Szenische Lesung Und dann kam Mirna (Sybille Berg)

Foto © Laplaya.org

Dienstag, 18.05.2021, 20 Uhr

Circulo de Bellas Artes - La pecera

Calle Alcalá 42
28014 Madrid

Szenische Lesung in der Reihe Café Literario

Hier können Sie die Veranstaltung im Streaming sehen.

ANMERKUNG DER REGIE

Wie stellt man sich dem existenziellen Abgrund, älter zu werden und zu erkennen, dass man ein offenkundig vulgäres Wesen ist und dass der Wunsch nach vitaler Erneuerung trotzdem nicht alt wird? Eine Mutter und eine Tochter wagen es, ihre Leidenschaften frei zu erforschen, und ihre Revolution besteht darin, ihre Nachmittage unter einem Baumhain im kühlen Schatten zu verbringen. Dies hilft ihnen, ihren Sorgen zu entfliehen, sich angenehm und glücklich zu unterhalten und den kapitalistischen Dschungel zu vergessen, in dem sie gefangen sind.
(Pilar Valenciano)
Regie: Pilar Valenciano
Besetzung: Ana Caleya + Itziar Cabello
Übersetzung: Pilar Sánchez Molina und Franziska Muche
Dauer: 60 Minuten

SYNOPSIS

Aus den jungen Desperados in Sibylle Bergs Und jetzt: die Welt! oder Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen sind inzwischen Mütter geworden – alleinerziehend, in klassischer Paar-Beziehung lebend oder in einer Kommune. Die glanzvolle Karriere ist ausgeblieben, stattdessen wächst mit Anfang/Mitte 30 die Erkenntnis, erschütternd durchschnittlich zu sein, während die Energie abnimmt, das eigene Leben grundlegend zu ändern. Immerhin bäumen sich Bergs Frauen noch einmal auf, wollen ihre gentrifizierten Wohnviertel verlassen und von der Stadt aufs Land ziehen, weg von Sozialhilfe oder Betreuungsgeld, hin zur autonomen Selbstversorgung. Nur die Begeisterung ihrer Kinder hält sich in engen Grenzen. Raffiniert hat Berg ihrer Mutter-Suada, die um Genderfragen, Kapitalismus, Klimawandel, Bürgerkriege oder die Allmacht Googles kreist, eine zweite Ebene eingezogen. Denn längst gibt es, verkörpert durch die Tochter Mirna, eine neue Generation, die gänzlich andere Umgehensweisen mit den Ängsten und Idealen ihrer Eltern entwickelt hat.

Die Autorin | SIBYLLE BERG

Sibylle Berg, in Weimar geboren und aufgewachsen, war Puppenspielerin, bevor sie 1984 in den Westen ausreiste. Sie studierte kurzzeitig an der Artistenschule Scuola Dimitri im Tessin und arbeitete anschließend in einer Vielzahl von Jobs. Schon früh begann sie zu schreiben, veröffentlichte erste Artikel und Reportagen und war Kolumnistin für das „Zeit-Magazin“. 1997 erschien ihr erster Roman, weitere Romane und Erzählungen folgten. „Helges Leben“ ist ihr erstes Theaterstück.
Ihr am Maxim Gorki Theater in der Regie von Sebastian Nübling uraufgeführtes Stück "Und jetzt: die Welt! Oder: Es sagt mir nichts das sogenannte Draußen" wurde 2014 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Theater Heute" zum Stück des Jahres gewählt. Sibylle Berg lebt in Zürich.

  

die regisseurin | Pilar Valenciano

Pilar Valenciano (Theaterregisseurin) © Pilar Valenciano Ausgebildet an der Real Escuela de Arte Dramático de Madrid  in Theaterregie (2000-2005). An der Fernuni UNED studiert sie Hispanistik (1998-2000). 2005-2007 nimmt sie an den Sommerkursen unter der Leitung von Vicente Fuentes teil. 2008 Interprätation bei Will Kenn.
Von 2005 bis 2012 ist sie Teil des Regieteams neben Eduardo Vasco bei der Compañía Nacional de Teatro Clásico, wo sie u.a. die Teamkoordination und das technische Backoffice leitet. Bei der Auswahl der Schauspieler, der künstlerischen Teams, der Programmauswahl und der Bildungsprogramme spielt Pilar Valenciano eine grosse Rolle und prägt diese mit ihrer Erfahrung. Unter Ihrer Leitung wurden ganze Gastspieltouren geplant und durchgeführt, wo sie die verschiedensten Theater in ganz Spanien technisch und künstlerisch beraten konnte. Unter Ihrer Regie wurden zahlreiche Stücke aufgeführt, ihr erstes 2008, Peter Weiss' Marat-Sade. 

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