Film Cineclub Goethe | Berlin Babylon

Berlin Babylon ©Hubertus Siegert

Dienstag, 04.02.2020, 19.30 Uhr

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

Regie: Hubertus Siegert, Deutschland 1996-2001, Farbe, 88 Minuten.

Berlin nach der Maueröffnung. Sichtbar zeigt die Stadt die Spuren der Leere, die Narben und Verschorfungen, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts hinterlassen hat. In der Situation des Umbruchs scheint alles offen und möglich zu sein.

Der Dokumentarfilm Berlin Babylon erzählt von der Melancholie einer Stadt, die ihre zerstörte Struktur mit aller Macht zurückgewinnen und die Schatten der Vergangenheit überwinden will. Was soll Bestand haben? Was wird abgerissen, was neu gebaut? Aus allen Himmelsrichtungen nähert sich die Kamera der Stadt, taucht ein in die Straßenschluchten, verweilt in den Hinterhöfen, schwingt sich über gigantische Neubauten.

Wir erleben die Protagonisten des Umbaus: prominente Architekten wie Axel Schultes, Renzo Piano, Josef P. Kleinhues und Rem Koolhaas. Bauherren, Politiker, Stadtplaner und Arbeiter. In spektakulären Aufnahmen zeigt Berlin Babylon die Kontraste einer Stadt im Umbau, zwischen der Angst vor der Leere und der Vollendungssucht. Ein Film über die hoffnungslose Bauwut, die in den Himmel wächst und oft seltsam flach und mittelmäßig bleibt, über die verführerische Faszination und prosaische Brutalität des Bauens. Die Babylonische Zivilisationsfabel scheint in der wiedervereinten Metropole Berlin an der Schwelle zum 21. Jahrhundert fortzuleben. Der Aufbruch wird zu Stein.

Regie: Hubertus Siegert
Drehbuch: Hubertus Siegert
Kamera: Thomas Plenert, Ralf Dobrick, Thomas Frischhut, Lars Lenski, Franz Dach
 

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