Buchpräsentation Franziska Linkerhand von Brigitte Reimann

Foto: Lydia Goguel, Literaturzentrum Neubrandenburg Foto: Lydia Goguel, Literaturzentrum Neubrandenburg

Mittwoch, 30.11.2016, 19.30 Uhr

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

Brigitte Reimann, 1962

Ein grundlegendes Werk der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts erstmals ins Spanische übersetzt

"Ach Ben, Ben, wo bist du vor einem Jahr gewesen, wo vor drei Jahren? Welche Straßen bist du gegangen, in welchen Flüssen hast du gebadet, mit welchen Frauen geschlafen?"

Der große Roman Franziska Linkerhand von Brigitte Reimann über eine junge, lebenshungrige Architektin, die sich im Braunkohle-Kombinat Neustadt mit dem sozialistischem Alltag auseinandersetzt, blieb unvollendet. Während der Arbeit am 15. Kapitel wurde Brigitte Reimann im Januar 1973 ins Krankenhaus Berlin-Buch eingeliefert und verstarb an einem Krebsleiden. Wahrscheinlich stand sie kurz vor dem Abschluß des Buches.

Der Roman, der mit den vollständigen Kapiteln schon hunderte Seiten umfasste, wurde posthum, vor allem auf Initiative von Schriftstellerkollegen (u.a. Christa Wolf) 1974 im Verlag Neues Leben veröffentlicht.

Der Verlag errata naturae publiziert diesen Entwicklungsroman in der Übersetzung von Ibon Zubiaur erstmalig auf Spanisch. Er wird den Roman gemeinsam mit dem Schriftsteller Andrés Barba im Goethe-Institut Madrid präsentieren.

"...für mich eines der wichtigsten und schönsten Bücher in der gesamtdeutschen Literatur [...]. Ein Buch, ebenso reich an Gedanken, Gefühlen und großen Entwürfen wie an unauffälliger Tapferkeit im Alltagsleben." (Monika Sperr)
 

Ibon Zubiaur (Getxo, 1971)

Ibon Zubiaur Unterrichtete Literatur an der Universität Tübingen und leitete das Instituto Cervantes in München. Er hat zahlreiche klassische und neuere deutsche Autoren ins Spanische übersetzt, darunter Wieland, Stifter, Rilke, Brigitte Reimann und Irmtraud Morgner. Seit 2013 lebt er als freier Autor in Berlin. 2015 ist sein erster Essay auf Deutsch erschienen: Wie man Baske wird (Berenberg).
 
 
Andrés Barba (Madrid, 1975)

Andrés Barba Errang erste Aufmerksamkeit durch die Veröffentlichung des Romans La hermana de Katia (2001; Finalist des Premio Herralde; dt. Katias Schwester, 2003), der von Presse und Leserschaft überaus positiv aufgenommen wurde und nachdem er u.a. folgende Weke publizierte: La recta intención (2002; dt. Die ehrliche Absicht), Ahora tocad música de baile (2004; dt. Jetzt spiel ein Tanzlied), Versiones de Teresa (2006, Premio Torrente Ballester; dt. Versionen von Teresa), Las manos pequeñas (2008; dt. Die kleinen Hände), Agosto, octubre (2010; dt. August, Oktober), Ha dejado de llover (2012; dt. Es hat aufgehört zu regnen) und En presencia de un payaso (2014; dt. In Anwesenheit eines Clowns). In diesem Jahr hat er den Essay La risa caníbal (dt. Das kannibalistische Lachen) veröffentlicht. Sein Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.
 

Brigitte Reimann (Burg, 1933 - Ost-Berlin, 1973)

Brigitte Reimann Nach dem Abitur war sie zunächst als Lehrerin, Buchhändlerin und Journalistin tätig, bevor sie im Alter von knapp 20 Jahren ihr erstes Werk veröffentlichte und beschloss, als freie Autorin zu arbeiten. Dem moralisch begründeten Gebot der Verfassung der DDR folgend, demzufolge jeder Intellektuelle am Arbeitsleben teilzunehmen hätte, arbeitete sie im Kombinat "Schwarze Pumpe", wo sie mit ihrem Ehemann einen Zirkel schreibender Arbeiter leitete. Sie führte ein intensives und ereignisreiches Leben: sie war viermal verheiratet, eine Fehlgeburt führte sie zu einem Selbstmordversuch, sie schrieb ohne Unterlass und genoss und litt immer im Übermaß. Nicht einmal 40-jährig, erlag sie ihrem Krebsleiden. Ihre Romane Die Frau am Pranger (1956) und die legendäre Erzählung Ankunft im Alltag (1961) sind besonders hervorzuheben. In den 90er-Jahren wurden ihre bemerkenswerten Tagebücher und Briefwechsel publiziert, die besondere Aufmerksamkeit und Würdigung erhielten. Der Verlag errata naturae veröffentlichte im Jahr 2013 En la ciudad del mañana (dt.: In der Stadt von morgen, im Original: Mit Respekt und Vergnügen), brillanter und leidenschaftlicher Briefwechsel zwischen der Schriftstellerin und dem Architekten Hermann Henselmann, und im Jahr 2015 La verde luz de las estepas (dt.: Das grüne Licht der Steppen).


Die Pressemitteilung des Verlags finden Sie hier: Das Plakat zur Veranstaltung finden Sie hier:  
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