Austauschprogramm von Künstler*innen zwischen Baden-Württemberg und Katalonien 2019

Hangar Studio
Hangar Studio | © Hangar Barcelona

[Juni 2019]

Das Jurykomitee für die Vergabe der Stipendien im künstlerischen Austausch zwischen Baden-Württemberg und Katalonien im Sommer und Herbst 2019 hat sich nun für je zwei Künstler*innen aus beiden Regionen entschieden.

Die entsprechende Sitzung fand am 11. Juni unter Teilnahme von Vertreter*innen der 4 Institutionen des Projekts statt. Für den Aufenthalt im Juli und August in Stuttgart fiel die Wahl auf Alba Mayol Curci und Marcela Jacarilla Jordà, aus Baden-Württemberg werden Shaoteng-He und Simon Pfeffel für die Monate September und Oktober nach Barcelona kommen.
 
Dieses Stipendiumprogramm ist Ergebnis einer Initiative des Goethe-Instituts Barcelona in Zusammenarbeit mit dem Kunstzentrum Hangar, dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart und der Kunststiftung Stuttgart. Das Projekt zielt darauf ab, durch die Förderung des künstlerischen Schaffens eine Vernetzung der regionalen Kontexte der teilnehmenden Zentren und Institutionen zu intensivieren. Dabei wird der interregionale Austausch zwischen Künstler*innen aus Baden-Württemberg und Katalonien unterstützt, um Erfahrungen zwischen den künstlerischen und sozialen Gemeinschaften auszutauschen und einen Dialog zu etablieren. Das Projekt wird durch Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) und dem Departament de Cultura der Generalitat de Catalunya ermöglicht.


Zu den ausgewählten Künstler*innen:
 
● Alba Mayol Curci
Alba Mayol Curci ist bildende Künstlerin und Schriftstellerin. Nach ihrem Studium der Anglistik sowie der Theorie und Ästhetik zeitgenössischer Kunst in Barcelona lebt und arbeitet sie nach wie vor in der katalanischen Hauptstadt. Zusätzliche Weiterbildungsfelder umfassen etwa Visuelle Kunst, Fotografie sowie Arbeiten zu Themen aus Psychoanalyse, Feminismus und Dekonstruktion. Von 2018 bis 2020 ist sie Teil des Residenzprogramms im katalanischen Kunstzentrum Hangar. In ihrem Projekt “Oracle of the Origin” im Rahmen unseres Austauschprogramms wird sie mit Text-, Installations- und Performancekunst zu Licht- und Transparenzeffekten von Marmor arbeiten.

● Marcela Jacarilla Jordà
Marcela Jacarilla Jordà kommt ebenfalls aus Katalonien. Sie arbeitet als bildende Künstlerin, Schriftstellerin und Filmkritikerin. Ihr Werk wurde bereits durch vielfältige Preise ausgezeichnet und an mehreren Orten in Barcelona teils als Solo-, teils als Gruppenausstellung mit weiteren Künstler*innen gezeigt. In Stuttgart wird sie sich auf ein Projekt der Videokunst fokussieren, in dem sie sich kritisch mit dem Kapitalismus als prädominante Wirtschaftsform und Ideologie sowie ihrer persönlichen Rolle darin auseinandersetzt.

● Shaoteng-He
Shaoteng-He hat in China und Deutschland Bildende Kunst studiert und lebt in Stuttgart. In der Vergangenheit hat er sich mit verschiedenen Kunstformen beschäftigt und arbeitet momentan vor allem im Bereich der Performance- und Videokunst im öffentlichen Raum. In seinen Werken reflektiert er Autonomie und Grenzen der Kunst. Shaoteng-He plant für seinen Aufenthalt in Barcelona, mit Hilfe selbst gebackener Kuchen Menschen zur eigenständigen Kunstproduktion anzuregen und die Ergebnisse zu dokumentieren, um so die Grenzen explizit für Kunst geschaffener Orte zu verflüchtigen.

● Simon Pfeffel
Simon Pfeffel hat Bildende Kunst in Karlsruhe und Stuttgart studiert und lebt nach wie vor in Baden-Württemberg. In der Vergangenheit konnte er einige Erfahrungen mit teils provokanten Performancekünsten an verschiedenen Orten sammeln, so etwa in Frankreich oder dem Iran. Er hat an verschiedenen Residenzprogrammen teilgenommen und ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Auch Ausstellungen, ob allein oder mit weiteren Künstler*innen, hat Simon Pfeffel schon an einigen Orten realisiert. In Barcelona möchte er mit einer transdisziplinären Arbeitsweise alltägliche Handlungen in der Stadt und der Kunst- und Kulturszene dokumentieren. Seine Erkenntnisse präsentiert er in einer Vermischung aus Performance, Zeichnungen und Audiovisueller Kunst in Verbindung mit psychologischen und soziologischen Theorien zum urbanen Miteinander.
 

Zu den teilnehmenden Institutionen:
 
● Württembergischer Kunstverein Stuttgart - WBK
Der 1827 gegründete Württembergische Kunstverein Stuttgart – WBK - zählt mit rund 3.000 Mitgliedern und einer Ausstellungsfläche von mehr als 1.500 Quadratmetern zu den größten Kunstvereinen. Der Verein versteht sich als Ort der offenen und partizipativen Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansätzen und Praktiken der zeitgenössischen Kunst und doch mit seinen breiten gesellschaftspolitischen Lagern, mit denen er verbunden ist. Der WBK arbeitet auf der Grundlage von transkulturellen und transdisziplinären Richtlinien, sowohl lokal als auch international. Er vereinigt die Produktion, die Arbeitsprozesse und die Konstruktion von Wissen über zeitgenössische Kunst in Theorie und Praxis. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Werkstattleitung, die Förderung künstlerischer Forschungsprojekte, die Koproduktion neuer Werke und die Entwicklung komplexer Ausstellungsarrangements.
 
● Kunststiftung Baden-Württemberg
Die Kunststiftung Baden-Württemberg ist eine Institution zur Förderung des jungen zeitgenössischen Kunstschaffens. Ziel ist es, die Entwicklung der künstlerischen Arbeit junger Nachwuchstalente zu unterstützen, die befristet im Land Baden-Württemberg leben oder geboren wurden und so wirtschaftliche Unabhängigkeit und Freiheit in der künstlerischen Arbeit zu garantieren. Die Stiftung fördert junge Talente aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik, Kunstkritik und Kulturmanagement durch Stipendien und und bietet ihnen Arbeits- und Wohnraum. Mit der Produktion von Publikationen und der Organisation von Veranstaltungen präsentiert die Stiftung die preisgekrönten Werke einem breiteren Publikum.
 
● Goethe-Institut Barcelona
Das Goethe-Institut ist das Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland und realisiert seine Aktivitäten weltweit mit dem Ziel, die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland zu fördern und die kulturelle Zusammenarbeit voranzutreiben. Darüber hinaus vermittelt das Goethe-Institut einen umfassenden Überblick über Deutschland durch Informationen über das kulturelle, soziale und politische Leben des Landes. Es arbeitet auf der Grundlage des gegenseitigen Dialogs und steht in diesem Sinne auf internationaler Ebene im Dienste all jener, die sich aktiv mit der deutschen Sprache und Kultur beschäftigen. Zu diesem Zweck arbeitet es mit privaten und öffentlichen Kulturinstitutionen zusammen und fördert die Zusammenarbeit mit lokalen Kulturakteuren, indem sie ein breites Spektrum an kulturellen Aktivitäten organisiert und unterstützt.
 
● Hangar
Der Hangar ist ein offenes Zentrum für Forschung und künstlerische Produktion, das Kreative und Künstler*innen unterstützt. Die Mission des Hangars ist es, Schöpfende in allen Phasen des Produktionsprozesses der bildenden Künste zusammenzubringen und zur besseren Umsetzung jedes ihrer Projekte beizutragen. Aus diesem Grund konzentrieren sich alle ihre Dienstleistungen darauf, den Zugang der Künstler*innen zu den notwendigen materiellen und technischen Ressourcen zu erleichtern und einen Rahmen für Experimente, Forschung und Wissenstransfer zu schaffen.