Ausstellung Dierk Schmidt

Ausschnitt "Die Teilung der Erde" (Kasseler Serie, 2007) © Dierk Schmidt (Die Teilung der Erde, Kasseler Serie, 2007), Courtesy Dierk Schmidt und Galerie Kow, Berlin

Dienstag, 09.10.2018 - Sonntag, 10.03.2019

Palacio de Velázquez (Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía) - Madrid

Parque del Retiro, s/n
Madrid

Culpa y deudas [Schuld und Schulden]

Der Palacio de Velázquez im Retiro-Park präsentiert ab dem 9. Oktober die erste Retrospektive des Künstlers Dierk Schmidt (*1965, Unna, Deutschland) in Spanien, die das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía Reina unter dem Titel Culpa y deudas [Schuld und Schulden] organisiert.

Die Ausstellungsflächen des im 19. Jahrhundert errichteten Palasts, ermöglichen aus historischer Perspektive einen Dialog mit Schmidts Interesse an Themen wie Dekolonisierung, Restitution, dem Statuswechsel ethnographischer Objekte sowie der aktuellen globalen Flüchtlingskrise.

Schmidts Werk geht vom Genre der Historienmalerei aus, um die Richtlinien der Repräsentation zu erforschen. Dabei stützt er sich auf Untersuchungen, die spekulative und dokumentarische Daten kombinieren und situiert so seine Rekonstruktionen des Wahrnehmungsfeldes in Übereinstimmung mit dem Materialismus der Historienmalerei in der Reihe von Künstlern wie Théodore Géricault, Öyvind Fahlström, Richard Hamilton oder Allan Sekula.

Diese Ausstellung, die die bisher umfassendste Präsentation seines Werks darstellt, besteht aus einer Reihe von Bildern und Installationen, die seit 1990 entstanden sind, wie z.B. Die Teilung der Erde (2007) oder Broken Windows (2014). Ergänzt wird die Ausstellung durch eine neue Serie zum Thema Provenienz und Präsentation von Objekten und Archäologie und Museum, die in Zusammenhang mit dem Archäologen Julio Martínez Santa-Olalla und seiner Sammlung aus seinen Expeditionen in den 1940er Jahren in die spanische Sahara stehen. Darüber hinaus wird Schmidt bildliche Interventionen über die Architektur des Palacio de Velázquez selbst anfertigen.

Organisation: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia
Kurator: Lars Bang Larsen
Koordination: Leticia Sastre und Patricia Molins


 

Dierk Schmidt

Dierk Schmidt © Städel Museum Das Werk des deutschen Künstlers Dierk Schmidt (*1965, Unna) ist seit Beginn immer mit sozialer, politischer und institutioneller Kritik verbunden. Schmidt nutzt das Ästhetische und das Visuelle, um die positivistischen und linearen Geschichtsauffassungen zu destabilisieren, beispielsweise die Auslassungen und die Gewalt der kolonialen Erzählungen, eines der zentralen Themen seiner Arbeit, dem Bedürfnis nach Restitution von geplünderten Objekten und internationaler Gesetzgebung zu diesem Thema, Manipulation von Museumsdiskursen oder der künstliche und spektakuläre Zustand von Fernsehpolitik.

Dierk Schmidt studierte von 1984 bis 1986 Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Bonn. 1987 wechselte er zum Kunststudium an die Kunstakademie Düsseldorf, welches er 1992 als Meisterschüler von Prof. Hüppi abschloss. Von 1996 bis 1997 studierte er an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam.

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