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Schule und Radikalisierung
Rezepte gegen Radikalisierung

Toleranz-Workshop
Goethe-Insitut Kairo / Erdem Güner

Die politischen Umbrüche in der arabischen Welt haben in den letzten sechs Jahren ein Vakuum geschaffen, welches extremistischen Tendenzen neue Nahrung gibt. Insbesondere junge Menschen sind anfällig für extremistische Ideologien. Das Goethe- Institut in Kairo hat eine Initiative angestoßen: Drei Workshops thematisieren gezielt Radikalisierung, Prävention und Toleranz in der jungen ägyptischen Gesellschaft.

Der 20-jährige Mahmud Issa nahm im November 2016 beispielsweise zusammen mit rund 120 weiteren Studierenden aus Kairo und dem Nildelta am Workshop "Auf dem Weg zur Toleranz" teil. "Wir haben unsere Probleme offen diskutiert und auch die Ursachen benannt, die unserer Meinung nach zur Radikalisierung führen", sagt Issa. "Bei allen kamen die emotionalen und psychischen Belastungen des Lebens hier zur Sprache."

Hoffnungslosigkeit und Ungerechtigkeit bestimmen die Gefühlslage der ägyptischen Jugend – und bieten den Nährboden für Radikalisierung, ist sich Issa sicher. Das gilt insbesondere für Studierende, die inmitten der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt strömen. Außerdem misstrauen viele junge Menschen aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre dem Justizapparat. "Unterdrückung kann Extremismus zur Folge haben. Denn wer sich ungerecht behandelt sieht, fühlt sich möglicherweise eher zu einer radikalen Gruppe hingezogen", glaubt Issa.

Zu einem zweiten Workshop trafen sich ebenfalls im letzten Jahr 150 Geschichtslehrkräfte, die über Deradikalisierungsstrategien diskutierten. Auf einer weiteren Veranstaltung im März 2017 beschäftigten sich 20 Schulleitungen mit potenziellen Herausforderungen, wenn sie den Jugendlichen Hilfe anbieten möchten. Die Ergebnisse aus den drei Workshops wurden dem ägyptischen Bildungsministerium vorgelegt, um die Empfehlungen der Teilnehmenden in den Dialog zur Prävention der Radikalisierung von Jugendlichen mitaufzunehmen.

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