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Gewaltfreie Schule (Tunesien)

Gerade für junge Menschen stellen die hohe Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit in Tunesien eine große Belastung dar, die zu einem sozialen Problemverhalten und Gewalt führen kann. Vor allem Schulen und Erziehungskräfte können Jugendliche unterstützen, mit Konflikten gewaltfrei umzugehen. Deswegen ist die Gewaltprävention an tunesischen Schulen für Bildungsakteurinnen und -akteure sowie für die Zusammenarbeit zwischen dem Erziehungsministerium und dem Goethe-Institut von großem Interesse.

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  • Direct Approach Workshop Goethe-Institut Tunis / Ahmed Ezzedine
  • Direct Approach Workshop 2 Goethe-Institut Tunis / Ahmed Ezzedine

Das tunesische Erziehungsministerium und das Goethe-Institut Tunesien haben 2017 zusammen vereinbart, eine Projektstrategie zum Thema „Für eine tolerantere Schule“ zu erarbeiten. Die Zielgruppen dieses Konzeptes sind insbesondere Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler.

Ein Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen soll diesen Zielgruppen beispielsweise Methoden für ein gewaltloses Schulleben vermitteln. Dabei stehen als Unterrichtsthema „Gewaltfreie Kommunikation“ und neue Ausdrucksformen wie Theater und Filmschauspielerei im Vordergrund.

Internate im Fokus

Das Erziehungsministerium fasst in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut vor allem Internatsschulen ins Auge, bei denen der Betreuung von Schülerinnen und Schülern in Regionen mit geringen Ressourcen und einer höheren Gewaltrate eine besondere Wichtigkeit zukommt. Die Präventions- und Beratungsstellen für Schülerinnen und Schüler an staatlichen tunesischen Internatsschulen, die bereits in der ersten Jahreshälfte 2018 fortgebildet wurden, sollen in der zweiten Jahreshälfte in ausgewählten Regionen implementiert werden.

Gewaltfreies Miteinander

Gemeinsam mit dem tunesischen Bildungsministerium und zusammen mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften und Schulpsychologinnen und -psychologen hat das Goethe-Institut Tunis außerdem einen Dokumentarfilm sowie einen Kurzfilm zum Thema „Schülerinnen und Schüler gegen Gewalt“ produziert. Ziel des Workshops war unter anderem, die Teilnehmenden für Methoden der Selbstwahrnehmung zu sensibilisieren. Des Weiteren standen Kommunikationstechniken zu Gewalt und Gewalterfahrungen im Fokus.
 
In der zweiten Jahreshälfte 2018 will das Goethe-Institut ferner Workshops zur gewaltfreien Kommunikation durchführen und im Rahmen eines exemplarischen Schulprojektes das Selbstbewusstsein von Schülerinnen (nur Mädchen) sowie ihre Problemlösungskompetenzen stärken. Hinzu soll die Gründung von so genannten „COMIC-Clubs“ an den Internatsschulen kommen. Als Pilotprojekt sollen tunesische Expertinnen und Experten außerdem unter Mitwirkung des tunesischen Erziehungsministeriums eine Online-Kommunikationsplattform für alle Beratungsstellen entwickeln. Diese soll es Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und Lehrkräften ermöglichen, (anonym) Fragen jeglicher Art zu stellen und Beratung online einzuholen.

Im Jahr 2017 wurden bereits erste Schülerinnen- und Schülerprojekte realisiert: Unter dem Motto „Gegen Gewalt in Schulinternaten“ haben die Jugendlichen bei verschiedenen kulturellen oder sportlichen Aktivitäten gelernt, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Gewaltfreie Schule ist ein Projekt des Goethe-Instituts, gefördert durch das Auswärtige Amt.