Film Die Fremde

Die Fremde ©Deutsches Filminstitut

Montag, 25.11.2019, 20.30 Uhr

Cineclube a Lanterna - Ourense

Casa da Cultura
Rúa Ferradal s/n
32550 Viana do Bolo (Ourense)

Regie: Feo Aladag, Farbe, 119 Min., 2010

Man glaubt, die Geschichte aus den Nachrichten zu kennen – aber Regisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin Feo Aladag gelingt in ihrem atemberaubenden Kinodebüt „Die Fremde“ ein vielschichtiges und ergreifendes Familienportrait, fernab von Klischees.

Umay lebt zusammen mit ihrem Ehemann Kemal und ihrem Sohn Cem in einem Vorort der türkischen Metropole Istanbul. Kemal hat regelmäßig Gewaltausbrüche, die sich gegen seine Frau und seinen Sohn richten. In Umay bricht ein unbändige Sehnsucht nach ihrer Heimat Berlin und ihren Eltern durch: verzweifelt packt Umay ihre Sachen und flieht vor ihrem Leben in Istanbul und aus der Ehe mit ihrem Mann.
Von ihrer nichts ahnenden Familie wird sie herzlich aufgenommen, aber Umay weiß schon bei ihrer Ankunft in Berlin, dass sie viel von ihren Eltern und Geschwistern verlangt, denn mit ihrem selbstbewussten Handeln hat sie auch deren Ehre verletzt: Als Umays Vater erfährt, dass seine Tochter aus der Türkei geflohen ist und ihren Mann Kemal verlassen hat, fordert er sie auf, unverzüglich nach Istanbul zurückzukehren. Der Tradition folgend gehört sie untrennbar zu Kemal. Umay will jedoch unter keinen Umständen klein beigeben. „Hör auf zu träumen!“, wirft ihr die eigene Mutter irgendwann an den Kopf, die Geschwister leiden darunter, dass sie wegen des ‚Frevels‘ der Schwester ebenfalls gemieden werden, und Vater Kader wünscht sich, dass seine geliebte Tochter „als Junge geboren wäre“.


In diesem Film gibt es kein klares Gut oder Böse, kein eindeutiges Schwarz oder Weiß. Es ist eine Geschichte, welche die Zwänge, die die Figuren bewegen, erfahrbar macht und damit auch die Tragik, die sich daraus ergibt.

Regie: Feo Aladag
Drehbuch: Feo Aladag
Kamera: Judith Kaufmann
Musik: Stéphane Moucha, Max Richter
Darsteller: Sibel Kekilli, Nizam Schiller, Derya Elabora, Settar Tanriogen, Serhad Can, Almila Bagriacik, Tamer Yigit, Alwara Höfels, Florian Lukas

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