Denn manch einer verbringt Jahre mit der Suche nach sich selbst, vielleicht sogar sein ganzes Leben und oftmals erfolglos. Daran erinnert die Tanzperformance Back to Zero, wenn sie den Zuschauer auf eine Entdeckungsreise zu den Dingen, Klängen, Tieren, Vögeln, Farben, Orten und Menschen rings um ihn herum mitnimmt.
 

Von Mona Abdel Nasser

Back to Zero wurde nun im Rahmen des Downtown Contemporary Art Festivals (D-CAF) in Kairo zum ersten Mal im arabischsprachigen Raum gezeigt. Die Aufführung lockte Besucher aller Altersgruppen ins Goethe-Institut Kairo. An der Performance des Tänzers Kadir Amigo Memis wirkten auch der Tänzer Wilfried Ebongue und die Tänzerin Ichi Go mit, die Musik stammte von Milan Vogel, die Produktion leitete Manon Lemoine, Rain Kencana übernahm die Dramaturgie.
 
Nach einigen Augenblicken der Stille betritt ein Tänzer in einer Art Spiderman-Kostüm zu Saxophonklängen die Bühne und beginnt, die Umgebung nach etwas abzusuchen, offenbar vergeblich. Er schnuppert. Er tastet. Doch er wird nicht fündig.
 
Also beendet er die Suche und geht dazu über, eine auf der Bühne befindliche Leinwand mit schwarzer, weißer, grauer und roter Farbe zu bemalen, symbolisch für die Buntheit des Lebens mit all seinen hellen, dunklen und grauen Seiten.
 
Plötzlich erscheint hinter der Leinwand eine Tänzerin, um mit genial schwerfälligen Bewegungen ihren inneren Konflikt auf die Bühne und die Zuschauer zum Staunen zu bringen. Ihr Gesicht ist dabei durch die Haare verdeckt, sie tanzt und tanzt, während im Hintergrund die Farben über die Leinwand laufen, wie die Tränen eines gebrochenen, verzweifelt suchenden Menschen.

Dann wieder Stille. Hinter der Leinwand erscheint ein weiterer Tänzer, führt eine Mischung aus Akrobatik und Streetdance auf, läuft dabei auf allen Vieren, wie ein Tier, das die Umgebung erkundet.
 
Tänzerin und Tänzer begegnen sich. Zu türkisch anmutenden Klängen, die auf die Wurzeln von  Kadir Amigo Memis hindeuten, nehmen die beiden erst vorsichtig, dann immer intensiver Kontakt miteinander auf, bis sie sich schließlich gegenseitig im Leben zu stützen scheinen, indes „Spiderman“ unentwegt Farben auf die Leinwand bringt, bis irgendwann nichts mehr von deren ursprünglichem Zustand zu sehen ist.
 
Die abschließende Choreographie vereint alle drei Darsteller im gemeinsamen Versuch, sich gegenseitig und die Umgebung kennenzulernen. Aus der Ferne ertönt Rabengekrächz, doch keiner der drei vermag festzustellen, woher es kommt. Alle drei suchen, ohne fündig zu werden. Sie kommen der Natur der Dinge nicht auf den Grund, und die Reise führt schließlich wieder zum Nullpunkt zurück, wo sie begonnen hat ohne je zu enden.

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