Buchvorstellung "Niemand ist bei den Kälbern" von Alina Herbing

Nadie con los terneros_Alina Herbing © VOLCANO Libros

Freitag, 22.03.2019, 19.30 Uhr

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

Gespräch mit Claudia Toda und Javier García

Das Erstlingswerk der jungen Schriftstellerin Alina Herbing war in Deutschland eine literarische Entdeckung. Ihr erster Roman entmythologisiert das Landleben und spricht die Herausforderungen an, die Frauen wegen ihres Geschlechts noch heute, im 21. Jahrhundert, überwinden müssen.

“Niemand ist bei den Kälbern”, ein aktuelles und notwendiges Buch, wird dank dem Verlag Volcano Libros diesen März erstmals auch in Spanien veröffentlicht. Der Herausgeber Javier García und die Übersetzerin Claudia Toda werden den Roman am 22. März in der Bibliothek des Goethe-Institut Madrid vorstellen.

In ihrem Werk beschreibt Alina Herbing ein hartes Schicksal auf dem Land, das keine Idylle ist. Hoffnungslosigkeit, Gewalt und Freudlosigkeit prägen diesen Ort und eine Jugend ohne Zukunft. Ein schonungsloses Werk, trocken und realistisch, dessen narrative Spannung ausgerechnet von dem lebt, was nicht gesagt wird.

Claudia Toda Castán
(Valladolid, 1984) hat an der Universität von Salamanca nicht nur ihre Hochschulabschlüsse in Übersetzung und Interpretation sowie in Germanistik erworben, sondern dort außerdem 2016 in Übersetzung promoviert. Heute verbindet sie ihren Lehrberuf mit dem Beruf der Übersetzerin.
 
VOLCANO Libros
"Die Literatur ist eine weitere Art, die Natur kennenzulernen, zu lieben und zu feiern". VOLCANO Libros wurde 2017 gegründet, um  eine einzigartige Sammlung von fiktiven und nicht fiktiven Büchern zu veröffentlichen, die vielen unterschiedlichen "Genres" zugeordnet werden können: Erzählungen, Essays, Denkschriften, Landschafts- und Reisebücher. Alle Werke haben einen engen Bezug zur Natur.

"Niemand ist bei den Kälbern" von Alina Herbing

ÜBERSETZT VON CLAUDIA TODA CASTÁN

Alina_Herbing_by_Anikka_Bauer © Anikka_Bauer Über die Autorin
Alina Herbing, geboren 1984 in Lübeck, aufgewachsen in Mecklenburg-Vorpommern, lebt heute in Berlin und Köln. Sie studierte Germanistik und Geschichte in Greifswald, Neuere deutschsprachige Literatur in Berlin sowie Kreatives Schreiben, Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie hat mehrere Texte in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. "Niemand ist bei den Kälbern" (2017) ist ihren erster Roman. Sie lehrt Literaturwissenschaft an der Kunsthochschule Köln.

Nadie con los terneros_portada_Alina Herbing © VOLCANO Libros Über das Buch
Urig-gemütliche Bauernhöfe aus Fachwerk, kuschelige Lämmchen, selbstgemachte Marmelade: Solche Klischee-Bilder eines Dorfidylls zeigt Alina Herbing in ihrem Debütroman nicht. Stattdessen: vernachlässigte Kälber, übervolle Fliegenfänger an Küchendecken, tradierte Geschlechterrollen. Und über alledem schwebt die ständige Frage, wie man aus dem Dorf den Absprung in die Freiheit schaffen kann?

Hochsommer in Schattin, Gemeinde Nordwestmecklenburg. Christin ist gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Kindheit prägte, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Es bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirschlikör aus dem Konsum. Als Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht, sieht Christin einen Ausweg aus ihrem bisherigen Leben.

Alina Herbing, aufgewachsen in Mecklenburg, zeichnet eine ehrliche, unromantische Milieustudie über das Landleben und eine gescheiterte Wende-Generation. Niemand ist bei den Kälbern ist ein Roman über Grenzen und Grenzüberschreitungen, über Landflucht und prekäre Umfelder, über das Leben zwischen Ost und West, gestern und heute, Existenzangst und die Sehnsucht nach Freiheit.

"Von wegen Landlust und Idylle: In ihrem Debütroman "Niemand ist bei den Kälbern" räumt Alina Herbing gnadenlos mit dem romantischen Image des Landlebens auf." (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG)

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