Long Rubén

Name: Long Rubén Phong
Alter: 23 Jahre
Geburts- und Aufenthaltsort: Ich bin aus Madrid
Beruf: Ich studiere Tourismus

Wie würdest du deine Identität beschreiben?

Ich bin aus Madrid, sehe mich aber als Chinesen und Spanier an. Ich habe zwei Namen: Long und Rubén. Ich finde es gut, die Traditionen meiner Familie zu bewahren. Sie bewahren sie hier in Spanien. Sie betreiben einen wunderbaren Laden in der Straße Estudios, im Viertel La Latina. Man kann dort chinesische Lebensmittel und veganes und vegetarisches Essen zum Mitnehmen kaufen.

Fühlst du dich zugehörig an einem Ort? An mehreren? Welcher oder welche sind das?

Meine Familie lebt seit fünfundzwanzig Jahren in Madrid und seit zwölf Jahren in diesem Viertel. In der Schule war ich einer der wenigen Asiaten im Viertel Puerta del Ángel. Ich fühlte mich diskriminiert, aber dann zogen wir nach La Latina und mit der Zeit fühle ich mich hier sehr wohl.

Welche Faktoren spielen bei dieser Identifikation eine Rolle? Woraus besteht sie?

Ich fühle mich zu Hause wegen der Nähe zu den Leuten aus dem Viertel. Hier treffe ich Freunde und habe Nachbarn, die freundlich zu mir sind. Ich identifiziere mich mit diesem Ort und lebe sehr gerne im Zentrum. Ich verabrede mich mit Freunden und kann immer zu Fuß nach Hause kommen.

Das Konzept einer hybriden Identität, bedeutet das für dich etwas? Oder sagt dir das nichts?

Ich fühle mich der geanzen Welt zugehörig. Meine Kultur und meine Identität sind chinesisch, obwohl meine Eltern Vietnamesen sind. Aber ich bin Chinese, weil ich so aussehe. Und zugleich identifiziere ich mich mit meinem Geburtsort, nicht zuletzt, weil ich mein ganzes Leben hier zugebracht habe.

Empfindest du deine Situation eher als eine Bereicherung oder als einen Mangel?

An der spanischen Kultur gefallen mir viele Sachen. Als ich vor zwei Jahren einige Zeit in Deutschland war, hat mir Madrid sehr gefehlt. Was das Affektive angeht, ist die spanische Kultur sehr anders als die asiatische. Sie ist viel enger, was die familiären Beziehungen angeht, das fällt mir sehr auf. Mein Bruder ist mit einer Katalanin verheiratet, und ich finde es toll, dass wir eine Frau von hier in der Familie haben.

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