Film Schwimmen

Schwimmen Titelbild © UCM.ONE GmbH

Freitag, 5. Februar 2021, 19.00 Uhr

Centro Cultural Okendo - San Sebastián

Avenida Navarra, 7
20013 San Sebastián

Aus einer guten Freundschaft entwickelt sich eine zerstörerische Dynamik

Regie: Luzie Loose / Länge: 102 Min. / Erscheinungsjahr: 2019 / Hauptdarsteller: Stephanie Amarell (Elisa), Lisa Vicari (Anthea), Alexandra Finder (Elisas Mutter Anna) / FSK: ohne Altersbeschränkung

Mit 15 ist man besonders verletzlich – und Gleichaltrige nutzen dies oft schamlos aus. Die schüchterne Elisa kennt solches Mobbing nur zu gut und fühlt sich umso stärker zur selbstbewussten Anthea hingezogen. Mit ihren Handykameras zeichnen die Freundinnen zunächst nur ihren Alltag auf, doch was wie ein Spiel beginnt, wird nur allzu bald Ernst. Heimlich filmen sie all jene Mitschüler, die es auf Elisa abgesehen haben und drehen die sich bald dramatisch verselbständigende Mobbingsituation um.
Schwimmen495px © UCM.ONE GmbH Wenn man fünfzehn ist, werden aus familiären Krisen und Verletzungen durch Gleichaltrige schnell große Wunden und Abgründe. Die schüchterne Elisa kennt dies nur allzu gut und ihre Mitschüler nutzen es schamlos aus. Rettung scheint allein die gleichaltrige und selbstbewusstere Anthea zu versprechen. Mit ihren Handykameras zeichnen die Freundinnen ihren Alltag auf, doch was spielerisch beginnt wird bald zu bitterem Ernst. Heimlich filmen Elisa und Anthea all jene Mitschüler, die es einst auf Elisa abgesehen hatten und verwenden das Material um die Mobbing-Situation umzudrehen: Aus dem Opfer wird eine Täterin und angestachelt von Anthea drehen sie die Rachespirale immer weiter.

Was als rettende Freundschaft begann, entwickelt zunehmend eine sich verselbständigende, erbarmungslose und (selbst)zerstörerische Dynamik, von Regiedebütantin Luzie Loose und ihrer Kamerafrau Anne Bolick in kühlen Bildern und angenehm unaufgeregtem Tempo erzählt. Als Zuschauer wird man immer tiefer in die perfide Dynamik zwischen den beiden Freundinnen hineingezogen, deren gleichwertig gezeigte Handyaufnahmen zunehmend die Innen- und Außenperspektive verwischen und beide miteinander verschmelzen lassen.

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