Drei Fragen an... Edgar Reitz

74 Stunden Heimat

Mit seinem Langzeitprojekt "Heimat" hat Edgar Reitz die Konventionen des filmischen Erzählens und des Genres der TV-Serie wie kaum ein anderer gedehnt. Über mehrere Jahrzehnte hinweg verknüpfte Edgar Reitz private Geschichten mit zeitgeschichtlicher Perspektive und schuf ein einmaliges Werk, das sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum große Erfolge feierte.
 
Die monumentale TV-Reihe krönte Reitz nun unlängst mit einem neuen Teil. "Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht" ist ein vierstündiger Film, der erstmals direkt im Kino gezeigt wurde. Vor der Kulisse des fiktiven Dorfes Schabbach entfaltet sich eine Geschichte rund um die Auswanderungswelle nach Brasilien Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht der Bauernjunge Jakob, dessen Fernweh der harschen Realität weichen muss.
 
Anlässlich der Projektion von "Die andere Heimat" im Rahmen der Deutschen Filmwochen 2014 hat Goethe KULTURinfo den Regisseur getroffen. Im Interview legt Edgar Reitz seine Motivation zu diesem Film dar und erläutert auch aktuelle politische Bezüge. Zudem diskutiert er  die Möglichkeiten und Grenzen des filmischen Erzählens in TV und Kino und wagt eine mediale Zukunftsprognose.