Ausstellung Franz Erhard Walther. A Place for the Body

Franz Erhard Walther © Sven Laurent

Donnerstag, 06.04.2016 - Sonntag, 10.09.2017

Palacio de Velázquez (Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía) - Madrid

Parque del Retiro, s/n
Madrid

Ausstellung von Franz Erhard Walther im WIELS - Contemporary Art Centre (2014, Brüssel)

Erste große Retrospektive des deutschen Konzeptkünstlers in Spanien

Franz Erhard Walther (*1939, Fulda) erweitert mit seinen Werken das Verständnis von Kunst und hinterfragt die Beziehung zwischen Kunstwerk und Rezipient: Für ihn hat Kunst einen immateriellen, performativen Charakter, der sich in der individuellen, körperlichen und mentalen, Einbeziehung des Betrachters im Moment des Zusammentreffens mit dem Kunstwerk äußert.
 
Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl seiner frühen Serie Handlungsstücke (1970er-Jahre). Walther versteht die Objekte der Serie als Handlungsanleitungen: Durch ihren Gebrauch werden Körper, Raum und Zeit Teil der Entstehung des Kunstwerkes. Besondere Wichtigkeit kommt dabei der erstmals auf der documenta 5 in Kassel gezeigten Installation 1. Werksatz (1963-1969) zu, mit der der Künstler viele der Grundideen seines späteren Werkes entwickelt, so etwa die Beziehung zwischen Material und Handlung, Zuschauer und Objekt. Die monumentalen Werke Wandformationen (1969-1985) und seine große Installation Das neue Alphabet (1990-1996), die auch Teil der Ausstellung sind, sind beispielhaft dafür.
 
Vervollständigt wird die Auswahl durch einige Werke auf Papier, so etwa die Serie Wortbilder (Ende der 1950er-Jahre) sowie historische Fotografien und Videos.
 
Während der Ausstellung werden der Künstler selbst sowie von ihm angeleitete Schauspieler einige der Handlungsstücke aktivieren.

Aktivierungen

Während der Ausstellungsdauer werden Werkkopien (2014) verschiedener Elemente des 1. Werksatzs [1963–1969], seiner emblematischen Arbeit, die die Teilnahme des Publikums erfordert und in die der Künstler seine grundlegenden Ansätze hat einfliessen lassen, aktiviert. Die Aktivierung erfolgt durch Schauspieler, die vom Künstler sebst angeleitet worden sind.

19. April bis 30. Juni
Donnerstag und Freitag: 18 - 21 Uhr
Samstag und Sonntag: 12 - 14 Uhr und 18 - 21 Uhr

1. Juli bis 10. September
Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag: 18 - 21 Uhr

 

Franz Erhard Walther

Franz Erhard Walther (c) Stadt Fulda Konzeptkünstler und Bildhauer (*1939, Fulda). Bekannt ist er insbesondere für sein Konzept der partizipativen Kunst, das er bereits ab den 1960er-Jahren entwickelte und zu dessen Vorreitern er zählt. Walther studierte an der Werkkunstschule Offenbach, an der Hochschule für Bildende Künste Frankfurt und bei Karl Otto Götz an der Kunstakademie Düsseldorf, gemeinsam mit Gerhard Richter und Sigmar Polke. Von 1967 bis 1971 lebte der Künstler in New York und stellte dort 1969 unter anderem mit Dan Flavin im Museum of Modern Art erstmals den berühmten 1. Werksatz aus. Von 1971 bis 2005 war F. E. Walther als Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg tätig. Zu seinen Schülern und Schülerinnen gehörten unter anderem Almut Linde, John Bock, Rebecca Horn, Santiago Sierra, Christian Jankowski, Lili Fischer, Martin Kippenberger und Jonathan Meese. F. E. Walthers Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, so etwa bei der documenta 5, 6, 7 und 8. Seit seiner Emeritierung lebt und arbeitet er in Fulda.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía organisiert.


 

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