Zum 250. Geburtstag: Alexander von Humboldts kulturelles und naturwissenschaftliches Erbe

Humboldt y las Americas ©Goethe-Institut

Mi, 10.07.2019

Casa Amèrica Catalunya

Calle Còrsega, 299
08008 Barcelona

Debatte über seine Figur und sein internationales Erbe

Anlässlich des 250. Geburtstags Alexander von Humboldts organisieren das Goethe-Institut Barcelona und die Casa Amèrica Catalunya eine Debatte über seine Figur und sein internationales Erbe, mit einem besonderen Fokus auf seinen Aufenthalten in Lateinamerika. Als Referenten sind Oliver Lubrich, Professor für Neuere Deutsche Literatur und Komparatistik an der Universität Bern (Schweiz) und Ramon Folch, Doktor der Biologie und Leiter der Consultingfirma ERF (Barcelona), eingeladen.
 
Alexander von Humboldt (Berlin 1769 – 1859) war ein Universalgelehrter, der als Vater der modernen Geographie angesehen wird. Seine Arbeit als Naturwissenschaftler zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Vielseitigkeit aus. Seine Forschungsreisen führten ihn nach Nord- und Südamerika sowie nach Zentralasien. Humboldts umfangreiches Wissen umfasste verschiedene Gebiete der Naturwissenschaften, der Kunst und der Geisteswissenschaften: Ethnographie, Anthropologie, Physik, Zoologie, Klimatologie, Ozeanographie, Astronomie, Geographie, Geologie, Mineralogie, Botanik, Vulkanologie…
 
Gemeinsam mit dem jungen französischen Botaniker und Chirurgen Aimé Bonpland bereiste Humboldt Territorien in Amerika, die heute zu Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und den Vereinigten Staaten gehören. An diesen Orten erstellte er physische Landkarten und arbeitete als Erster mit isothermischen Linien. Er studierte Vulkane in den Anden, entdeckte die Meeresströmung, die später auf seinen Namen getauft wurde und sammelte zahlreiche Pflanzen. Er entdeckte rund tausend Tierarten, analysierte deren Lebensräume nach Höhe, Längengrad und Temperatur und beschrieb ihre Charaktermerkmale. Als Humboldt begann, die Resultate seiner Expedition zu publizieren, wurde er in den gebildeten Medien in ganz Europa populär und avancierte zum berühmtesten Naturwissenschaftler seiner Zeit.
 
Heute ist das Erbe Alexander von Humboldts aktueller denn je. Seine Art zu denken und zu handeln findet ihre Fortsetzung in aktuellen Konzepten wie der Interdisziplinarität, der Arbeit in Netzwerken, dem Wissen um die zentrale Bedeutung der Biodiversität und der Ökologie, der Interkulturalität und kosmopolitischen Denkansätzen.

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