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19:00–21:00 Uhr

Journalismus im Exil

Diskussionsrunde|Mit Alfonso Bauluz, Arsenio Rodriguez Quintana, Sasha Molotkova, Ata Mohamed Tabriz, Johannes Metzler und Linda Osusky | Walter Benjamin Woche 2026

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Journalismus im Exil

Auf der Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime sah sich der Schriftsteller und Denker Walter Benjamin gezwungen, seine journalistische Tätigkeit aus dem Pariser Exil heraus fortzuführen. Er veröffentlichte weiterhin zahlreiche Artikel, Essays und Kritiken in verschiedenen Zeitschriften. Seine Texte spiegeln die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen des Schreibens im Exil wider.

Diese Podiumsdiskussion möchte die Arbeitsbedingungen des Journalismus im Exil anhand aktueller Beispiele politischer Repression, Zensur, Selbstzensur und Sicherheitsrisiken analysieren. Darüber hinaus soll die Bedeutung unabhängiger Informationen als grundlegende Säule demokratischer Gesellschaften thematisiert und im Gedenken an Benjamin bekräftigt werden.

Vortragende:
- Alfonso Bauluz (Präsident Reporter ohne Grenzen Spanien)
- Johannes Metzler (Leiter der Hannah-Arendt-Initiative)
- Sasha Molotkova (Dozentin Abat Oliva CEU)
- Arsenio Rodriguez Quintana (Essayist, Historiker)
- Ata Mohamed Tabriz (Journalist)
Moderation: Linda Osusky (Journalistin)

Veranstaltet vom Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland Barcelona

  • Alfonso Bauluz ist ein asturischer Journalist, Professor an der Universidad Complutense de Madrid (UCM) und Präsident von „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) Spanien sowie Chef vom Dienst im Ressort Internationales der Nachrichtenagentur Efe, bei der er seit 38 Jahren arbeitet. Er begann seine Laufbahn 1985 in der Lokal­presse Asturiens und war Chronist in den Bereichen Polizeimeldungen, Terrorismus, Justiz und Wirtschaft – in letzterem als spezialisierter Redakteur für Energie und parlamentarische Berichterstattung. Als Korrespondent und Sondergesandter hat er Kriege, Revolutionen, Naturkatastrophen, Wahlen und hochrangige diplomatische Gipfeltreffen in Afrika, Amerika, Asien und Europa abgedeckt. Außerdem arbeitet er mit dem Spanischen Institut für Strategische Studien und dem Höheren Zentrum für Studien der Nationalen Verteidigung (CESEDEN) zusammen. Er ist Autor des Buches „Prensa y manipulación: El Pentágono y las operaciones de Información“ (Fragua) sowie Mitautor von „Fotoperiodistas de guerra españoles“ (Turner) und „Objetivo Bagdad“ (EFE).

  • Johannes Metzler ist Medien­sicherheits­experte und leitet das Koordinationsbüro der Hannah-Arendt-Initiative zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Zudem ist er für mehrere globale Projekte der DW Akademie verantwortlich, in der er über mehrere Jahre den Bereich Mexiko, Zentralamerika und die Karibik leitete. Metzler verfügt über umfassende Erfahrung im Journalismus und arbeitete unter anderem als Auslandskorrespondent für den deutschen Fernsehsender ARD.

  • Sasha Molotkova begann ihre journalistische Laufbahn im Jahr 2008 als Parlamentskorrespondentin und Nachrichtensprecherin. Sie hat in Georgien, Kirgisistan, Österreich, Frankreich, der Schweiz und Spanien gearbeitet und mit verschiedenen internationalen Medien wie BBC, Euronews, Associated Press, Press TV, Voice of America und Reuters zusammengearbeitet. Sie berichtete über politische Themen, Wahlen, Proteste in verschiedenen Ländern (Ukraine, Kirgisistan, Spanien und Georgien), das iranische Atomprogramm (beim IAEO – Internationale Atomenergie-Organisation – in Wien) sowie über die Sitzungen der Vereinten Nationen zu Menschenrechten in Genf. In letzter Zeit hat sie als Analystin und Expertin für internationale Angelegenheiten mit katalanischen Medien wie TV3 und Betevé sowie mit dem spanischen Sender TVE zusammengearbeitet und hauptsächlich über den Krieg in der Ukraine berichtet. Derzeit ist sie Universitätsprofessorin und Direktorin des Masterstudiengangs für Digitale Kommunikation und Neue Technologien an der UAO CEU. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Hybride Kriegsführung, Strategische Narrative, TV-Berichterstattung und Geopolitik.

  • Arsenio Rodríguez Quintana (Havanna, 1964) ist ein hispano‑kubanischer Historiker, der 1994 sein Geschichtsstudium an der Universität von Havanna abschloss. Darüber hinaus ist er Vater, Dichter, Erzähler und Essayist. Er hat fünfundzwanzig Bücher veröffentlicht. Derzeit arbeitet er als Verleger und CEO von Ediciones Muntaner, wo er verlegerische Dienstleistungen anbietet. Sein Blog verzeichnete zwischen 2013 und 2023 mehr als 1.700.000 Aufrufe. Er arbeitete drei Jahre lang als Historiker im Nationalarchiv Kubas, bis 1999, sowie in verschiedenen Verlagen, unter anderem bei Linkgua Ediciones in Barcelona. Sieben Jahre lang, von 2000 bis 2007, war er Mitarbeiter der gedruckten und digitalen Zeitschrift Encuentro de la Cultura Cubana in Madrid, und von 2020 bis 2023 der Online‑Zeitschrift Cibercuba. In den letzten fünf Jahren hat er Vorträge über seine Bücher gehalten – an Orten, die vom Ateneu Barcelonès über die Universität Wien bis zur Universität Barcelona reichen.

  • Linda Osusky ist Investigativjournalistin und unabhängige Filmemacherin, spezialisiert auf soziale und ökologische Themen. Ihre Reportagen und Artikel erscheinen in Publikationen und Fernsehsendern wie Tagesspiegel, Die Presse, ARTE, TVE und ORF. Sie besitzt einen Masterabschluss in Kultur- und Sozialanthropologie, dessen Methodik ihren narrativen Stil prägt: beobachten, zuhören und teilnehmen. Ihr jüngster Dokumentarfilm „Cicatrices del Crecimiento“ (Das Rohstoff-Dilemma) wurde in Deutschland mit dem Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

  • Ata ist Journalist und politischer Analyst mit über zehn Jahren Erfahrung. Er berichtet über gesellschaftlich-politische Entwicklungen im Iran und in der Türkei in Form von Reportagen, Analysen und Videoformaten. Er arbeitet mit Iran International, Radio Farda, IranWire, BBC Persian und VOA Türkçe zusammen. Sein Hauptfokus liegt auf regionalen Machtstrukturen, der Außenpolitik des Iran und der Türkei, den Krisen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die lokale Gesellschaft.

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