Aufgabe 2
Am Eisweiher

Ich war mit dem Abendzug aus dem Welschland nach Hause gekommen. Damals arbeitete ich in Neuchâtel, aber zu Hause fühlte ich mich noch immer in meinem Dorf im Thurgau. Ich war zwanzig Jahre alt.

Irgendwo war ein Unglück geschehen, ein Brand ausgebrochen, ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls kam mit einer halben Stunde Verspätung nicht der Schnellzug aus Genf, sondern ein kurzer Zug mit alten Wagen. Unterwegs blieb er immer wieder auf offener Strecke stehen, und wir Passagiere begannen bald, miteinander zu sprechen und die Fenster zu öffnen. Es war die Zeit der Sommerferien. Draußen roch es nach Heu, und einmal, als der Zug eine Weile gestanden hatte und das Land um uns ganz still war, hörten wir das Zirpen der Grillen.

Es war fast Mitternacht, als ich mein Dorf erreichte. Die Luft war noch warm, und ich trug die Jacke über dem Arm. Meine Eltern waren schon zu Bett gegangen. Das Haus war dunkel, und ich stellte nur schnell meine Sporttasche mit der schmutzigen Wäsche in den Flur. Es war keine Nacht zum Schlafen.

a) Bitte beantworten Sie folgende Fragen:

1. Abschnitt:
Der Ich-Erzähler: Was erfahren wir über ihn? Woher kommt er? Wohin fährt er? Zu welcher Tageszeit? Wo arbeitet er? Wo fühlt er sich zu Hause? Wie alt ist er?


2. Abschnitt:
Die Zugfahrt: Was ist anders als sonst? Was passiert während der Zugfahrt? Was machen die Passagiere? Was nehmen sie wahr? In welcher Jahreszeit spielt die Geschichte?


3. Abschnitt:
Der Ich-Erzähler: Wann kommt er zu Hause an? Was erwartet ihn dort? Was macht er? Wie beschreibt er die Nacht?


b) Untersuchen Sie die Zeitformen, die der Ich-Erzähler verwendet:

Ist das, was er berichtet, erst kürzlich geschehen, oder liegt es schon länger zurück?


c) "Es war keine Nacht zum Schlafen.", sondern?

Wie geht es jetzt weiter?

Beispielantworten

Er fährt am Abend mit dem Zug von Neuchâtel (französische Schweiz), wo er arbeitet, zurück in sein Heimatdorf im Thurgau (deutschsprachige Schweiz), wo er sich nach wie vor richtig zu Hause fühlt.

In Neuchâtel scheint er noch nicht recht Fuß gefasst zu haben, er fühlt sich dort noch fremd und allein, weshalb er vermutlich regelmäßig an den Wochenenden zu seinen Eltern nach Hause fährt.

Im 3. Abschnitt erfahren wir, dass er bei seinen Besuchen die schmutzige Wäsche mitbringt, um sie (wahrscheinlich von seiner Mutter) zu Hause waschen zu lassen.

Er ist zwanzig Jahre alt.
Statt des gewöhnlichen Schnellzuges reist er dieses Mal in einem kurzen Zug mit alten Waggons, der einige Male auf offener Strecke stehen bleibt.

Die Zugfahrt wird sinnlich erfahren: die Passagiere sprechen miteinander, Fenster werden geöffnet und herein strömt der Geruch von frischem Heu.

Auch hört man Grillengezirpe.

Es ist Sommer.
Als er gegen Mitternacht sein Elternhaus erreicht, sind die Eltern bereits schlafen gegangen.
Er lässt seine schmutzige Wäsche in dem dunklen Haus.

Die Nacht ist warm und zum Schlafen zu schade.
Der Ich-Erzähler benutzt ausschließlich Vergangenheitsformen, wie das Präteritum und Plusquamperfekt.
Auch verwendet er einmal das Adverb „damals“.

Das Geschehen liegt also schon länger zurück.

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