Intervention Right to move_Áurea Martín über "Tanquem els CIEs" und "Tras la Manta"

Desobediencia Tras La Manta _Foto de Sandro Gordo _Foto von Sandro Gordo

Mo, 23.05.2016

21:00 - 22:00

Goethe-Institut Barcelona

Desobediencia Tras La Manta _Foto von Sandro Gordo

Áurea Martín stellt hier die Arbeit von zwei Initiativen vor, die sich für die Rechte von immigrierten Menschen einsetzen: Tanquem els CIEs (dt. Schließung der Internierungslager) und Tras la Manta (dt. Hinter der Decke).

Die Kampagne Tanquem els CIE (dt. Schließung der Internierungslager) entstand im Januar 2012, nach dem Tod von Idrissa Diallo, einem jungen Mann aus Guinea Conakry, der in dem CIE Internierungslager von Barcelona eingesperrt war. Mitglieder verschiedener Organisationen und Gruppen, die sich für die Rechte der Migrant_innen einsetzen, sahen die Notwendigkeit, sich um die folgenden zwei Hauptziele herum zu organisieren: Zum einen sollte es darum gehen, die Unsichtbarkeit der Abschiebehaft sichtbar zu machen und dafür eine Öffentlichkeit in der Gesellschaft herzustellen und zum anderen sollte es um die Anklage gegen die kontinuierliche Verletzung der Menschenrechte in diesen Zentren gehen: Missbrauch, Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung, Misshandlung etc... Auf der anderen Seite sollten Maßnahmen getroffen werden, die zur Schließung dieser rassistischen Gefängnisse führen sollten.

Im Laufe der Zeit kamen zu den ursprünglichen Zielen, der Arbeit der Sichtbarmachung und der Anklage, andere Aspekte des rassistischen institutionellen Rahmens hinzu, wie die rassistischen Übergriffe in unseren Städten, die Abschiebeflüge oder die extreme Gewalt in Ceuta und Melilla.

Tras la Manta (dt. Hinter der Decke) ist ein Netzwerk aus Nachbar_innen, Aktivist_innen und umherziehenden Straßenhändler_innen - auf Spanisch "Manteros" genannt -, die sich unter dem Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes (dt. Syndikat der umherziehenden Straßenverkäufer_innen) organisiert haben. Auf zwei Arten wird vorgegangen: zum einen mit der physischen Präsenz, um die täglichen überdimensionierten Polizeieinsätze gegen die Straßenhändler_innen zu registrieren oder um den Kampf von Aktionen, die bspw. als Desobediencia Tras la Manta – Mercado Rebelde (dt. Ungehorsamkeit hinter der Decke und Rebellischer Markt) bekannt sind, zu unterstützen. Auf die Weise wird ein eigener Diskurs gegen die Medienkampagnen und Politik hergestellt, die die Aktivitäten in den überwiegend herkömmlichen touristischen Städten kriminalisieren. Der informelle Verkauf durch Umherziehen erlaubt prekarisierten Personen, die täglich der Verletzung ihrer Rechte, der Diskriminierung und dem Rassismus ausgesetzt sind, auf selbstorganisierte Weise zu überleben. Die Zusammenarbeit von Tras la Manta und dem Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes hat in einigen wenigen Monaten erreicht, dass die Kommunikationsmedien über die umherziehenden Verkäufer_innen nicht mehr nur ausschließlich aus der Perspektive der Institution und der Polizei berichten: die Stimme der Betroffenen ist jetzt in der Presse, dem Radio, den sozialen Netzwerken und innerhalb der Verhandlungen von gegensätzlichen Interessen mit der Stadtregierung von Barcelona präsent.

Áurea Martín, ist Forschungsassistentin und soziale Aktivistin/ Medien-Aktivistin. Sie ist auch Mitglied von Tanquem els CIEs, Tras la Manta und anderen Kollektiven, die gegen institutionellen Rassismus und die Immunität der Polizei kämpfen. Sie gibt Workshops über die effektive Nutzung von Social Media für die soziale und kulturelle Kommunikation. 

Zurück