Tanz / Theater La Valse | Raimund Hoghe

La Valse_ Hoghe © Raimund Hoghe

Samstag, 27.10.2018 und Sonntag, 28.10.2018, 20.00 Uhr

Teatros del Canal, Sala Negra, Madrid

C/ Cea Bermúdez, 1
28003 Madrid

Zweites Gastspiel im Rahmen der Präsentation des deutschen Künstlers und seiner Arbeit in Teatros del Canal, Madrid

Das zweite Gastspiel von Raimund Hoghe, das in Madrid gezeigt wird:
Walzer, ein Bericht über seine jüngsten Recherchen. 
Bereits am 24. und 25. Oktober stellt er das Solo Lettere amorose vor, 1999 entstanden aber in seinen ersten Motiven immernoch gültig und hochaktuell.

Walzer

Es klingt wie Ravel. Der kleine, zerbrechliche Körper von Raimund Hoghe (Wuppertal, Deutschland, 1949), der mit dem Gesicht nach unten auf der Bühne liegt, versucht zu schwimmen. Der Rest der Tänzer, die mit grauen Decken bedeckt erscheinen, sind in die Szene integriert, die an diejenigen erinnern, die die Körper von Immigranten am Rande der Unterkühlung bedecken, die Tag für Tag aus unseren Meeren gerettet werden, ein traurig vertrautes und tägliches Bild der Nachrichten. Es gibt nicht viel Tanz, aber der Fokus liegt auf der Intensität der Emotionen.
Ravels La Valse ist eine Musik, die die Dimension dieser Tragödie mit ihren widersprüchlichen Emotionen von Begeisterung und Trauer perfekt illustriert. Komponiert wie "ein fantastischer Whirlpool, aus dem niemand entkommen kann", hat er die innere Schönheit des Wiener Walzers und der glücklichen Paare, die oft dazu tanzen, vielleicht erinnert er an die selbstmörderische Illusion, die den Einwanderer dazu bringt, ins Meer zu springen, und gleichzeitig an das katastrophale und verheerende Rumpeln des Ersten Weltkriegs, vergleichbar mit dem tragischen Schicksal vieler von ihnen.
Aber es gibt mehr Musik als Ravel in La Valse und mehr als Schmerz in ihren Interpreten. Es ist ein Stück, das von Hoghes Forschung im Laufe der Jahre berichtet, von Werken, die sich unserer Zeit und unseren Problemen verschrieben haben, aber inmitten der Tragödie, die sie anprangern, auch die Kraft und Schönheit der Menschen hervorheben, die durch ihre Tänzer, Tänze und Musik so anregend und inspirierend wie die von Josephine Baker, Patti Page oder Gypsy Baron zum Ausdruck kommen.
 

Raimund Hoghe

geb.1949

Raimund Hoghe, geboren in Wuppertal, verfasste zunächst Porträts von Außenseitern und Prominenten, die in "Die Zeit" erschienen und auch in mehreren Büchern zusammengefasst wurden. 1980 - 90 arbeitete er als Dramaturg für das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, über das er auch zwei Bücher schrieb. Seit 1989 entwickelt er eigene Theaterarbeiten für verschiedene Tänzer und Schauspieler. 1992 begann seine Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Luca Giacomo Schulte, der bis heute sein künstlerischer Mitarbeiter ist. 1994 realisierte er das erste Solo für sich "Meinwärts", dem "Chambre séparée" (1997) und "Another Dream" (2000) als Trilogie über das vergangene Jahrhundert folgten. Neben seiner Theaterarbeit arbeitete Hoghe vielfach für das Fernsehen und realisierte u.a. 1997 im Auftrag des WDR ein einstündiges Selbstportrait: "Der Buckel". Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, mit seinen Stücken gastierte er in verschiedenen Ländern Europas, Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Er lebt in Düsseldorf und hat zahlreiche Preise erhalten, darunter 2001 den "Deutschen Produzentenpreis für Choreografie". 2006 erhielt er den "Prix de la critique Francaise" für "Swan Lake, 4 Acts" in der Kategorie "Beste ausländische Produktion". 2008 wurde Raimund Hoghe in der Kritiker-Umfrage der Zeitschrift "ballet-tanz" zum "Tänzer des Jahres" ernannt. Bücher über seine Theaterarbeiten sind in Frankreich, Deutschland, England und den USA erschienen.
 

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