Deutsch studieren „Besonders spannend finde ich die deutsche Grammatik“

Deutsch als Fremdsprache (DaF) oder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zu studieren, ist beliebt – in der ganzen Welt. Warum haben sich junge Menschen für diesen Studiengang entschieden? Welchen Herausforderungen begegnen sie? Und welchen Berufsweg möchten sie damit einschlagen?

Elf Studentinnen und Studenten von vier Kontinenten über ihre persönlichen Motivationen, Wünsche und Ziele.
 

  • Megha Sindhwani, 27, Promotion in Germanistik (Master) an der University of Delhi, Indien © Megha Sindhwani
    Megha Sindhwani, 27, Promotion in Germanistik (Master) an der University of Delhi, Indien

    „Ich studiere DaF, weil ich mich nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit anderen Aspekten Deutschlands, zum Beispiel Geschichte, Literatur, Didaktik oder Landeskunde auskennen möchte. Besonders herausfordernd finde ich die Kulturunterschiede. Denn unsere Kulturen sind vielfältig, sowohl in Indien als auch in Deutschland. Wenn ich mit dem Studium fertig bin, würde ich am liebsten als Deutschlehrerin arbeiten. Dieser Beruf ist spannend, und die Aussicht, mein Wissen weiterzugeben, ist für mich sehr befriedigend.“
  • Doaa Hamed, 27, DaF im arabisch-deutschen Kontext (Master), Kairo, Ägypten © Doaa Hamed
    Doaa Hamed, 27, DaF im arabisch-deutschen Kontext (Master), Kairo, Ägypten

    „Ich studiere Deutsch als Fremdsprache, weil ich meine Freude am Unterrichten und an der Arbeit mit Kindern zu meinem Beruf machen wollte. Besonders spannend finde ich, dass ich im Master ein Praktikum an deutschen Schulen in Kairo absolvieren und dabei auch unterrichten konnte. Wenn ich mit dem Studium fertig bin, würde ich am liebsten an einer solchen Schule arbeiten und dabei die neuesten Lernmethoden einsetzen. Vor allem möchte ich meinen Schülern beibringen, dass sie die Welt nicht nur aus einer Perspektive betrachten, sondern aus mehreren.“
  • Teddy Mutiga, 21, DaF (Bachelor) an der Kenyatta University Nairobi, Kenia © Teddy Mutiga
    Teddy Mutiga, 21, DaF (Bachelor) an der Kenyatta University Nairobi, Kenia

    „Warum ich DaF studiere? Ich wollte unbedingt eine Fremdsprache lernen und Deutsch hat mich interessiert. Ich fing an und wollte nicht aufhören. Am Anfang war es aber schwierig, mit der Sprache zurecht zu kommen. Einige Grammatikregeln waren mir unklar, beispielsweise Akkusativ und Dativ, auch die Aussprache, da Englisch und Deutsch unterschiedlich betont werden. Deutsch lernen nimmt einen in Anspruch, aber das ist auch das Gute daran. Am Ende meines Studiums würde ich gerne in einer deutschen Firma oder deutschsprachigen Organisation arbeiten.“
  • Ena Pljasković, 23, DaF (Master) an der Universität Sarajevo, Bosnien und Herzegowina © Ena Pljasković
    Ena Pljasković, 23, DaF (Master) an der Universität Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

    „Ich wollte Deutsch als Fremdsprache studieren, weil ich die Aussprache deutscher Wörter liebe. Es war mein größter Wunsch, die deutsche Sprache nicht nur sprechen zu können, sondern sie auch tiefgründig zu untersuchen und zu beherrschen. Besonders spannend finde ich, dass unsere Universitätsprofessoren die Studenten mit verschiedenen internationalen Projekten und Veranstaltungen fordern. Wenn ich mit meinem Studium fertig bin, würde ich am liebsten an einem Sprachinstitut arbeiten und dort Deutsch vermitteln.“
  • Paloma Rocha, 20, Germanistik und DaF an der Universidad Nacional Autónoma de Mexico (UNAM), Mexiko © Paloma Rocha
    Paloma Rocha, 20, Germanistik und DaF an der Universidad Nacional Autónoma de Mexico (UNAM), Mexiko

    „Ich habe mich entschieden, DaF zu studieren, weil ich in meiner Kindheit viele deutschsprachige Autoren las. Aber ich wollte nicht nur die Übersetzungen lesen, sondern auch die Originaltexte. Ich habe dann Germanistik studiert und mich auf Fachdidaktik spezialisiert. Herausforderungen des Studiums sind für mich die Sprache, die unterschiedlichen Mentalitäten, die geringe staatliche Unterstützung und die schwierige Verkehrslage in Mexiko-Stadt. Ich möchte eine gute Lehrerin werden und alle Grenzen zwischen nicht-deutschsprachigen und deutschsprachigen Menschen verschwinden lassen.“
  • Hosniyah Sheik, 21, Universität Malaysia (Bachelor) © Hosniyah Sheik
    Hosniyah Sheik, 21, Universität Malaysia (Bachelor)

    „Für eine neue Generation von Denkern, Künstlern, Journalisten und Reisenden aus Malaysia ist Deutsch ein klarer Vorteil. Diese beiden Länder sind weit voneinander entfernt, aber mit dem Erlernen der Sprache darf ich direkt auf die deutsche Kultur – Filme, Bücher, Musik – zugreifen. Ich kann alles aus erster Hand erleben und das ist doch genial! Wenn ich mit dem Studium fertig bin, würde ich am liebsten Deutschlehrerin werden. Ich blicke voller Neugier, Zuversicht und Respekt auf meine zukünftige Aufgabe als Lehrerin und freue mich darauf.“
  • Ting Zhang, 27, DaF (Master) an der Philipps-Universität Marburg, Deutschland © Ting Zhang
    Ting Zhang, 27, DaF (Master) an der Philipps-Universität Marburg, Deutschland

    „Ich komme aus China und studiere DaF, weil man als Deutschlehrer nicht nur in der deutschen Sprache zu Hause sein muss, sondern sich auch gut in Didaktik, Linguistik und Landeskunde auskennen sollte. Eine Herausforderung ist die Zusammenarbeit mit Kommilitonen aus verschiedenen Ländern, weil wir alle unterschiedliche Lern- und Lehrtraditionen haben. Doch nach meinem Studium habe ich neben einem Diplom auch mehr Freunde aus aller Welt, mehr Verständnis für andere Kulturen und mehr Fachkenntnisse in allen DaF-Bereichen. Damit kann man sich beruflich besser entfalten.“
  • Irene Bens, 30, Auslandsgermanistik, DaF und DaZ (Master) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland © Irene Bens
    Irene Bens, 30, Auslandsgermanistik, DaF und DaZ (Master) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

    „Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, nach meinem Masterstudium in den Niederlanden als Deutschlehrerin an einer Fachhochschule oder Universität in Europa zu arbeiten. Vor zwei Jahren quälte ich mich mit der Frage, ob ich meine Stelle als Deutschlehrerin in einer niederländischen Schule behalten oder mich doch für ein 2-jähriges Masterstudium in Jena entscheiden sollte (ein lang ersehnter Traum). Die Zulassung zum Studium gab den notwendigen Ausschlag! Jetzt, am Ende meines Studiums, kann ich nur sagen, dass es der Mühe wert war.“
  • Celia Fernández Dochao, 22, Übersetzung und Moderne Sprachen an der Universidad Nebrija, Madrid, Spanien © Celia Fernández Dochao
    Celia Fernández Dochao, 22, Übersetzung und Moderne Sprachen an der Universidad Nebrija, Madrid, Spanien

    „Ich studiere Übersetzung und Moderne Sprachen und habe Deutsch als zweite Fremdsprache gewählt. Besonders spannend finde ich die deutsche Grammatik, da sie von der spanischen sehr verschieden ist. Wenn ich mit dem Studium fertig bin, würde ich gerne nach Deutschland reisen. Ich möchte flüssig Deutsch sprechen, weil ich gerne für eine Weile in Deutschland arbeiten will.“
  • David Gosselin, 29, Promotion in Germanistik an der McGill University in Montréal, Kanada © David Gosselin
    David Gosselin, 29, Promotion in Germanistik an der McGill University in Montréal, Kanada

    „Da die kanadischen Universitäten kein DaF-Studium anbieten, sind die meisten Deutschlehrer Germanisten, also Literaturwissenschaftler. Master-Studenten und Promovierende werden deswegen im Laufe ihres Studiums durch Fortbildungen weiter ausgebildet. So wurde ich vor zweieinhalb Jahren – als Master-Student – Deutschlehrer und DaF-Student gleichzeitig. Ich unterrichte seitdem Deutsch an der McGill University und seit einem Jahr am Goethe-Institut Montréal. Später würde ich am liebsten Deutsch und deutsche Literatur lehren.“
  • Julia Weißschädel, 25, DaF (Master) an der Universität Leipzig, Deutschland © Julia Weißschädel
    Julia Weißschädel, 25, DaF (Master) an der Universität Leipzig, Deutschland

    „Ich habe DaF/DaZ im Nebenfach studiert, aber eigentlich nur, weil ich kurzfristig ein Nebenfach brauchte und es irgendwie interessant klang. Mit der Zeit wurde mein Interesse zu meinem festen Berufswunsch, also mache ich jetzt meinen Master in DaF. Eine Herausforderung stellte für mich bisher der Praxisbezug dar, da der Unterricht in meinem Bachelor sehr theoretisch war. Der Master soll nun viel anwendungsorientierter werden. Besonders reizt mich die Möglichkeit, überall im Ausland mit unterschiedlichen Menschen arbeiten zu können und so meinen Traumberuf mit meiner Reiselust zu verbinden.“