Drei junge deutschsprachige Theaterautoren beim OBRADOR D‘ESTIU in der Sala Beckett

[Juli 2019]

In der diesjährigen Ausgabe des Obrador d’estiu, dem internationalen Theaterworkshop der Sala Beckett, nehmen mit Unterstützung des Goethe-Instituts Barcelona die drei deutschsprachigen Künstler Jakob Nolte, Wolfram Lotz und Thomas Köck teil.


Bereits zum 15. Mal veranstaltet die Sala Beckett den Obrador d’Estiu, die Sommerwerkstatt für Schauspieler*innen, Dramatiker*innen und Regisseur*innen. Die Hauptziele sind die Präsentation und Vernetzung der internationalen zeitgenössischen Dramatik. Zu diesem Zweck arbeiten junge Autor*innen unter Anleitung eines erfahrenen Autors – lange Jahre Simon Stephens und in diesem Jahr Alison McDowall – zu einem bestimmten Thema und tauschen sich über ihre Texte aus. In diesem Jahr hat sich McDowall für das Thema Tod entschieden. Die Ergebnisse werden in szenischen Lesungen öffentlich vorgestellt. Der Eintritt ist frei. Einer der internationalen Gäste ist der deutsche Autor Jakob Nolte, dessen Stück Das Tierreich (Coautorenschaft Michael Decar) 2018 in einer Anthologie zeitgenössischer Dramatik auf Katalanisch erschienen ist.

In diesem Jahr wurden auch sieben frühere Teilnehmer*innen vom Obrador d‘estiu eingeladen, welche mittlerweile ihren festen Platz in der aktuellen Theaterlandschaft gefunden haben. Aus Deutschland stellt sich Wolfram Lotz, der bereits 2011 am Obrador d’estiu teilgenommen hat, in einem Podiumsgespräch am 8. Juli um 18:30 Uhr zusammen mit anderen internationalen Autor*innen vor. Dabei werden auch Fragmente der Werke der Gesprächspartner*innen gezeigt.

Ein ganz besonderes Highlight ist die Aufführung in katalanischer Sprache des preisgekrönten Stücks paradies fluten (verirrte Sinfonie) des Österreichers Thomas Köck, am 9. und 10. Juli, jeweils um 19 Uhr. Karten können für 5€ auf der Website der Sala Beckett erworben werden. Thomas Köck war 2017 beim Obrador d’Estiu und ist auch Teilnehmer beim europäischen Projekt „fabulamundi“.
Das Goethe-Institut Barcelona unterstützt seit 14 Jahren die Teilnahme junger deutschsprachiger Autor*innen bei dieser Internationalen Dramatik-Werkstatt der Sala Beckett. Außerdem fördert es jedes Jahr bis zu drei Übersetzungen deutschsprachiger Dramatiker*innen ins Katalanische und lädt Autor*innen zu Premieren, Podiumsgesprächen und Schreibwerkstätten ein. Damit wird ein Beitrag zur Förderung des internationalen kulturellen Austauschs geleistet.



Jakob Nolte wurde in Barsinghausen am Deister geboren. Seine Bücher und Theaterstücke sind preisgekrönt und wurden in diverse Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin. Auf Katalanisch ist von ihm erschienen Das Tierreich, das er gemeinsam mit Michel Decar geschrieben hat.
(Nolte in den deutschsprachigen Verlagen Matthes Seitz Berlin, Fischerverlage; im katalanischen Verlag Comanegra)

Jakob Nolte Jakob Nolte | ©Jakob Nolte Der deutsche Autor Wolfram Lotz, geboren 1981 in Hamburg, wuchs im Schwarzwald auf. Er studierte Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft in Konstanz, und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.
(Lotz in den deutschsprachigen Fischerverlagen)

Wolfram Lotz Wolfram Lotz | ©Fischer-Theater Der 1986 in Steyr, Österreich, geborene Thomas Köck studierte zunächst Philosophie in Wien und anschließend Szenisches Schreiben und Film in Berlin. Nachdem bereits seine Kindheit stark von Musik geprägt war, beschäftigte er sich im späteren Leben mit weiteren kreativen Ausdrucksformen, so etwa mit dem Verfassen eines Internetblogs gegen politisch rechtes Gedankengut oder etwa im filmischen Bereich. Besonders erfolgreich ist Köck allerdings mit dem Verfassen von Theaterstücken. Er gilt als einer der vielversprechendsten jungen Dramatiker im deutschsprachigen Raum. Dafür wurde er bereits vielfach ausgezeichnet, so etwa 2016 mit dem Kleist-Förderpreis sowie 2018 mit dem Mühlheimer Dramatikerpreis, jeweils für sein Werk paradies fluten (eine verirrte Sinfonie).
(Köck im deutschsprachigen Suhrkampverlag)

Thomas Köck Thomas Köck | ©Thomas Köck