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Einführung
Deutscher Film im 21. Jahrhundert

Filmstill aus „Oh, Boy“ von Jan-Ole Gerster
Filmstill aus „Oh, Boy“ von Jan-Ole Gerster | © Jan-Ole Gerster

Der Erfolg des Neuen Deutschen Films steht im Mittelpunkt unserer ersten Zusammenarbeit mit El antepenúltimo mohicano. In einer vierzehntägigen Kolumne analysiert Miguel Muñoz Garnica die wichtigsten Autoren und Trends des deutschen Spiel- und Dokumentarfilms im 21. Jahrhundert.

Von Emilio Luna

In einer der repräsentativsten Szenen von Oh, Boy (2010), Jan-Ole Gersters Spielfilmdebüt und einer der Schlüsselfilme dieses beginnenden Jahrhunderts, hört Nico (Tom Schilling) am Tresen einer Berliner Bar dem Klagelied eines betrunkenen und vom Leben gezeichneten Mannes zu. In seinem Selbstgespräch spricht er von den unerfüllten Versprechungen einer Generation von Deutschen nach dem Mauerfall, von den Wünschen für ein Land, dessen Wiederaufbau quasi im Dunkeln stattfand und endlich einen Funken Optimismus am Horizont erblickte. Versprechen und Wünsche, aus denen zwanzig Jahre später banalster Konformismus wurde, eine ideologische und kulturelle Anpassung, die die deutsche Jugend den kapitalistischen Lebensmodellen unterworfen hat. Wie bei einer anderen ähnlichen Bewegung, der des Mai '68, fand der Lärm nie seine Entsprechung in der späteren Lebensrealität. So verschwanden die Utopien unterwegs, Bequemlichkeit machte sich breit, der Hunger und die Neugierde starben. In gewisser Weise bedeutet dieser doppelte Sprung von der Dunkelheit zur Wiedervereinigung und vom Wiederaufbau zur Gegenwart einen erzählerischen und thematischen Bruch im neuen deutschen Kino. Eine Branche, die wie das Land Ihre Identität neu formulieren – und dabei eine glänzende, aber auch dekadente Vergangenheit hinter sich lassen musste –, um sich in Europa neu zu positionieren.

Etablierte Autor*innen und neue Regieversprechen

So haben sich Autorenfilmer*innen wie Christian Petzold, Maren Ade, Edward Berger, Doris Dörrie, Dennis Gansel, Fatih Akin, Andreas Dresen, Christian Schwochow, Tom Tykwer und Florian Henckel von Donnersmarck in der zeitgenössischen Filmszene fest etabliert, aber auch neue vielversprechende Regisseur*innen wie Dietrich Brüggemann, Nora Fingscheidt, Sebastian Schipper und der bereits erwähnte Jan-Ole Gerster haben sich hervorgetan. Sie alle und weitere Newcomer sind die Protagonist*innen der neuen Kolumne des Online-Magazins El antepenúltimo mohicano, die sich deutschen (Ko-)Produktionen des neuen Jahrtausends widmet. Autor der Kolumnen ist Miguel Muñoz Garnica. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Madrid durchgeführt und läuft – mindestens – zwölf Monate lang, wobei vor allem die Berlinale und das Festival de Cine Alemán in Madrid seine Dreh- und Angelpunkte sind. Das Goethe-Institut ist „das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland“. Es „engagiert sich seit 1957 für einen kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Spanien. Sowohl das anerkannte Sprachangebot als auch vielseitige kulturelle Veranstaltungen und Kooperationen fördern die Verständigung zwischen den beiden Ländern.“ Die kuratorische Praxis des Instituts in Sachen Film wird ihre konkrete Entsprechung in den Texten finden, die auf der Website elantepenultimomohicano.com (auf Spanisch) und dem Blog des Goethe-Instituts in deutscher Übersetzung zu lesen sein werden. Auf dieser Übersichtsseite finden Sie auch eine Zusammenstellung aller veröffentlichten Kolumnen. ¡Bienvenid@s!

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