Ein märchenhafter Tag – die Brüder Grimm im Haus Golferichs

Das Goethe-Institut Barcelona und das Centre Cívic Golferichs luden zum Grimmtag ins Märchenschloss Haus Golferichs und über tausend Besucher kamen.

Die Jugendstilvilla, 1901 vom katalanischen Architekten Rubió i Bellver für den Holz- und Kolonialhändler Macari Golferichs gebaut, liegt direkt an der Gran Via. Dieses Haus war die Kulisse für einen Tag rund um die Brüder Grimm und ihre Märchensammlung, die vor 200 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Kernstück war eine für dieses Ereignis konzipierte Ausstellung  über das Leben und Werk der berühmten Brüder, ergänzt durch Malaktionen, Märchenerzählungen in Katalanisch, Deutsch und Spanisch, Schmink- und Bastelaktionen, Puppentheater, Filmvorführungen, Konzert und einem großen Märchenraten. Besonders beliebt bei den Kindern waren die vier leibhaftigen Märchenfiguren: der gestiefelte Kater, Rotkäppchen, der Rattenfänger von Hameln und die Hexe aus „Hänsel und Gretel“…

Eröffnet wurde der Tag bei strahlendem Sonnenschein von den Illustratoren Ignasi Blanch und seinem Schüler Jan Barceló, die auf einer großen Papierwand viele verschiedene Märchen lebendig werden ließen. Anschließend konnten die Kinder mit den beiden malen und basteln und  ihre Kunstwerke mit nach Hause nehmen. Beim Kinderschminken gab es eine lange Schlange, und selten waren so viele Prinzessinnen beisammen gewesen. Überall in Haus und Hof waren unterschiedliche Elemente versteckt, die Hinweise auf neun bekannte Märchen der Brüder Grimm gaben. Wer alle Märchenelemente gefunden und die Titel richtig aufgeschrieben hatte, konnte sich beim Goethe-Stand einen Preis abholen. Dort wurde man auch ausführlich über Deutschkurse in Barcelona und in Deutschland informiert. Und wenn jemand sich als Schneewittchen oder Zwerg fotografieren lassen wollte, brauchte er nur hinter eine von Ignasi Blanch und Jan Barceló gestaltete Fotowand treten und den Kopf im richtigen Winkel durch das Loch strecken. Wem es im Hof zu heiß wurde, konnte in den gekühlten Sälen des Hauses Golferichs sich die Ausstellung zu den Brüdern Grimm und die historischen Märchenillustrationen aus der Grimmausgabe des Taschenverlags anschauen, in alten und neuen Märchenbüchern blättern oder sich Geschichten erzählen lassen.

Tief konzentriert lauschten Groß und Klein den Märchenerzählern Anna Garcia, Yoshi Hioki, Susana Tornero, Monika Klose und Ignasi Potrony, die das Publikum mit ihren lebendigen und zum Teil musikalischen Darbietungen in andere Welten entführten. Unterdessen wurden In der Bibliothek des Hauses Golferichs die Gewinner des Schreib- und Malwettbewerbs zu den Grimm Märchen bekannt gegeben. Anschließend wurde dieser Raum in einen Kinosaal verwandelt. Märchen als Bildergeschichte, ob als moderne Kunst von Silvia Rudolf oder Scherenschnitt von Lotte Reiniger, faszinierten Kinder wie Erwachsene. Der mit einem Goya ausgezeichnete spanische Trickfilm „Los cuatro musicos de Bremen“ (Die Bremer Stadtmusikanten) füllte den Saal bis auf den letzten Sitzplatz und auch die Neuverfilmungen von Schneewittchen und Dornröschen, die die ARD in den letzten Jahren mit bekannten Schauspielern gedreht hat, fanden großen Gefallen.  Besonderen Andrang gab es auf die beiden Vorstellungen des Puppentheaters Farrés Brothers, die mit der Geschichte um den Opa Farrés, der den Märchenfiguren ihre ewige Jugend zurückgibt, den Märchen eine neue Dimension verliehen. Den krönenden Abschluss bildete das Konzert der Gruppe Fireluche, die mit ihren vielfältigen Instrumenten und ihren fröhlichen Klängen das ganze Publikum begeisterten und zum Tanzen brachten.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Haus Golferichs, den herausragenden Darbietungen der beteiligten Künstler, dem schönen Wetter und dem guten Essen vom Restaurant Q bo ist es tatsächlich ein märchenhafter Tag geworden.

Fotogalerie (fotos: D. Amin, L. Männel, J.Azategui und S. Pick)

Presseecho (PDF, 7MB)

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