Filmvorführung Heimkehr

















"Heimkehr"

Regie: Gustav Ucicky
Deutschland, 1941, 95 min

Der Film ist Teil der Veranstaltungsreihe, deren Ziel es ist aufzuzeigen, wie der Kinofilm im Propagandaapparat des Naziregimes als entscheidendes Mittel zur Volksverhetzung und Manipulation diente. Den einführenden Vortrag zum Film hält  Xavier Antich.

Antipolnischer und antisemitischer Propagandafilm, mit den höchsten Prädikaten des NS-Staates ausgezeichnet. Die Handlung spielt 1939 in der polnischen Kreisstadt Luzk, in Wolhynien. Die hier seit dem 18. Jahrhundert lebende deutsche Minderheit wird von den Polen immer stärker schikaniert und ihrer Rechte beraubt. Sie müssen ihre Schule aufgeben, bei einem brutalen Übergriff in einem Kino wird ein Deutscher erschlagen, ein Arzt wird aus dem Hinterhalt beschossen und erblindet, die Deutschen werden von ihren Höfen gejagt. Trotz eines Versammlungsverbots finden sich am 1. September 1939 rund 200 Deutsche in einer Scheune ein, um im Radio Hitlers Rede vor dem Reichstag zu verfolgen. Sie werden von polnischen Soldaten verhaftet und eingekerkert; nur der deutsche Vormarsch rettet sie vor dem sicheren Erschießungstod. Im Treck ziehen die Wolhyniendeutschen schließlich „heim ins Reich“... tatsächlich aber wurden sie in die eroberten polnischen Westgebiete „umgesiedelt“. –

An „Heimkehr“ wirkten auch polnische Schauspieler mit – „die schlimmste Episode aus der Geschichte der Filmkollaboration“, wie der polnische Filmhistoriker Jerzy Toeplitz schreibt. Ihnen wurde 1947 in Polen der Prozess gemacht.

Xaver Antich ist Professor für Geschichte der Ästhetik an der Universität Girona, Leiter des Master-Studiengangs Kommunikation und Kunstkritik an der Universität von Girona, und Werkstattkoordinator für Kunstkritik des Museum für zeitgenössische Kunst in Barcelona. Er ist der derzeitiger Präsident des Vorstands der Fundació Tàpies. Überdies hat er mehrere Bücher veröffentlicht und schreibt regelmäßig für verschiedene Medien, wie für den Kulturbereich der Zeitung La Vanguardia und dessen Beiheft Cultura / s, für das er auch beratend tätig ist. Er hat Artikel über Martin Heidegger, Jan Patocka und Emmanuel Levinas, den er auch ins Katalanische übersetzt hat, verfasst.

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