Gabriela

Name: Gabriela
Alter: 44
Geburts- und Aufenthaltsort: Ich bin in Sharon, Connecticut (USA) geboren und lebe in Madrid.
Beruf: Audiovisuelle Medienproduzentin

Wie würdest du deine Identität beschreiben?

Meine Identität ist sehr bi. Ich empfinde mich als sehr amerikanisch und sehr spanisch.

Fühlst du dich zugehörig an einem Ort? An mehreren? Welcher oder welche sind das?

Egal, wo ich gerade bin, ich vermisse den jeweils anderen Ort immer sehr. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich selbst bin der rote Faden, der durch meine Lebensgeschichte führt. Ich sehe mich auf diesen Fotos aus Schulzeiten, wie wir Eishockey gespielt haben, ich denke, ich bin immer noch dieselbe Person, aber es erscheint mir wie in sehr weiter Ferne.

Welche Faktoren spielen bei dieser Identifizierung eine Rolle? Woraus besteht sie?

Es gibt diese zwei Spanien und diese zwei Amerikas, und ich versuche, aus jeder Kultur das Beste zu ziehen. Die amerikanische Kultur ist sehr optimistisch, diese Lebensart gefällt mir sehr. In Spanien gibt es immer noch viel Klassendenken, was es in Amerika so nicht gibt. Aber mir gefällt die spanische Spontaneität, dieses Vermeiden langfristiger Planereien.

Mich begeistern die Traditionen. In Amerika habe ich mich mit der Direktorin einer Bibliothek getroffen, um etwas zu erfahren über die indigene Bevölkerung, die in dieser Gegend vor Zeiten gelebt hat. Es war eine enorm ausgeprägte Kultur, aber man weiß darüber nichts. Ich nehme an, daher kommt auch die Faszination, die die traditionellen Gebräuche in Spanien auf mich ausüben. Modern sein und Gefallen an den Traditionen finden, das ist kein Widerspruch. Ich bin ein großer Fan der Volksfeste!

Das Konzept einer hybriden Identität, bedeutet das für dich etwas? Oder sagt dir das nichts?

Ich glaube, wir werden immer hybrider. Das Konzept einer reinen Rasse ist doch sehr veraltet und nicht sehr spannend. Die Welt bewegt sich in eine andere Richtung. Heutzutage ist alle Welt viel mehr miteinander verbunden. Gleichzeitig nehmen wir die gleichen Medienprodukte auf wie Game of Thrones oder Stranger Things… In dieser Hinsicht sind wir alle auch irgendwie gleicher.

Empfindest du deine Situation eher als eine Bereicherung oder als einen Mangel?

Ich habe immer mehrere Zeitzonen im Kopf. Die Entfernungen sind relativ. Ich reise viel und besuche meine Familie und meine Freunde auf beiden Kontinenten. Mit Freundinnen und Freunden bin ich in Kontakt über Skype oder Whatsapp in verschiedenen Zeiten und Geschwindigkeiten.

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