Gespräch Óscar Cornago // Wo sind die Schauspieler? ...

Remote Milano © Luca Meola

Samstag, 19.01.2018, 18:30 Uhr

Centro Danza Canal - Madrid

Calle Cea Bermúdez, 1
28003 Madrid

"Wo sind die Schauspieler? Ausführende, Interpreten und Vermittler, eine Kulturgeschichte des Schauspielers"
Begleitprogramm zum Gastspiel von Rimini Protokoll in Madrid

Schauspieler - Profis und Amateure, Schauspieler - gute und schlechte, Schauspieler - ausgebildet oder einfach per Zufall, [...]. Die Figur des Schauspielers zeichnet sich nicht nur durch Technik, Methoden oder Interpretationsstil aus, vielmehr sind sie eine öffentliche Konstruktion, die sich stetig im Laufe der Gesichte wandelt. Der Ort des Schauspielers und seiner Kunst, sein Verhältnis zu anderen Akteuren, seine Funktion und gesellschaftliche Beachtung werden gesteuert von Interessen, Bewertungen und Vorurteilen, die weit über das Künstlerische hinaus gehen. Wer spielt und wer schaut zu? Wer spielt nicht und wer schaut nicht zu? Wo wird die Aufführung legitimiert? Was bewegt die Schauspieler? Für wen tritt man auf? Im Falle, dass die Performance Schauspiel/Interpretation in Frage stellt, wird erneut die Frage aufgeworfen nach der Möglichkeit der Aktion und/oder Konstruktion des Öffentlichen. Die Aufführung ist nicht mehr das eigene Merkmal oder gar der eigene Stil, um sich in eine treibende Kraft zu verwandeln, die sich dann aktiviert, wenn sich eine Gruppe von Menschen zusammenschließt. Sie kann aber auch zusammenfallen, wenn man die Aufführung auf ein Klischée oder ein künstlerisches Augenzwinkern reduziert.
 
ÓSCAR CORNAGO

(Madrid, 1969) ist Forscher im Institut für Sprache, Literatur und Anthropologie beim CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) der oberste Rat für Wissenschaftsforschung in Madrid.
Er hat an der Universidad Autónoma de Madrid in hispanischer Philologie Ende der neunziger Jahre promoviert, mit einer Arbeit zu dem Wandel des Theaters in den sechziger und siebziger Jahren. Ein weiterer Forschungszweig war die Vergleichanalyse und Medientheorie auf der Basis der Performanceperspektive. Diese Forschungsergenisse wurden als Buch publiziert: Resistir en la era de los medios [Widerstand in Zeiten der Medien. Performative Strategien in Literatur, Theater, Kino und Fernsehen]. Weitere Studien z.B. vor dem Hintergrund des Konzeptes des historischen Materialismus von Walter Benjamin. Sein letztes kollektives Forschungsprojekt ist "Die Bühnenpraxis als soziale Form des Verstands. Kritische Reflektion über Partizipation".

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