Spanische Filme auf der Berlinale Früher war alles besser

Campo a través. Mugaritz, intuyendo un camino. | Off-Road. Mugaritz, Feeling a ..., Andoni Luis Aduriz
Campo a través. Mugaritz, intuyendo un camino | © IXO Producciones

Spanische Filme sind auf dieser 66. Berlinale kaum präsent und kaum einer Erwähnung wert. Früher gab es hochkarätige spanische Festivalbeiträge, dieses Jahr wurde Produktionen aus Spanien jedoch wenig Aufmerksamkeit zuteil. Gezeigt wurde nur der Dokumentarfilm „Campo a través. Mugaritz, intuyendo un camino“ in der parallel zum Wettbewerb laufenden Sektion Kulinarisches Kino.

 

Erwartungsfroh und interessiert betritt man als Zuschauer die Filmvorführung, schließlich erhält man einen Blick hinter die Kulissen eines der einflussreichsten spanischen Restaurants. Und hinter der Kamera steht zudem Pep Gatell, der künstlerische Leiter der prominenten katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus. Aber es bleibt bei guten Absichten des Regisseurs, denn was folgt ist die fast wie ein Werbefilm anmutende Beschreibung des Erfolges des Restaurants Mugaritz in dem kleinen baskischen Ort Rentería.

Mehr Küche als Kino

Aus dem Off erzählen die Restaurantmitarbeiter von der Philosophie des Restaurants. Diese ist geprägt von der Idee, höchste Qualität zu bieten und sich ständig zu übertreffen. Über eine Stunde lang hört man jedoch immer wieder das gleiche Lied. Verschiedene Stimmen wiederholen Gemeinplätze und lassen ein Narrativ vermissen. Damit man die bittere Pille auch schlucken kann, ist das Ganze gespickt mit einer positiven Grundhaltung, die niemandem wehtut. Wirklich bemerkenswert sind lediglich einige appetitanregende Bilder.
 
Campo a través. Mugaritz, intuyendo un camino ergibt daher nur Sinn, wenn man nach dem Film das isst, was im Film gezeigt wird. Und genau das passierte bei der Premiere auf der Berlinale. Nach der Vorführung servierte der Koch Andoni Luis Aduriz ein vom Film inspiriertes Menü. Der Nachgeschmack von Mugaritz war also nicht schlecht.

Debüt von Damià Serra

Einen weitaus besseren Eindruck hinterließ hingegen der spanische Kurzfilm En la azotea des Neulings Damià Serra. Er wurde in der diesjährigen Sektion Generation gezeigt, die sich Filmen widmet, deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind. Der Film ist eine kleine Perle über Teenager, Cliquen und erste sexuelle Erfahrungen und wurde bereits bei der Seminci, der internationalen Filmwoche in Valladolid, ausgezeichnet.