Aufgabe 3a
Berliner Kuppe

Lesen Sie nun den Anfang des Texts „Berliner Kuppe“ von Wladimir Kaminer und beantworten Sie folgende Frage:

Ein weitverbreiteter Spruch lautet: „Berlin ist nicht Deutschland.“ Dem stimme ich zu. Wer Deutschland sehen will, der muss in den Wald gehen. Zweiundachtzig Millionen Menschen leben in der Bundesrepublik sehr kompakt auf zwölf Prozent ihres Territoriums, einschließlich Verkehrsflächen. Die restlichen Prozent sind Wälder und Felder, Seen und Flüsse. Eigentlich ein idealer Fleck zum Urlaubmachen. Trotzdem gelten die Deutschen als reiselustigste Nation der Welt. Jedes Mal wenn die Urlaubszeit ausbricht, verlassen sie ihre heimischen Kurorte und suchen das Weite. Die Bürger der ehemaligen DDR hatten ihr Recht auf Urlaub im Ausland 1989 sogar zu einer politischen Forderung gemacht. Sie gingen auf die Straße mit Plakaten wie „Visafrei nach Hawaii“ oder „Ohne Scham nach Pakistan“ (na gut, das zweite hab ich mir ausgedacht) und errangen damit die deutsche Wiedervereinigung.

„Wie war’s denn? Das erste Mal auf Hawaii?“, wollte ich meine Ostberliner Bekannten fragen, fand aber niemanden, der tatsächlich nach Hawaii gefahren war. Vielleicht sind die ersten ostdeutschen Hawaiitouristen gar nicht mehr zurückgekommen? Dabei hatte die DDR so viele Urlaubsmöglichkeiten zu bieten. Ihre naturparadiesischen Landschaften haben noch heute den höchsten Attraktivitätsindex: Mecklenburgische Seenplatte, Leipziger Tieflandsbucht, Thüringer Wald... Was man hat, schätzt man jedoch nicht.

Vermuten Sie: Was ist wohl das Thema des Textes? Wählen Sie eine Hypothese. Am Ende des Texts können Sie überprüfen, ob Sie richtig lagen.

1. Das Thema ist Tourismus in der ehemaligen DDR.
2. Das Thema ist die deutsche Wiedervereinigung.
3. Das Thema ist Berlin und seine Besonderheiten.
 

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