Ausstellung Espacio P. 1981 - 1997

Publikum im Espacio P während einer Performance Vionta von Carmen Merchán beim 1. Performance Festival © Fernandos Suárez Cabeza

Samstag, 03.06.2017, 12.00 Uhr - Sonntag, 08.10.2017

Centro de Arte Dos de Mayo - Móstoles

Avda. Constitución, 23 – 25
28931 Móstoles (Madrid)

Die Künstlerszene Madrids der 80er und 90er Jahre

Kuratorin: Karin Ohlenschläger

Espacio P wurde 1981 in den Erdgeschossräumen der Calle Núñez de Arce, Nummer 11 gegründet, im Zentrum von Madrid, in der Nähe der Plaza Santa Ana. Im ersten Jahr wurde es vor allem als Ort für jegliche Art von Proben und Workshops genutzt, die sich mit dem Körper beschäftigten, wie z.B. Körperausdruck, Performance und Tanz. Später funktionierte der facettenreiche Multimedia-Künstler und Gründer des Espacio P den Ort in einen Raum um, der offen für Dialoge zwischen der bildenden und visuellen Kunst, zwischen der darstellenden Kunst und der Klangkunst war. Von 1981 - 1997 realisierte er alle Arten von Veranstaltungen, die mit Performance, Fotografie, Installation, visueller Poesie, Mail-Art, Video-Kunst, Kino oder experimenteller Musik verbunden waren, zu einer Zeit, in der die meisten Kunstgalerien und Museen die Rückkehr zur Malerei feierten.

Mit der Aktionskunst als Herzstück des Ausbildungs-, Forschungs-, Produktions- und Vermittlungsprogramm, entwickelte das Espacio P zu Beginn der 80er Jahre mehrere verschiedene Formate mit einem gemeinsamen Hauptsitz, der als Galerie für Ausstellungen, als Konzertsaal, als Ort für Workshops oder als Begegnungsstätte diente. Das erste dieser Formate entwickelte 1982 Philip Corner, der der Pionier-Generation des Fluxus angehörte; das letzte fand 1994 mit dem 1. Encuentro Iberhack mit Wau Holland statt, dem Mitbegründer des legendären Chaos Computer Clubs, einer der ersten Hacker-Verbände in Europa.

Mit Blick auf diesen besonderen Werdegang und das besondere Archiv, das damit verbunden ist, präsentiert die Austellung Espacio P verschiedene thematische Stränge, um die Beziehung zwischen Aktionskunst und der audiovisuellen Sprache sichtbar zu machen; die Kultur des Do it yourself zwischen Fluxus und Punk; die Gender-Frage der achtziger Jahre, oder der Übergang von der analogen Ära zur digitalen Kultur zwischen Anti-Kino und Virtual Reality.

Die Austellung wird außerdem die Beziehung mit dem Netzwerk aus ähnlich aktiven Initiativen in anderen europäischen Städten, in den USA und Kanada verdeutlichen, die die Internationalisierung der Performancekunst und audiovisuellen Kunst in Spanien förderte und gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit Spaniens auf internationale Künstler wie Marina Abramovic, Ulrike Rosenbach, Fabrizio Plessi oder Peter Weibel lenkte, die zu dieser Zeit in Spanien noch weitestgehend unbekannt waren.

Die Austellung Espacio P 1981-1997 präsentiert eine umfangreiche Auswahl an Dokumenten (Briefe, Broschüren, Plakate, Fanzeitschriften, Bücher und Magazine), Videos, Filmen, Fotografien und Installationen. Diese verdeutlichen, in ihrer Gesamtheit betrachtet, verschiedene künstlerische Ausdrucksformen, die sich im Espacio P in einer Zeit verbanden, in der die Kritik an dem vorherrschenden Kunstmarkt und an der übermächtigen Musikindustrie zu vielen kollaborativen und Prozessen des Schaffens zwischen verschiedenen Sprachen, Formaten und Vermittlern führte.

Künstler in der Ausstellung:
Javier Aguirre, Agustín Parejo School, Pedro Almodóvar, Xoan Anleo, Max Almy, Pelayo Arrizabalaga, Llorenç Barber, Juan Belda, Atelier Bonanova, Bosch & Simons, Felipe Boso, Eberhard Bosslet, J.M. Calleja, Julio Campal, Antonio Cano, CAP. S.A., Eduardo Cirlot, Clónicos, Javier Colis, Philip Corner, Corps, José Ramón Da Cruz, Decay Pitch, Depósito Dental, Lourdes Durán, Juan Carlos Eguillor, Luis Escribano, Esplendor Geométrico, VALIE EXPORT, Francisco Felipe, Rosa Galindo, Pedro Garhel, General Idea, José María Giro, Gorilla Tapes, Inge Graf+Zyx, Eulàlia Grau, Barbara Hammann, Carmelo Hernando, Wau Holland, El Hortelano, José Iges, Concha Jerez, La Astronave Pirata, Rafael Lamata, Juan Antonio Lleó, Pedro López, Mariano Lozano P., Ewa Lyberten, Javier Maderuelo, Alejandro Martínez Parra, Norbert Meissner, Rosa Méndez, Eduardo Momeñe, El Muerto Vivo, Paz Muro, Marcel Odenbach, Orquesta de las nubes, La otra cara de un jardín, Çao Pestana, Fabrizio Plessi, Poisson Soluble, Antón Reixa, Ulrike Rosenbach, Suso Saiz, John Sanborn, José Antonio Sarmiento, Domingo Sarrey, Lydia Schouten, S.I.E.P, Fernando Suárez Cabeza, Taller de Pubilla Casas, Atau Tanaka, Paloma Unzeta, URA/UNZ, Javier Vadillo, Isidoro Valcárcel Medina, Jaime Vallaure, Pier van Dijk, Xavier Villaverde, La voz de mi madre, Peter Weibel, Hugo Westerdahl und Nicole Widart.


Programm der Eröffnung am 3. Juni

12:00 Uhr: Eröffnung

12:45 - 13:15 Uhr: Performance Las respiraciones [Die Atemzüge] von Los Torreznos

13:30 - 14:15 Uhr: Konzert improvisierter Musik A corazón abierto [Am offenen Herzen] von Arrizabalaga, Belda, Colis, Escribano, López und Westerdahl


Führungen durch die Ausstellung

Juni: Samstags 12:30 Uhr und Sonntags 18:30 Uhr
Juli: Samstags 12:30 Uhr und Sonntags 19:00 Uhr
Im August werden keine Führungen angeboten.


 

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