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Online-Tool
Was ist der Wahl-O-Mat?

Ein junges Paar klickt sich durch den Wahl-O-Mat
Ein junges Paar klickt sich durch den Wahl-O-Mat | Foto (Ausschnitt): Christoph Schmidt/dpa

Politik spielerisch vermitteln: Das Onlinetool Wahl-O-Mat zeigt einem, mit welcher Partei die eigenen Ansichten übereinstimmen. Aber wie funktioniert das? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Von Patricia Gugisch-Dolata

Wer nicht weiß, welche Partei er wählen soll, vergleicht deren Wahlprogramme oder befragt in Deutschland den Wahl-O-Mat. Das kostenfreie Online-Tool ermittelt in wenigen Minuten, mit welchem Parteiprogramm die eigenen Ansichten am meisten übereinstimmen. Den Wahl-O-Mat gibt es seit dem Jahr 2002 für Wahlen zum Bundestag, Landtag und auch zum Europäischen Parlament. Vor allem jüngere Menschen nutzen ihn häufig.

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat erfragt die eigene Position zu aktuellen politischen Themen. Der Nutzer kann jeder Aussage entweder zustimmen oder sie ablehnen, neutral bewerten und gar nicht antworten. Danach kommt automatisch die nächste Frage. Antworten zu Themen, die einem selbst besonders wichtig sind, erhalten doppeltes Gewicht. Zum Schluss berechnet der Wahl-O-Mat die Übereinstimmung mit den Positionen von maximal acht zur Wahl zugelassenen Parteien und zeigt die Trefferquote in Prozent an. Das Spiel kann beliebig oft mit anderen Parteien kombiniert werden. Dass die Nutzer aus den Ergebnissen eine Entscheidung für eine bestimmte Partei ableiten, ist nicht Zweck des Wahl-O-Mats. Der Wahl-O-Mat versteht sich als persönliche Wahlhilfe, aber nicht als Wahlempfehlung: Er will vor allem zur inhaltlichen Beschäftigung mit Politik anregen.

Woher bekommt der Wahl-O-Mat seine Fragen?

Der Wahl-O-Mat wird als Lizenz des niederländischen Originals StemWijzer in Deutschland von der Bundeszentrale für politische Bildung zu jeder größeren Wahl mit neuen Fragen bestückt. Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren können sich bewerben, die interessantesten Themen des aktuellen Wahlkampfs auszuwählen. Unter wissenschaftlicher Anleitung stellen die Erst- und Jungwähler die wichtigsten Thesen zusammen, die von den Parteien besonders kontrovers diskutiert werden. Anschließend fordern sie alle zur jeweiligen Wahl zugelassenen Parteien auf, diese Fragen mit „Stimme zu“, „Stimme nicht zu“ oder „Neutral“ zu beantworten – und jede Position kurz zu begründen.

Was bringt der Wahl-O-Mat?

Je stärker die Positionen einer Partei mit der Position des Nutzers übereinstimmen, desto mehr Punkte vergibt der Wahl-O-Mat. Auf Wunsch zeigt er die Begründungen der Parteien zu den Thesen an. Außerdem stellt er die Parteien und ihre inhaltlichen Konzepte vor. Die Informationen sollen insbesondere junge Menschen in der Meinungsbildung unterstützen. Wer schon eine gefestigte Position hat, erhält zu mehr als 90 Prozent treffgenaue Ergebnisse für seine präferierte Partei – und erkennt die Unterschiede zwischen den Parteien besser.

Wer nutzt den Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat wird immer häufiger genutzt, ein Drittel der User ist jünger als 30 Jahre. Bei der Bundestagswahl 2017 wurde der Wahl-O-Mat 15,7 Millionen Mal befragt, bei der Europawahl 2014 knapp vier Millionen Mal. Ob als Smartphone-App oder im Browser: Der Wahl-O-Mat trifft offenbar einen Nerv, als zeitgemäße und spielerische Form der Politikvermittlung.

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