Fachtreffen 9. Internationales Bibliothekarisches Fachtreffen

9. Internationales Bibliothekarisches Fachtreffen © JIEB

Mi, 09.05.2018

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

Bibliothek für alle: Vielfalt und Inklusion in der Bibliothek

Die Internationalen Bibliothekarischen Fachtreffen (JIEB) nahmen ihren Anfang im Jahr 2008 mit einer Tagung, die „Neue Ansätze bibliothekarischer Dienstleistungen für multikulturelle Gemeinschaften“ aufzuzeigen suchte. In Zusammenarbeit mit der US-Amerikanischen Botschaft, der Comunidad de Madrid, dem SEDIC, dem Institut Français, dem Istituto Italiano di Cultura di Madrid und dem Instituto Internacional en España u.a., versammeln sich jedes Jahr internationale Experten aus dem Bibliothekswesen.

Internationaler Austausch von Erfahrungswerten

Am 09. Mai findet im Goethe-Institut Madrid nun mehr das 9. Bibliothekarische Fachtreffen statt, welches sich dieses Jahr mit Möglichkeiten zur Vielfalt und Inklusion in Bibliotheken beschäftigt.

Was meinen wir eigentlich genau mit einer freien Zugänglichkeit zur Bibliothek oder Barrierefreiheit? Gewöhnlich konzentrieren wir uns dann auf die Erfüllung der gesetzlichen Normen durch Umbaumaßnahmen. Aber wir sollten viel weiter gehen, denn Inklusion bedeutet nicht nur, die notwendigen Baumaßnahmen vorzunehmen, sondern Barrieren, die noch so vielfältig sind, abzubauen.

Dazu wird es vormittags einige Vorträge geben, die sich mit einer für alle zugänglichen Bibliothek und den damit verbundenden Herausforderungen beschäftigen werden. Später am Nachmittag sollen durch Workshops die erworbenen Kenntnisse und geteilten Erfahrungen noch vertieft werden und konkrete Konzepte erarbeitet werden.
 

Die Teinahme ist für alle kostenlos und jeder kann sich über die Webseite des Bibliothekrischen Fachtreffens einschreiben. Hier finden sie auch das gesamte Programm. JIEB 2018

Eine Bibliothek für alle

Damit die Bibliothek für jeden zugänglich wird, müssen wir sie zu dem Ort "Bibliothek für alle" machen. Das bedeutet, dass jede Person die Möglichkeit hat, alle kulturellen und technologischen Angebote der Bibliothek wahrnehmen zu können. Wenn wir das Konzept einer frei zugänglichen Bibliothek so verstehen, sprechen wir vielmehr über Angebote und Inhalte und nicht nur über Umbaumaßnahmen. Darüberhinaus muss das Konzept der Zugänglichkeit durch einige Verhaltensweisen, die bewusst gemacht werden müssen, sowohl auf Seiten des Bibliothekspersonals, wie auch auf Seiten der NutzerInnen ergänzt werden. Dieser weitreichende Prozess wird uns auf den Weg zu einer wahrhaftigen sozialen Transformation bringen.

Die so verstandene freie Zugänglichkeit stellt sich aber als große Herausforderung dar. Deswegen ist es umso wichtiger, eine für alle zugängliche und offene Bibliothek zukünftig zu schaffen, vor allem auch in Bezug auf ihre funktionale Diversität.

Die Bibliotheken werden durch ihre starke soziale, erziehungstechnische und kulturelle Aufgabe zu einer Schlüsselinstitution und können eine volle Inklusion erreichen. Diese Inklusion schließt die verschiedensten Personengruppen ein: Personen, die sich in einer verletzbaren Situation befinden, Personen mit physischen oder psychischen Behinderungen, erwachsene Personen, von jeglicher Form der Ungleichheit betroffene Personen, Obdachlose, Arbeitslose, neue Immigranten, LGBTQ, etc.

Mit diesen Treffen wollen wir dazu beitragen, dass der Weg, der noch vor uns liegt, mit immer weniger Barrieren gegangen werden kann.

Vorträge und Workshops

Das Goethe-Institut Madrid konnte dieses Jahr Eeva Rantamo als Expertin gewinnen. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Bibliothek für alle? Inklusive und barrierefreie Bibliothek“ will Frau Rantamo auf diese Frage zur Inklusion von allerlei verschiedenen Personengruppen, durchdachte, schlichte und für jede Bibliothek individuelle Antworten aufzeigen.

In ihrem Workshop „Barrierefreie digitale Bibliotheksangebote“ wird sich Eeva Rantamo mit den TeilnehmerInnen über Möglichkeiten unterhalten, wie die digitalen Angebote in der Bibliothek, die auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt werden, implementiert werden können.
 

Eeva Rantamo © Sandra Irmler EEva Rantamo

Ethnologin mit gesammelter Praxiserfahrung zum einen bei vielen unterschiedlichen Institutionen wie Kulturerbe-, Touristik- und Erziehungsinstitutionen, zum anderen aber auch in der Arbeit und im Umgang mit ImmigrantInnen und Personen mit Behinderung in Deutschland. Expertin für Kultur, Inklusion und Gleichheit in der kulturellen Erziehung. Darüber hinaus arbeitet sie mit Experten aus ihrem Vaterland, Finnland, zusammen.

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