Ausstellung Doppelgänger

Do, 05.10.2017 -
So, 12.11.2017

Arts Santa Mònica

La Rambla, 7
08002 Barcelona

Ausstellung der Arbeiten, die im Rahmen der Stipendien in Baden-Württemberg und Katalonien (2015-2016) entstanden sind

Das Stipendienprogramm Baden-Württemberg/Katalonien wurde durch die Initiative des Goethe-Instituts Barcelona in Kooperation mit Hangar, Arts Santa Mònica, dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart und der Kunststiftung Stuttgart ins Leben gerufen. Das Programm, dessen Ziel die Förderung des Austauschs zwischen den Kunstszenen in Baden-Württemberg und Katalonien ist, bietet Raum für einen Erfahrungsaustausch über unterschiedliche, künstlerische Herangehensweisen, Hintergründe und Produktionsweisen. Das Stipendium wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg MWK und dem Kulturministerium der katalanischen Landesregierung –Generalitat de Catalunya- gefördert. 
 
Die Ausstellung Doppelgänger wird am 5. Oktober 2017 um 19 Uhr im Centre d´Arts Santa Mònica eröffnet. Neben der Projektpräsentation der Stipendiaten wird der Residenzen Austausch vorgestellt. 
Bis zum 12. November werden die Projekte zu sehen sein,  die die katalanischen Künstler in Stuttgart und die deutschen Künstler in Barcelona während ihres Stipendium 2015 und 2016 realisiert haben.
 
Der Künstler Luis Guerra Miranda wird seine Arbeit ausschließlich durch eine lecture-performance am 24. Oktober um 19 Uhr präsentieren.
 
 
Alán Carrasco geboren 1986, hat künstlerische Fotografie an der Hochschule für Kunst und Design Vitoria-Gasteiz (EASD-ADGE), Kunst und Design an der Schule Massana Barcelona studiert, einen Master in Museumsstudien und Kritischer Theorie am Museum für zeitgenössische Kunst Barcelona und einen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft (Literatur- und Kulturwissenschaften) an der Autonomen Universität Barcelona absolviert.
Projekt Supermax: die Maschen der Macht ist eine Langzeitstudie und –Dokumentation, in der unterschiedliche Räume und Gelände untersucht werden, die mit Gefängnissen und Bestrafung zu tun haben und deren historischer und politischer Kontext zu Foucaults Originaltext seines Vortrags in Brasilien mit dem Titel Les mailles du pouvoir in Beziehung steht. So wurde in der ersten Phase, während des Stipendiums im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, der Text in Beziehung mit dem Deutschen Herbst 1977 gestellt. Die geplante Veröffentlichung, mit dem Titel „Projekt Supermax I: Die Maschen der Macht“ wird von den Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Heimsheim gedruckt werden.
In der zweiten Phase wird der akademische Text zur Grundlage einer zweiten Publikation, mit dem Titel „Projecte Supermax II: L'ordre dels Estats no tolera ja el desordre dels cors“ (Projekt Supermax II: Die Staatsordnung toleriert die Unordnung der Herzen nicht mehr). Es wird eine Genealogie der Kämpfe der COPEL (Coordinadora de Presos Españoles en Lucha - Gemeinschaft spanischer Häftlinge im Widerstand) in Gefängnissen wie dem Carabanchel oder dem Modelo in Barcelona während der letzten Tage des Franquismus hergestellt. Die COPEL wurde nämlich durch die Groupe d´information sur les prisons inspiriert, die 1971 in Frankreich aufgrund der Initiative Michel Foucaults entstanden war.

Diego Paonessa, 1970 in Buenos Aires geboren, hat an der Kunsthochschule von Buenos Aires und an der Universität Barcelona studiert und sich an der UOC (Universitat Oberta de Catalunya) auf interaktives Design und Benutzerfreundlichkeit spezialisiert.
Public Domain Energy ist ein Forschungsprojekt, das zwei Bereiche in Beziehung zueinander setzt: Die Energieproduktion aufgrund der DIY Idee, also als experimentelle Praxis, und die Produktion von kollektivem Wissen über das Ideal der unerschöpflichen Energie zu minimalen Kosten. Das Projekt basiert auf der Sammlung von Tutorial-Videos auf YouTube, in denen mit elektrischer Energie experimentiert wird.
 
Luis Guerra Miranda, Santiago de Chile, 1974. Maler und Philosoph, lebt und arbeitet in Barcelona. 
Die Unvollständigkeit der Bilder:
Wie eine lecture-performance, setzt sich sein Vortrag aus einem theoretisch argumentativen Teil, dem Sprechakt an sich und der Bilderprojektion zusammen. 

Mario Santamaría, 1985 in Burgos geboren, hat an der Universität Politècnica Valencia Bildende Künste und Multimedia studiert.
 & the Tracert: (...) Ein Computerprogramm führt automatisch Anfragen auf der Seite von Google Maps durch, die Applikation fordert die Serienbilder einer Geolokalisierung und wiederholt diesen Vorgang alle 5 Sekunden. Diese Geolokalisierungen gehören zu einer Datenbank der franquistischen Gräber Spaniens, die noch ungeöffnet sind. Dem Protokoll, über welches die Applikation mit Google kommuniziert, wurde beigebracht, von der Firma Bilder mit der größtmöglichen Auflösung einzuholen, so wie mit dem Protokoll vereinbart. Bei jeder gescheiterten Suche über Google, wird ein Bild ohne Foto gezeigt, auf dem steht: „Es tut uns leid, wir haben kein Foto“.(...) Die Google Bildersuche kann versehentlich eine Reihe von PDF Dateien anzeigen. Wenn dies geschieht, wird der Inhalt der Dateien durch einen automatischen Vorgang mit schwarz verdeckt. Die Suchmaschine bietet Voransichten der Bilder an, die von unterschiedlichen Quellen, wie Websites, Blogs etc., stammen. Die Google Voransicht verdeckt den Inhalt des PDF Dokuments, indem  man nur eine schwarz-weiße Struktur zu sehen bekommt

Sylvia Winkler geboren 1969 in Salzburg (Österreich), hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert. Ihre standortspezifischen und situationsspezifischen Projekte und Videos die auf gründlicher Forschung über den jeweiligen politischen, städtischen und historischen Kontext basieren, realisierte sie - bis 2016 in Zusammenarbeit mit Stephan Köperl - während verschiedener Langzeitaufenthalte an unterschiedlichen Orten der Welt.

B2: Während ihrer Zeit in Barcelona nutzte Sylvia Winkler ein Fahrrad als Mittel, um sich die Stadt zu erschließen und ihren einmonatigen Aufenthalt zu kartographieren. Die fein gezeichneten Routen und Umwege bilden ein Netz, auf dem die Kartografie ihrer Gedanken, Beobachtungen und Interpretationen aufbaut.
Plan C: Der Stadtgrundriss von Barcelonas Viertel Eixample dient Sylvias Forschung als graphische Vorlage für Ildefons Cerdàs visionären Stadtentwicklungsplan.
 
Stephan Köperl schloss 1998 sein Kunststudium an der Staatsgalerie Stuttgart ab. Seine Arbeit dreht sich um den menschlichen Zustand unter Einfluss des zeitgenössischen virtuellen, städtischen Umfelds.
Sexual Objectivation: Seitdem er in einer Werkstatt zur Produktion zeitgenössischer Kunst eine pin-up Fotografie fand, forscht er über den Begriff “Sexual Objectivation“. 

Oskar Klinkhammer, 1985 in Düsseldorf geboren, ist Absolvent der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) und hat ein Diplom in Media Art. Er studierte Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe, an der Universität der Künste (UdK) in Berlin und an der Kyushu Universität in Fukuoka, Japan.
Palms & Parrots ist eine kinetische Skulptur. Eine Nockenwelle aus Holz und Stahl wird durch Ventilatorriemen in Bewegung gesetzt, welche durch elektronische Motorkraft angetrieben werden. Die Stahlstangen bewegen sich in einer gleichmäßigen Wellenbewegung. Die hypnotische Bewegung erinnert an Wellen, Flügel oder Palmen im Wind.
 
Bea Stach, 1987 in Greifswald geboren, studierte Kommunikationsdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe (HfG) und École Cantonale d’Art de Lausanne (ÉCAL). Sie schloss ihr Studium mit dem Diplom ab und arbeitet als konzeptionelle Künstlerin und freie Designerin.

Dust, Barcelona ist eine Installation, die aus einem Java-Programm, die auf einem Bildschirm angezeigt wird, besteht, und aus einem Tisch mit einer Computermaus, mit welcher der Besucher interagieren kann. Zehn Staubschichten, angehäuft während eines bestimmten Zeitabschnitts, und für zehn Stunden auf einem Fleck festgesetzt, zeigen sich in Form einer digitalen Projektion, es entsteht eine dreidimensionale, künstliche Welt. Mit der Computermaus kann sich der Besucher aktiv umherbewegen, die kleinen Partikel die uns umgeben näher heran holen oder weiter entfernen.
 
Susanne Kudielka & Kaspar Wimberley arbeiten als Künstler, Produzenten, Kuratoren und Forscher mit dem Hauptaugenmerk auf ortsspezifischer und interdisziplinärer Kunst im öffentlichen Raum. Sie arbeiten mit Museen, Kunstfestivals, Kunstinstitutionen, Universitäten, lokalen Behörden, NGOs und Schulen, sowie als unabhängige Produzenten.
“21 wobbly tables, propped up using 44 Euros” führt das Projekt ‘Waiting for something (bad) to happen’ weiter, das im Casino Luxembourg Forum d’art Contemporain startete. Verschwundenes Geld ist nun durch einen Magier in seinen physikalisch-materiellen Zustand in Form von 1€-Münzen zurückgekehrt  - mit einer veränderten Funktion und einem alternativen Wert.
"From the other to the us": Zur Eröffnung der Ausstellung ‘Dialog 3’ im Oktober 2015 im Goethe-Institut Barcelona senden die Künstler per live streaming eine verschlüsselte Nachricht aus Stuttgart, in der sie das Winkeralphabet benutzen. In dieser Nachricht reflektieren sie über ihre Zeit in Barcelona und ihre Versuche das Streben nach nationaler Identität der Katalanen zu verstehen. Eine Assistentin übersetzt gemeinsam mit dem Publikum die Nachricht und schreibt sie für alle lesbar auf große Papierbögen.
 

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