Aufgabe 1
Gehen,Ging, Gegangen

Lesen Sie den Anfang der Geschichte, wo die Hauptfigur, Richard, eingeführt wird.
 
Vielleicht liegen noch viele Jahre vor ihm, vielleicht nur noch ein paar. Es ist jedenfalls so, dass Richard von jetzt an nicht mehr pünktlich aufstehen muss, um morgens im Institut zu erscheinen. Er hat jetzt einfach nur Zeit. Zeit, um zu reisen, sagt man. Zeit, um Bücher zu lesen. Proust. Dostojewski. Zeit, um Musik zu hören. Er weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis er sich daran gewöhnt hat, Zeit zu haben. Sein Kopf jedenfalls arbeitet noch, so wie immer. Was fängt er jetzt mit dem Kopf an? Mit den Gedanken, die immer weiter denken in seinem Kopf? Erfolg hat er gehabt. Und nun? Das, was Erfolg genannt wird. Seine Bücher wurden gedruckt, zu Konferenzen wurde er eingeladen, seine Vorlesungen waren bis zuletzt gut besucht, Studenten haben seine Bücher gelesen, sich Stellen darin angestrichen und zur Prüfung auswendig gewusst. Wo sind die Studenten jetzt? Manche haben Assistenzstellen an Universitäten, zwei oder drei sind inzwischen selbst Professoren. Von anderen hat er lange nichts mehr gehört. Einer hält freundschaftlichen Kontakt zu ihm, ein paar melden sich von Zeit zu Zeit.
So.
Von seinem Schreibtisch aus sieht er den See.
(Seite 9, Zeile 1 bis 21)

Den Mann, der unten im See liegt, haben sie immer noch nicht gefunden. Kein Selbstmord, sondern beim Baden ertrunken. Seit diesem Tag im Juni liegt der See still da. Tag für Tag still. Juni still. Juli still. Und jetzt, bald ist schon Herbst, immer noch still. Kein Ruderboot, keine kreischenden Kinder, kein Angler. Wenn in diesem Sommer irgendwer vom Steg der öffentlichen Badestelle einen Kopfstprung ins Wasser macht, kann es nur ein Fremder sein, der von dem Unglück nichts weiβ. Beim Abtrocknen spricht den dann vielleicht eine Ortskundige an, die gerade ihren Hund ausführt, oder ein Fahrradfahrer, der kurz vom Rad steigt, um zu fragen: Sie wissen wohl nicht? Richard hat noch nie so einem Ahnungslosen etwas von dem Unglück gesagt, warum auch, warum jemandem, der nur einen schönen Tag haben will, den Tag verderben. An seinem Zaun spazieren die Ausflügler ebenso heiter, wie sie gekommen sind, auch auf dem Heimweg wieder vorüber.
(Seite 11, Zeile 15 bis 30)


Ergänzen Sie jetzt die Lücken:

  1. Richard, der Protagonist, war von Beruf.
  2. Wenn Richard an seinem Schreibtisch sitzt, kann er den sehen.
  3. Beim Baden ist im Juni ein Mann .
  4. Richard hat noch niemandem, der nichts davon wusste, von dem erzählt.
  5. Er möchte den Leuten nicht den verderben.

 

 





 

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