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Deutsche Musik im Unterricht

Musik und Deutsch © Goethe-Institut

Musik spielt im Leben vieler Menschen eine große Rolle, insbesondere im Leben junger Menschen: Sie spricht direkt an, weckt Interesse und regt zum Mitsingen, Tanzen und Feiern an. Musik motiviert Deutschlernende Fragen zu stellen, nachzudenken und die deutsche Sprache unter einem anderen Aspekt kennenzulernen.

Popkultur heißt Sehnsüchte und Träume, der Wunsch, woanders zu sein. In Deutschland hat sich ein Feld eröffnet, dass Stile und Haltungen vermischt, denn Durchlässigkeit ist eine Grundvoraussetzung für Pop. Gleichzeitig streben Musiker nach einem eigenen künstlerischen Ausdruck. So bilden sich im Wechselspiel von äußeren Einflüssen und der Suche nach Identität mit der Zeit nationale Eigenheiten heraus. Am einfachsten ist der deutsche Pop heute an der Sprache zu erkennen. Ob in Hamburg oder in Magdeburg: Es wird mit viel Hingabe und Wortwitz auf Deutsch gesungen und gerappt. Für den sprachlosen Techno wiederum bildet Deutschland ein internationales Zentrum – mit Berlin als Feierhauptstadt der westlichen Welt.

Popkultur geht dabei über die Musik hinaus. Indie-Sänger fordern die Gesellschaft heraus. Techno-Tracks begleiten politische Ereignisse. Die Hip-Hop-Sprache wirkt bis in den Alltag hinein. Fans kommen zusammen und wachsen mit den Glücksversprechen ihrer Stars. Denn Pop ist keine Einbahnstraße.

Wie können Lehrer und Lehrerinnen mit der Plakatausstellung im täglichen DaF-Unterricht arbeiten? Hier stehen nicht nur die vier Musikrichtungen im Vordergrund, sondern insbesondere auch die landeskundlichen und interkulturellen Aspekte, die mithilfe der Plakate erarbeitet und reflektiert werden können. So lassen sich anhand der Frage, nach dem in einer Plattenbausiedlung in einer Stadt wie Berlin oder einer Stadt wie Kairo lebenden Milieu, sozialhistorische und gesellschaftskritische Elemente sehr schön herausarbeiten und diskutieren.

Wichtig war bei der Materialerstellung für die Plakatausstellung auch, die einzelnen Plakate und die in ihnen enthaltenen Informationen in die Unterrichtseinheiten eines alltäglichen Unterrichts Deutsch als Fremdsprache integrieren zu können. So bietet sich das Plakat „Jugendzimmer“ sehr schön als Einstieg in das Thema „Wohnen/Lebenswelten“ an; das Plakat zum Genre „Indie“ mit dem weißen VW-Bus lässt sich ebenso einfach in das Lehrthema „Reisen“ einbinden.

Welche Rolle können aktuelle deutsche Lieder spielen bei den, durch die gesellschaftlichen Umbrüche in Ägypten aufgeworfenen Fragen? Dies ist ein wesentliches Anliegen bei der Didaktisierung der Lieder in den vorliegenden Materialien.

Mit dem Lied Vom selben Stern von Ich + Ich lässt sich sehr schön die stellen, welche Gegensatzpaare in einer Gesellschaft in Dialog treten müssten, um gesellschaftliche Widersprüche zu minimieren. Bilder, Informationen zur „Katastrophe in Duisburg“ bei der Loveparade 2010 und die Frage nach möglichen Folgen organisatorischer Fehler liefern die didaktische Grundlage für das Lied Nur zu Besuch von den Toten Hosen. Tod und Trauer, Tabu oder Wirklichkeit sind mögliche interkulturelle Themen, die in diesem Zusammenhang beleuchtet werden können! Dass mit Liedern sogar gesellschaftliche Tabus thematisiert und hinterfragt werden können, zeigt auch das Beispiel des Liedes Berlin von Christiane Rösinger.

Viele Fragen werden aufgeworfen. Was wird in einer Gesellschaft als normal definiert? Und welche Kritik könnte man an Normalität äußern, vor allem in Gesellschaften, in denen das Normale das ultimative Ziel darstellt?

musik + X lädt ein zu einem Rundgang durch Genres, Szenen und Lebenswelten aus Deutschland. Die Ausstellung stellt aktuelle Popstars, Rockrebellen, Rapper und DJs von München bis Köln, von Frankfurt bis Jena vor. Einige haben es zu weltweitem Ruhm gebracht. Viele bleiben regional verwurzelt, alle stehen für Popkultur aus Deutschland.

Die Bilder der Ausstellung und die CDs können auf Anmeldung für zwei Wochen ausgeliehen werden.

Arbeitsblätter auf Niveau B2–C1