Gespräch + Präsentation Europa denkt. Navid Kermani trifft José Luis Villacañas

Navid Kermani und José Luis Villacañas Navid Kermani und José Luis Villacañas

Mittwoch, 29.05.2019, 19.30 Uhr

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

Im Dialog mit dem deutschen Gegenwartsdenken

In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Philosophie der Universidad Complutense de Madrid beginnen wir eine neue Reihe: "Europa denkt. Im Dialog mit dem deutschen Gegenwartsdenken".
Den Auftakt bildet das Gespräch zwischen dem deutsch-iranischen Schriftsteller, Orientalisten und Essayisten Navid Kermani mit dem Philosophen José Luis Villacañas (Universidad Complutense de Madrid). Das erste Werk des Trägers des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, das in spanischer Sprache vorliegt, Ungläubiges Staunen: Über das Christentum (spanisch: Incrédulo asombro: sobre el cristianismo, Trotta 2018) ist Ausgangspunkt dieses Dialogs, in dem sich in Anlehung an das Buch, Philosophie und Religion sowie Kunst und Politik für die heutige Gestaltung Europas kreuzen werden. Der Autor begleitet das Gespräch mit der Lesung einiger kurzer Passagen des Werks sowie der Präsentation einiger Bilder der besprochenen Kunstwerke. Die Übersetzerin Carmen Gómez García wird kurz in das Werk einführen, Óscar Quejido Alonso (Universidad Complutense de Madrid) moderiert das Gespräch.
 
Navid Kermani © Julian Baumann Navid Kermani ist bekannt für seine Publikationen über den Islam, den Mittleren Osten und den christlich-muslimischen Dialog und gilt als einer der wichtigsten intellektuellen Stimmen Deutschlands.
Das Buch Ungläubiges Staunen. Über das Christentum ist eine Meditation über vierzig Bilder und Begriffe, Heilige und Rituale des Christentums, die auf freien Assoziationen des Autors basieren, ausgehend von seinem Staunen darüber. Es sind Begegnungen, die jene Aspekte der christlichen Kunst offenbaren, die sonst dem konventionellen Gläubigen unentdeckt bleiben, da der Blick des Außenstehenden (in diesem Fall des Muslims) manchmal in der Lage ist, die Schönheit und die Anmut der in den Kunstwerken dargestellten Figuren und Objekten wiederherzustellen. Navid Kermani lädt den Leser ein, seine ästhetischen und religiösen Erfahrungen auf einer Reise zu teilen, die sich aus Ratlosigkeit und Überzeugung, aus Glaube und Zweifel, kurzum aus ungläubigem Staunen zusammensetzt.

Navid Kermani, 1967 in Siegen geboren, studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaften in Köln, Kairo und Bonn, wo er auch promovierte und habilitierte. Er hat die Poetik-Vorlesungen in Frankfurt, Göttingen und Mainz gehalten und war Gastprofessor an der Universität Frankfurt und am Dartmouth College. Für seine Romane, Essays, Reportagen und Monographien hat Navid Kermani unter anderem den den Kleist-Preis, den Joseph Breitbach-Preis und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.
Seine Sachbücher erscheinen bei C. H. Beck, sein literarisches Werke im Carl Hanser Verlag.
Zu seinen Publikationen zählen u.a. Gott ist schön: Das ästhetische Erleben des Koran (1999), Dein Name (Roman, 2011) Ausnahmezustand. Reisen in eine beunruhigte Welt (2013), Zwischen Koran und Kafka. West-östliche Erkundungen (2014), Sozusagen Paris (Roman, 2016), Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan (2018).
 

José Luis Villacañas privat José Luís Villacañas Berlanga (*1955, Úbeda) ist Philosoph, Historiker und Schriftsteller. Seine Doktorarbeit schrieb er 1981 über die Philosophie Kants, an der Universidad de Valencia. Er war Professor an verschiedenen Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen in Spanien: an der Universidad de Valencia von 1977 bis 1986, an der Universidad de Murcia von 1986 bis 2009 und am Consejo Superior de Investigaciones Científicas (Oberster Rat für wissenschaftliche Forschung - größte öffentliche Forschungseinrichtung Spaniens) von 1994 bis 1997. Seit 2009 leitet er die Fakultät für Philosophiegeschichte an der Universidad Complutense de Madrid. Seinen Forschungsschwerpunkt bildet das zeitgenössische deutsche Denken (Max Weber, Carl Schmitt, Reinhardt Koselleck und Hans Blumenberg).
Er ist Autor und Herausgeber von mehr als 50 Büchern, 150 Buchkapiteln und über 150 Zeitungsartikeln. Er hat auch mehr als 200 Vorträge in spanischen und internationalen Kontexten gehalten. Er ist Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Einige seiner letzten und wichtigsten Veröffentlichungen sind: Poder y Conflicto. Un ensayo sobre Carl Schmitt (Madrid, 2008); Dificultades con la Ilustración. Ensayos kantianos (Madrid, 2012), Historia del poder político en España (Barcelona, 2014) und Teología política imperial y comunidad de salvación cristiana (Madrid, 2016), von dem bald ein zweiter Band mit dem Namen Imperio, reforma y modernidad erscheinen wird und der, im Dialog mit Weber und Blumenberg, die Entstehung der modernen Geisteshaltung zur Zeit Karl des V. analysiert.

 

Pressestimmen zu Navid Kermani und seinem Werk

"Einer der einflussreichsten Denker Deutschlands."
Deutsche Welle, 24. März 2017
 

"Gelassen, inspiriert vom Sufismus, geleitet von Neugier – ein verstörendes Buch über Schönheit und das Leben der Menschen.“
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung Bücher, 12/2015

"Der unvoreingenommene, kluge Blick auf das Fremde."
Literatur Spiegel, Dez 15/Jan 16

"Navid Kermani, der Dolmetscher zwischen den Kulturen und Religionen, hat ein großes Buch geschrieben. Bestsellerverdächtig. Interreligiös vorbildlich. Anrührend."
Publik-Forum, 16/2015

"Der deutsche Schriftsteller, Orientalist und Essayist ist eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, die sich mehr denn je den Erfahrungswelten von Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft stellen muss, um ein friedliches, an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben zu ermöglichen. [...]
Die Romane und Essays von Navid Kermani, insbesondere aber auch seine Reportagen aus Krisengebieten zeigen, wie sehr er sich der Würde des einzelnen Menschen und dem Respekt für die verschiedenen Kulturen und Religionen verpflichtet weiß, und wie sehr er sich für eine offene europäische Gesellschaft einsetzt, die Flüchtlingen Schutz bietet und der Menschlichkeit Raum gibt.“
Auszug aus der Begründung der Jury des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2015
Die Übersetzung des Buches "Ungläubiges Staunen: Über das Christentum" ins Spanische hat die Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts erhalten.

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